Molina Healthcare hat am Donnerstag Zahlen für das vierte Quartal 2025 vorgelegt – und die haben es in sich. Statt der von Analysten erwarteten 0,34 Dollar Gewinn je Aktie verbuchte der Medicaid-Versicherer einen bereinigten Verlust von 2,75 Dollar pro Anteilsschein. Eine negative Überraschung von mehr als drei Dollar, die den Markt eiskalt erwischt hat.

Besonders bitter: Im Vorjahresquartal hatte Molina noch einen Gewinn von 5,05 Dollar je Aktie eingefahren. Der Absturz von schwarzen in tiefrote Zahlen verdeutlicht das Ausmaß der Margenkrise, in der das Unternehmen steckt. Auf Basis nicht bereinigter Zahlen fiel das Minus mit 3,15 Dollar je Aktie noch drastischer aus – hier stand im Vorjahr ein Gewinn von 4,44 Dollar zu Buche.

Immerhin: Bei den Erlösen lief es besser als befürchtet. Mit 11,38 Milliarden Dollar übertraf Molina die Analystenschätzung von 10,88 Milliarden Dollar deutlich. Gegenüber dem Vorjahreswert von 10,50 Milliarden Dollar bedeutet das ein solides Plus. Doch was nützt Umsatzwachstum, wenn die Kosten davongaloppieren?

Medizinkosten außer Kontrolle

Das Kernproblem liegt auf der Hand: Die Medicaid-Versicherungsprämien halten nicht Schritt mit den explodierenden medizinischen Kosten. Während die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen 2025 höher ausfiel als erwartet, hinken die Prämienanpassungen durch die Bundesstaaten der Kostenentwicklung hinterher. Das Ergebnis ist eine Schere, die sich immer weiter öffnet – zulasten der Profitabilität.

Bereits im dritten Quartal 2025 hatte sich das Desaster angedeutet. Damals verfehlte Molina mit einem Gewinn von 1,84 Dollar je Aktie die Erwartungen von 3,91 Dollar um satte 53 Prozent. Der Gewinnrückgang von Quartal zu Quartal um 81 Prozent zeigt: Die Situation verschärft sich weiter, statt sich zu stabilisieren.

Wall Street zweifelt an der Erholung

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Für das Gesamtjahr 2026 stellt Molina einen bereinigten Gewinn von etwa 5,00 Dollar je Aktie in Aussicht – bei Erlösen von 44,50 Milliarden Dollar. Die Analysten hatten allerdings mit 13,71 Dollar je Aktie und 46,79 Milliarden Dollar Umsatz gerechnet. Die Diskrepanz ist gewaltig und lässt erahnen, dass das Management 2026 als Übergangsjahr betrachtet, in dem sich die Margen erst allmählich erholen sollen.

Die Aktie hat den Absturz schon eingepreist: Vom 52-Wochen-Hoch bei 359,97 Dollar ist der Kurs auf 178,04 Dollar eingebrochen – ein Minus von mehr als 50 Prozent. In den letzten drei Monaten stabilisierte sich der Titel zwar mit einem Plus von 17 Prozent, doch das mittlere Kursziel der Analysten liegt bei nur 186,69 Dollar. Das impliziert gerade einmal fünf Prozent Aufwärtspotenzial.

Von 18 Analysten raten nur vier zum Kauf, zwölf zum Halten und zwei sogar zum Verkauf. Die erhöhten Kursziele von Wells Fargo auf 208 Dollar und Bernstein auf 224 Dollar wirken da fast schon optimistisch – doch auch sie räumen ein, dass die Margenprobleme anhalten.

Verhandlungen mit den Bundesstaaten entscheidend

Alles steht und fällt nun mit den Prämienverhandlungen für 2026. Molina muss die Bundesstaaten überzeugen, die gestiegenen Gesundheitskosten in die Prämiensätze einzupreisen. Gelingt das nicht, dürfte die Talsohle noch tiefer liegen als vom Management angedeutet. Hinzu kommt Unsicherheit beim Medicare-Advantage-Geschäft: Die Aufsichtsbehörden haben für 2027 nur eine magere Erhöhung um 0,09 Prozent vorgeschlagen – kaum genug, um Kostensteigerungen aufzufangen.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 10,4 auf Basis der Gewinne der vergangenen zwölf Monate handelt die Aktie deutlich unter ihrem historischen Durchschnitt. Kein Wunder: Investoren zweifeln, ob die Wende 2026 wirklich kommt. Ob die heutigen Zahlen das Schlimmste markieren oder nur ein weiteres Kapitel in der Abwärtsspirale sind, wird sich an den kommenden Quartalsergebnissen zeigen müssen.

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