Drei Topmanager verlassen Alibabas KI-Einheit Qwen innerhalb von zehn Wochen — und gleichzeitig kürt Morgan Stanley den chinesischen Tech-Konzern zum bevorzugten Investment in der Region. Selten lagen Vertrauenssignal und Führungsturbulenz so nah beieinander. Am 19. März folgen die Quartalszahlen, die zeigen werden, ob der Optimismus der Analysten auf solidem Fundament steht.

Führungswechsel bei Qwen

Den Anfang machte Hui Binyuan, Leiter von Qwen Code, der im Januar 2026 zu Meta wechselte. Wenig später trat Junyang Lin, technischer Leiter des Qwen-Modells, überraschend zurück — einen Tag nach der Vorstellung der neuen Qwen-3.5-Modelle. Ein dritter leitender Entwickler folgte kurz darauf.

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Bloomberg und TechCrunch berichten übereinstimmend, dass es sich nicht um freiwillige Abgänge handelte, sondern um eine von oben angeordnete Umstrukturierung. Alibaba Cloud holte einen externen Nachfolger und gründete am 5. März eine interne Task Force zur Beschleunigung der KI-Modellentwicklung. Zhou Jingren, CTO von Alibaba Cloud, koordiniert die Aktivitäten der neuen Einheit.

Trotz der Führungsunruhe wächst die Nutzerbasis: Im Februar zählte die Qwen-App 203 Millionen monatlich aktive Nutzer — Platz drei weltweit hinter ChatGPT und ByteDances Doubao. Die Qwen-Modelle wurden bislang über 600 Millionen Mal heruntergeladen und gelten damit als meistgenutzte Open-Source-KI-Modelle weltweit.

Morgan Stanley setzt auf KI-Infrastruktur

Morgan Stanley hat Alibaba als Top-Pick unter chinesischen Technologiewerten eingestuft und dabei Tencent von diesem Platz verdrängt. Analyst Gary Yu begründet die Wahl mit Alibabas vertikaler Integration entlang der gesamten KI-Wertschöpfungskette: eigene Chips aus der T-Head-Einheit, Alibaba Cloud als viertgrößter Cloud-Anbieter weltweit sowie eigene Modelle und Anwendungen. Die Bank prognostiziert, dass der chinesische Markt für KI-Chips bis 2030 auf 67 Milliarden Dollar wächst, bei einer inländischen Fertigungsquote von 76 Prozent.

Mizuho setzt das Kursziel auf 195 Dollar. Gemessen am aktuellen Kurs wird die Aktie mit dem 16-fachen der erwarteten Gewinne bewertet — unter dem historischen Zehnjahresschnitt von 19x.

Quartalszahlen am 19. März

Wall-Street-Analysten erwarten für das dritte Geschäftsquartal einen Gewinn von 1,72 Dollar je Aktie, verglichen mit 3,09 Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz soll auf rund 41,96 Milliarden Dollar steigen, ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Im vorangegangenen Quartal wuchs das Cloud-Segment um 34 Prozent, KI-bezogene Cloud-Erlöse legten dreistellig zu. Gleichzeitig fiel der operative Cashflow um 68 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar, der freie Cashflow war mit einem Abfluss von rund drei Milliarden Dollar negativ — Folge massiver Investitionen in KI-Infrastruktur und Logistik.

Optionshändler kalkulieren laut TipRanks mit einer Kursbewegung von rund 7,3 Prozent in beide Richtungen als Reaktion auf den Bericht. Ob die Cloud- und KI-Dynamik stark genug ist, um Gegenwind durch Chinas schwächere Konsumnachfrage zu kompensieren, wird die zentrale Frage des 19. März sein.

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