Die Tech-Welt reibt sich die Augen: Alphabet hat gestern nach US-Börsenschluss Quartalszahlen vorgelegt, die auf den ersten Blick beeindrucken. Doch was folgte, ließ Anleger aufhorchen – und nicht im positiven Sinne. Der Google-Konzern kündigte an, die Investitionen in Künstliche Intelligenz noch einmal drastisch hochzufahren. Die Folge: Die Aktie rutschte im vorbörslichen Handel heute um 2,4 Prozent ab, obwohl die Ergebnisse stark ausgefallen waren.

Das Paradoxe daran: Alphabet lieferte eigentlich ab. Die Cloud-Sparte wuchs im vierten Quartal um satte 48 Prozent im Jahresvergleich – eine deutliche Beschleunigung gegenüber den 34 Prozent aus dem Vorquartal. Auch die Suchmaschine zeigte sich robust, das KI-Tool Gemini erreichte im Dezember-Quartal 750 Millionen aktive Nutzer monatlich. Und doch überwiegt die Nervosität.

Cloud boomt, Kosten explodieren

Der Grund für die verhaltene Reaktion: Das Management stellte für 2026 Investitionsausgaben zwischen 175 und 185 Milliarden Dollar in Aussicht. Das wäre nahezu eine Verdopplung gegenüber den rund 92 Milliarden Dollar aus 2025. Analysten waren auf hohe Ausgaben vorbereitet, doch diese Dimension überraschte selbst Optimisten.

Mehrere Investmentbanken hoben dennoch ihre Kursziele an. Mizuho schraubte das Ziel auf 410 Dollar hoch und verwies darauf, dass mehr als die Hälfte der geplanten Ausgaben in Cloud-Infrastruktur fließe – ein Bereich mit schnellem Return on Investment. Goldman Sachs erhöhte auf 400 Dollar, Truist Securities auf 385 Dollar und Roth/MKM auf 395 Dollar. Alle betonten, dass KI den adressierbaren Markt für Alphabet erweitere.

Doch die Frage bleibt: Wie lange können Tech-Konzerne Milliarden verbrennen, ohne dass die Renditen sichtbar werden? Insbesondere nachdem Software-Aktien in den vergangenen Tagen unter Druck gerieten. Der S&P 500 Software Index verlor seit dem 28. Januar rund 830 Milliarden Dollar an Marktwert – sechs Handelstage in Folge ging es abwärts.

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Chip-Hersteller profitieren

Während Alphabet-Anleger zögern, freuen sich andere: Halbleiter- und Chip-Ausrüster legten vorbörslich kräftig zu. Broadcom stieg um 5,7 Prozent, Lam Research um 2,6 Prozent und Applied Materials um 2,8 Prozent. Auch Nvidia kletterte um 2,3 Prozent. Die Botschaft ist klar – die Infrastruktur-Profiteure der KI-Welle sehen weiteres Wachstum.

Auf der Verliererseite stand Qualcomm mit einem Minus von 10,4 Prozent. Der Chip-Konzern enttäuschte mit seiner Umsatz- und Gewinnprognose für das laufende Quartal, belastet durch einen globalen Speicherchip-Mangel. Auch Arm verlor 7 Prozent, nachdem die Lizenzerlöse hinter den Erwartungen zurückblieben.

Heute Abend steht Amazon an der Reihe – und die Anleger werden auch dort genau auf die KI-Ausgaben schauen. Das große Finale der "Magnificent 7"-Berichtssaison folgt dann am 25. Februar mit Nvidia. Bis dahin dürfte die Debatte weitergehen: Wer kann sich das KI-Wettrüsten leisten – und wer wird am Ende als Gewinner dastehen?

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