Amazon strukturiert derzeit zwei seiner wichtigsten Geschäftsbereiche massiv um. Während eine jahrzehntelange Logistik-Partnerschaft mit der US-Post vor dem Aus steht, zieht der Konzern im Streaming-Segment die Preisschraube deutlich an. Beide Schritte verdeutlichen, wie konsequent das Management aktuell auf höhere Profitabilität und operative Unabhängigkeit drängt.

Die Abnabelung von der US-Post

Die Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung mit dem U.S. Postal Service (USPS) sind im Dezember gescheitert. Laut Amazon habe der Logistikpartner die Gespräche in letzter Minute abgebrochen. Nun reduziert der Tech-Konzern das Paketvolumen über die US-Post drastisch. Bis zum Auslaufen des aktuellen Vertrags im Herbst soll die Menge um mindestens zwei Drittel sinken. Für die ohnehin finanziell angeschlagene Postbehörde, die im Geschäftsjahr 2025 einen Verlust von neun Milliarden US-Dollar verbuchte, ist das ein harter Einschnitt. Immerhin transportierte sie zuletzt mehr als eine Milliarde Amazon-Pakete, was 15 Prozent aller landesweiten USPS-Lieferungen entsprach.

Gleichzeitig baut Amazon die eigene Infrastruktur konsequent aus. Im vergangenen Jahr stellte das Unternehmen mit 6,7 Milliarden Paketen erstmals mehr Sendungen selbst zu als die US-Post. Um auch ländliche Regionen besser abzudecken, fließen bis Ende 2026 rund vier Milliarden US-Dollar in den Ausbau des eigenen Liefernetzwerks.

Teureres Streaming-Erlebnis

Parallel zu den logistischen Umwälzungen dreht Amazon an der Umsatzschraube im Mediengeschäft. Ab dem 10. April 2026 wird das werbefreie Abonnement in den USA unter dem Namen "Prime Video Ultra" für 4,99 US-Dollar pro Monat vermarktet. Bisher kostete die werbefreie Option lediglich 2,99 US-Dollar zusätzlich.

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Mit dem neuen Tarif verschiebt das Unternehmen Premium-Funktionen hinter eine teurere Bezahlschranke. Wer nicht auf das Ultra-Paket umsteigt, verliert künftig den Zugang zu 4K-Streaming und Dolby Atmos-Sound. Im Gegenzug erhalten zahlende Nutzer bis zu fünf gleichzeitige Streams und erweiterte Download-Möglichkeiten für die Offline-Nutzung.

Starke Umsätze, sinkender Cashflow

Die strategischen Anpassungen fallen in eine Phase, in der Amazon zwar Rekordumsätze verzeichnet, der freie Cashflow jedoch unter Druck steht. Im vierten Quartal 2025 kletterten die Nettoerlöse im Jahresvergleich um 12 Prozent auf 213,4 Milliarden US-Dollar. Der operative Gewinn stieg um 18 Prozent auf 25,0 Milliarden US-Dollar.

Allerdings schrumpfte der freie Cashflow auf Zwölfmonatssicht von 38,2 Milliarden auf 11,2 Milliarden US-Dollar. Verantwortlich dafür sind vor allem massive Investitionen in die KI-Infrastruktur, die die Kapitalausgaben um über 50 Milliarden US-Dollar in die Höhe trieben. Diese hohen Ausgaben spiegeln sich auch in der aktuellen Kursentwicklung wider. Die Aktie notiert derzeit bei 179,12 Euro und verzeichnet damit seit Jahresbeginn ein Minus von 7,35 Prozent.

Die kommenden Wochen bringen nun konkrete operative Veränderungen. Mit der Einführung des Ultra-Abos am 10. April testet Amazon die Preisbereitschaft seiner Streaming-Kunden direkt am Markt. Gleichzeitig erfordert der forcierte Ausbau des ländlichen Liefernetzwerks bis 2026 weiterhin hohe Kapitalausgaben, um die Lücke zu schließen, die der Rückzug von der US-Post hinterlässt.

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