Amazon startet mit Rückenwind von der Analystenseite in die neue Woche. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei Entwicklungen: der Schub durch KI im Cloud-Geschäft und gleichzeitig sehr hohe Investitionen. Entscheidend wird nun, ob die Wachstumsfantasie von AWS und KI stark genug ist, um die Sorgen über die Milliarden-Ausgaben zu überlagern.

JPMorgan setzt klares Signal für 2026

JPMorgan zählt Amazon zu seinen Top-Internetwerten für das kommende Jahr. Analyst Doug Anmuth argumentiert, die Bewertung sei attraktiv, zumal die Aktie seit Jahresbeginn nur moderat zugelegt und damit den Gesamtmarkt klar hinter sich gelassen habe.

Das Kursziel der Bank liegt bei 305 US‑Dollar und impliziert aus aktueller Sicht ein Aufwärtspotenzial von rund 35 %. Treiber soll vor allem Amazon Web Services (AWS) sein: JPMorgan rechnet mit KI-getriebenem Wachstum und erwartet, dass Amazon seine Gigawatt-Kapazität bis 2027 verdoppelt. Zusätzlich soll der neue Trainium3-Chip etwa 40 % bessere Performance bei KI-Workloads liefern als das Vorgängermodell – ein wichtiger Punkt im Wettbewerb um Rechenleistung.

AWS–OpenAI-Deal stärkt Investmentstory

Ein Kernbaustein der aktuellen Amazon-Story ist die mehrjährige strategische Partnerschaft zwischen AWS und OpenAI. Der Cloud-Vertrag mit einem Volumen von 38 Milliarden US‑Dollar über sieben Jahre gilt als deutliches Bekenntnis zur Recheninfrastruktur von AWS.

Wesentliche Eckpunkte der Vereinbarung:

  • OpenAI erhält Zugang zu großskaliger AWS-Infrastruktur
  • Einsatz von Amazon EC2 UltraServers mit umfangreichen NVIDIA-GPU-Ressourcen
  • Konkrete Zielmarken bis 2026 mit Option auf Verlängerung
  • Stärkung der Wettbewerbsposition von AWS im Rennen um KI-Infrastruktur

Für Anleger ist das vor allem deshalb relevant, weil der Deal auf wiederkehrende, langfristige Umsätze hindeutet und Amazons Rolle als Infrastruktur-Lieferant im KI-Boom untermauert.

Solides Fundament durch Q3-Zahlen

Die jüngsten Quartalszahlen legen eine stabile Basis unter die positive Analystenstimmung. Im dritten Quartal erzielte Amazon:

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  • Netto-Umsatz: 180,2 Mrd. US‑Dollar, +13 % gegenüber dem Vorjahr
  • AWS-Umsatz: 33,0 Mrd. US‑Dollar, +20 % im Jahresvergleich
  • Operatives Ergebnis: 17,4 Mrd. US‑Dollar (inklusive 2,5 Mrd. US‑Dollar FTC‑Vergleichszahlung)
  • Nettoergebnis: 21,2 Mrd. US‑Dollar, Ergebnis je Aktie 1,95 US‑Dollar

Für das vierte Quartal 2025 stellt das Management Netto-Umsätze zwischen 206 und 213 Mrd. US‑Dollar in Aussicht. Das operative Ergebnis soll in einer Spanne von 21 bis 26 Mrd. US‑Dollar liegen. Gleichzeitig plant Amazon für das Gesamtjahr 2025 Investitionsausgaben von rund 125 Mrd. US‑Dollar, mit weiter steigender Tendenz im kommenden Jahr. Genau diese hohen Capex sind der zentrale Belastungsfaktor in vielen Bewertungsmodellen, auch wenn sie stark auf KI- und Cloud-Kapazitäten zielen.

Wall Street bleibt klar optimistisch

Trotz der hohen Investitionen bleibt der Konsens an der Wall Street klar positiv. Die Aktie wird im Schnitt mit „Strong Buy“ eingestuft, das durchschnittliche Kursziel liegt bei etwa 295,43 US‑Dollar, basierend auf 61 Analystenstimmen.

Jüngste Einschätzungen unterstreichen diesen Optimismus:

  • TD Cowen: Kaufempfehlung bestätigt, Kursziel 300 US‑Dollar
  • Wedbush: Kursziel 340 US‑Dollar, was fast 50 % Aufwärtspotenzial signalisiert
  • UBS Group und Rosenblatt Securities: Kursziele von 300 US‑Dollar oder höher, jeweils mit Kaufempfehlung

Im Fokus der Analysten stehen klar AWS und KI als wichtigste Werttreiber auf lange Sicht. Kurzfristig richten viele jedoch ein Auge auf die Entwicklung der freien Cashflows, da die Investitionsquote hoch bleibt.

Charttechnik: Widerstand bleibt im Blick

Technisch betrachtet gilt der Bereich um 240 US‑Dollar als wichtige Hürde. Mehrere Rallyversuche im laufenden Jahr sind dort ins Stocken geraten. Die Aktie hat sich seit den Tiefs im April um rund 40 % erholt und befindet sich in einem übergeordneten Aufwärtstrend.

Ein klarer Ausbruch über die Zone um 240 US‑Dollar könnte frische Nachfrage anziehen und den Weg in Richtung der im November markierten Hochs öffnen. Aus charttechnischer Sicht wäre damit auch der psychologisch bedeutende Bereich um 300 US‑Dollar wieder in Reichweite.

Aktuell liegt der Kurs bei 193,80 Euro, was einem Rückgang von knapp 10 % seit Jahresbeginn entspricht. Damit spiegelt die Notierung zwar die hohen Erwartungen an KI und Cloud wider, aber eben auch die Skepsis gegenüber den enormen Ausgaben.

Regulierung bleibt Unsicherheitsfaktor

Parallel zu den Wachstumsplänen muss Amazon anhaltende regulatorische Risiken managen. Die FTC-Prime-Einigung befindet sich inzwischen in der Phase der Rückzahlungen an Verbraucher. Zusätzlich steht ein separates kartellrechtliches Verfahren der FTC an, dessen Prozessbeginn für 2027 vorgesehen ist. Diese Themen setzen einen Rahmen für das Risikoprofil der Aktie und können je nach Verlauf immer wieder für Volatilität sorgen.

Unterm Strich hängt der mittelfristige Kursverlauf daran, ob Amazon mit AWS und seinen KI-Investitionen die erwartete Profitabilität liefert, während es gleichzeitig gelingt, die regulatorischen Baustellen ohne größere finanzielle oder operative Einschnitte zu bewältigen.

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