Amazon Aktie: Anleihenrekord und Chip-Deal
Amazon hat am Montag die größte Unternehmensanleihe in Euro-Denominierung aller Zeiten platziert — und gleichzeitig einen Chip-Deal bekanntgegeben, der die Architektur von Cloud-KI-Diensten grundlegend verändern könnte. Beides zusammen zeichnet das Bild eines Konzerns, der auf eine neue Ära der KI-Infrastruktur wettet.
Rekordanleihe mit globaler Dimension
Am 16. März platzierte Amazon Euro-Anleihen im Volumen von 14,5 Milliarden Euro — ein historischer Rekord am europäischen Unternehmensanleihenmarkt. Die Nachfrage übertraf das Angebot deutlich: Investoren platzierten Kaufaufträge über 27,9 Milliarden Euro. Parallel dazu emittierte Amazon in den USA weitere Anleihen im Volumen von 37 Milliarden Dollar, die Nachfrage dort belief sich auf bis zu 126 Milliarden Dollar. In der Summe steht eine globale Schuldenaufnahme von rund 54 Milliarden Dollar.
Das Kapital soll den weiteren Ausbau der KI-Infrastruktur finanzieren. Der Schritt in den Euro-Markt hat dabei auch eine strategische Dimension: Amazon signalisiert damit, dass es europäische Regulierungsanforderungen — etwa durch den EU AI Act — ernst nimmt und lokale, souveräne KI-Infrastruktur als Wettbewerbsvorteil begreift.
AWS setzt auf neue Chip-Architektur
Neben der Kapitalmaßnahme sorgt ein technischer Deal für Aufmerksamkeit. AWS hat eine mehrjährige Vereinbarung mit Cerebras Systems geschlossen, um deren WSE-3-Chip über Amazon Bedrock für Cloud-Kunden verfügbar zu machen. AWS ist damit der erste Cloud-Anbieter, der Cerebras' disaggregierte Inferenzlösung anbietet.
Das Prinzip dahinter: Amazons eigener Trainium-3-Chip übernimmt die Verarbeitung von Nutzeranfragen, während der Cerebras Wafer Scale Engine die Antwortgenerierung ausführt. Laut Amazon liefert diese Kombination die fünffache Token-Kapazität bei gleichem Hardware-Einsatz. Der Dienst soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 starten.
Hinter dem Deal steckt eine klare Botschaft an Nvidia: AWS setzt darauf, dass kein einzelner Chip alle Anforderungen der KI-Inferenz optimal erfüllen kann. Ergänzt wird das Ökosystem durch bestehende Partnerschaften — Anthropic nutzt Trainium als primäre Trainingsplattform, OpenAI hat Kapazitäten von zwei Gigawatt über AWS gebucht.
Operative Stärke trifft auf Kursdruck
Die Aktie steht seit Jahresbeginn unter Druck und hat rund sieben Prozent verloren — deutlich schlechter als der weitgehend stabile S&P 500. Belastend wirkt das hohe Investitionstempo, das kurzfristig die Profitabilität überlagert. Dabei sind die Fundamentaldaten solide: 2025 stieg der Umsatz um zwölf Prozent auf 716,9 Milliarden Dollar, der Gewinn je Aktie legte um 30 Prozent zu. Analysten erwarten bis 2028 ein jährliches Umsatzwachstum von 12,2 Prozent — was den Konzern erstmals über die Billionen-Dollar-Marke beim Jahresumsatz heben würde.
Bemerkenswert ist auch die Reaktion auf jüngste Rückschläge: Drohnenangriffe auf drei Rechenzentren im Nahen Osten und ein Software-Fehler im E-Commerce-Bereich hinterließen kaum Spuren im Kurs. Zum Vergleich: CrowdStrike verlor nach seinem Systemausfall im Sommer 2024 innerhalb weniger Tage fast 45 Prozent seines Börsenwerts. Amazons Kurs blieb seit Anfang März nahezu unverändert — ein Zeichen für das Vertrauen, das sich der Konzern über fast drei Jahrzehnte erarbeitet hat.
Der entscheidende Indikator für den weiteren Kursverlauf in 2026 wird die Auslastungsrate der neuen KI-Rechenzentren sein. Zeigt sich, dass Trainium 3 schnell angenommen wird, dürfte das die investitionsbedingte Kursschwäche der vergangenen Monate korrigieren.
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