Alibaba baut seine Cloud-Sparte weiter zur KI-Schaltzentrale aus – und greift dabei zu einem ungewöhnlich pragmatischen Hebel: Entwickler sollen künftig mehrere leistungsstarke Coding-Modelle in einem Abo nutzen können. Das Ziel ist klar: weniger Reibung im Alltag von Software-Teams, mehr Bindung an das eigene Ökosystem. Doch warum setzt der Konzern ausgerechnet jetzt auf ein Multi-Model-Paket?

Ein Abo, vier Modelle – und freie Wahl

Alibaba Cloud hat in seinem „Model Studio“ einen neuen „Coding Plan“ gestartet, der API-Zugriff auf vier chinesische Open-Source-Modelle bündelt: das eigene multimodale Qwen3.5 sowie GLM-5 (Zhipu AI), MiniMax M2.5 und Kimi K2.5 (Moonshot AI). Der zentrale Punkt: Abonnenten können aktuell frei zwischen den Modellen wechseln – je nachdem, welches Modell für die konkrete Programmieraufgabe besser passt.

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Genau diese Flexibilität ist im Wettbewerb um Entwickler ein Argument. Wer nicht auf eine einzige Modell-Architektur festgelegt ist, kann schneller testen, vergleichen und Workflows optimieren – und bleibt eher auf der Plattform, die das möglich macht.

Niedrige Einstiegskosten, hohe Kontingente

Auffällig ist die Preisgestaltung: Alibaba Cloud setzt auf sehr niedrige Einstiegskosten, offenbar um möglichst schnell Nutzer auf die Plattform zu ziehen.

Der „Lite“-Plan erlaubt bis zu 18.000 API-Anfragen pro Monat und startet mit einem Einführungsangebot von rund 1 US-Dollar für den ersten Monat. Danach liegt der Preis bei etwa 5,80 US-Dollar monatlich. Für intensivere Nutzung gibt es den „Pro“-Tarif mit bis zu 90.000 monatlichen Anfragen: zunächst rund 5,50 US-Dollar im ersten Monat, anschließend etwa 29 US-Dollar.

Dazu kommt die Integration in gängige Entwickler-Umgebungen wie Qwen Code, Claude Code, Cline und OpenClaw. Der Wechsel soll also nicht nur möglich sein, sondern im Arbeitsalltag auch ohne große Hürden funktionieren.

Der größere Plan: Weg vom Handel, hin zu KI-Umsätzen

Hinter dem Produkt steckt mehr als nur ein neues Abo. Der Rollout unterstreicht den strategischen Schwenk: Ressourcen sollen stärker von klassischen E-Commerce-Themen in Richtung „Artificial General Intelligence“ und Softwareentwicklung wandern. Indem Alibaba Cloud neben Qwen3.5 auch externe Modelle integriert, steigt der Nutzwert der eigenen Plattform – und die Chance, wiederkehrende Erlöse aus den milliardenschweren KI-Infrastrukturinvestitionen zu ziehen.

Der Zeitpunkt ist dabei kein Zufall. Autonome KI-Coding-Agenten entwickeln sich rasant, der Wettbewerb wird härter. Im Quelltext wird explizit auf Konkurrenzsysteme aus dem Westen verwiesen, die Funktionen zur Automatisierung von Legacy-Code-Modernisierung vorantreiben. Alibaba setzt dagegen auf hohe Kontingente, Stabilität und extrem niedrige Einstiegshürden, um Entwickler im eigenen Cloud-Kosmos zu halten.

An der Börse steht die Aktie derweil kurzfristig unter Druck: In den letzten 30 Tagen ging es laut den vorliegenden Daten um rund 15,65% nach unten.

In den kommenden Wochen dürfte entscheidend sein, ob Alibaba Cloud mit dem Multi-Model-Ansatz tatsächlich spürbar mehr Entwickler auf die Plattform zieht – denn genau daraus sollen am Ende die wiederkehrenden Cloud- und KI-Erlöse entstehen, die die strategische Verlagerung untermauern.

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