Morgan Stanley hat Alibaba diese Woche zur Top-Empfehlung unter den chinesischen Tech-Giganten ernannt — und Tencent damit vom Thron gestoßen. Analyst Gary Yu sieht Alibaba als „globalen KI-Gewinner", vergleichbar mit Alphabets Rolle in den USA. Gleichzeitig kämpft das Unternehmen mit einem unruhigen Kapitel in seiner KI-Sparte.

Führungswechsel bei Qwen

Innerhalb von zehn Wochen hat Alibabas Qwen-KI-Division drei ihrer ranghöchsten Technologieexperten verloren. Den Anfang machte im Januar 2026 Hui Binyuan, der Leiter von Qwen Code, der zu Meta wechselte. Kurz darauf folgte Lin Junyang, das öffentliche Gesicht des Qwen-Modells.

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CEO Eddie Wu reagierte direkt: Er gründete eine neue „Foundation Model Task Force", der sowohl der Group-CTO als auch der Cloud-CTO angehören. Das Signal ist eindeutig — KI wird zur Chefsache erklärt, nicht länger als Projekt einer einzelnen Einheit behandelt.

Trotz der Abgänge zeigen die Nutzerzahlen nach oben. Laut dem KI-Markttracker AICPB.com stieg die Zahl der monatlich aktiven Nutzer der Qwen-App von rund 31 Millionen im Januar auf 203 Millionen im Februar 2026. Damit ist Qwen weltweit die drittmeistgenutzte KI-App — hinter ChatGPT und Doubao.

Infrastruktur und eigene Chips

Parallel dazu baut Alibaba seine technologische Basis weiter aus. In Shanghais Jinshan-Distrikt entsteht ein hyperscale KI-Rechenzentrum, das zu einem der größten KI-Computing-Hubs in Ostchina werden soll. Die Vereinbarung mit der lokalen Regierung wurde am 9. März unterzeichnet.

Auf der Chip-Seite hat die Halbleiter-Einheit T-Head den Zhenwu 810E vorgestellt — einen Prozessor für KI-Training und -Inferenz, der laut Unternehmensangaben mit Nvidias H20 vergleichbar ist. Bereits mehrere Hunderttausend Einheiten sollen ausgeliefert worden sein, womit Alibaba Cambricon Technologies überholt hat.

Quartalszahlen am 19. März

Am 19. März legt Alibaba seine Ergebnisse für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 vor. Der Konsens erwartet einen Gewinn je Aktie von 1,67 US-Dollar — ein Rückgang von 43 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum — bei einem Umsatz von rund 42,1 Milliarden US-Dollar. Optionshändler preisen laut TipRanks eine Kursbewegung von rund 7,3 Prozent in beide Richtungen ein.

Im Fokus stehen das Cloud-Wachstum und die KI-Monetarisierung. Im Vorquartal war der operative Cashflow um 68 Prozent eingebrochen, der freie Cashflow verzeichnete einen Abfluss von umgerechnet rund 3 Milliarden US-Dollar — Folge massiver Investitionen in Infrastruktur. Analysten wollen sehen, ob sich diese Ausgaben in messbarem Wachstum niederschlagen.

Die Aktie notiert aktuell rund 12 Prozent unterhalb ihres 50-Tage-Durchschnitts und hat seit Jahresbeginn deutlich nachgegeben. Mizuho setzt das Kursziel bei 195 US-Dollar, Morgan Stanley bewertet den Titel weiterhin mit „Overweight". Die Quartalszahlen nächste Woche werden zeigen, ob der Markt der KI-Wette Alibabas Glauben schenkt.

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