Alibaba drückt beim Thema Künstliche Intelligenz aufs Tempo – und setzt dabei auf ein neues Schlagwort: „agentic AI“, also KI, die Aufgaben eigenständig ausführt. Genau in diese Richtung soll das neue Modell Qwen 3.5 gehen. Doch parallel sorgt politischer Gegenwind aus den USA für Unsicherheit.

Qwen 3.5 soll Kosten senken – und mehr „alleine“ erledigen

Am 16. Februar stellte Alibaba laut Reuters Qwen 3.5 vor. Der Konzern positioniert das Modell als Baustein für die „agentic AI“-Ära, in der KI nicht nur Antworten liefert, sondern auch selbstständig Aktionen ausführt.

Alibaba verspricht dabei vor allem zwei Dinge: deutlich mehr Effizienz und bessere Leistung. Nach Unternehmensangaben sei Qwen 3.5 60% günstiger in der Nutzung und könne achtmal bessere Verarbeitung großer Workloads liefern als der Vorgänger. Neu sind außerdem „visuelle agentic Fähigkeiten“ – das Modell soll eigenständig Schritte in mobilen und Desktop-Anwendungen ausführen können.

Alibaba verweist zudem auf eigene Benchmarks, in denen Qwen 3.5 auf mehreren Messgrößen besser abschneidet als US-Konkurrenten wie GPT-5.2, Claude Opus 4.5 und Gemini 3 Pro (Reuters).

Wichtige Punkte zum Launch:
- Vorstellung von Qwen 3.5 am 16. Februar 2026
- Laut Alibaba: 60% günstiger, 8x besser bei großen Workloads
- Fokus: „agentic AI“ inklusive Aktionen über Apps hinweg

Konkurrenzdruck – und ein Stresstest durch Rabatt-Aktion

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Chinas KI-Markt wird gerade zum Sprint: ByteDance brachte am 14. Februar Doubao 2.0 an den Start. Der Doubao-Chatbot hat laut Reuters die größte Nutzerbasis in China und kratzt an 200 Millionen Nutzern.

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Alibaba konnte zuletzt ebenfalls Aktivität anziehen. Eine Coupon-Kampagne über den Qwen-Chatbot ließ die Zahl aktiver Nutzer laut Reuters zeitweise auf das Siebenfache steigen. Die Aktion war Teil einer 3-Milliarden-Yuan-Initiative (433 Mio. US-Dollar) rund um das chinesische Frühlingsfest. Laut Investing.com entstanden dabei 10 Millionen Bestellungen in den ersten neun Stunden.

Allerdings zeigte der Ansturm auch Schwachstellen: Der Qwen-Chatbot setzte die Ausgabe der Shopping-Coupons vorübergehend aus, nachdem das System laut Reuters von der Nachfrage überrollt wurde. Alibaba bat Nutzer, die Aktivität zu drosseln, und betonte zugleich, die Coupons blieben bis 28. Februar gültig.

Pentagon-Liste: Politisches Risiko bleibt der Bremsklotz

Neben dem Technologie- und Nutzungsrennen hängt ein zweites Thema wie ein Schatten über der Aktie: Geopolitik. Am 13. Februar geriet Alibaba unter Druck, nachdem Berichte aufkamen, die Trump-Regierung habe das Unternehmen auf die sogenannte Pentagon-„1260H“-Liste gesetzt – eine Aufstellung von Firmen, denen eine Unterstützung des chinesischen Militärs vorgeworfen wird (Investing.com unter Berufung auf Reuters). Laut Quelltext fiel die Aktie an diesem Tag um 5%.

Wichtig ist die Einordnung: Die Aufnahme auf die Liste bedeutet nicht automatisch Sanktionen. Sie sendet aber ein klares Signal an US-Zulieferer und kann Geschäftsbeziehungen komplizierter machen. Reuters verweist zudem darauf, dass einige chinesische Firmen in der Vergangenheit gegen ihre Aufnahme geklagt haben.

Mehr als Chatbots: Alibaba geht auch in „Physical AI“

Alibaba erweitert seine KI-Strategie über Chatbots hinaus. Am 10. Februar startete der Konzern laut CNBC RynnBrain, ein KI-Modell, das Roboter antreiben soll. Damit betritt Alibaba den „Physical AI“-Bereich und tritt gegen Angebote wie Nvidias Cosmos-Modelle und Google DeepMinds Gemini Robotics an. Wie bei anderen Modellen setzt Alibaba auch hier auf Open Source, Entwickler sollen weltweit kostenlos darauf zugreifen können.

An der Börse wirkt das Bild gemischt: Der Kurs liegt heute bei 132,40 Euro und damit unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 138,65 Euro – ein Hinweis, dass der Titel trotz KI-Schlagzeilen kurzfristig noch nicht zurück in ruhigeres Fahrwasser gefunden hat.

Am 19. Februar 2026 werden die nächsten Zahlen erwartet; dann dürfte sich zeigen, ob die KI-Offensive auch operativ Rückenwind liefert – oder ob politische Risiken weiterhin stärker auf die Wahrnehmung drücken.

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