Alibaba Aktie: Führungskrise trifft Zahlentest
Alibaba steht vor einer unruhigen Woche: Kurz vor den mit Spannung erwarteten Quartalszahlen am 19. März verliert die KI-Sparte Qwen ihren dritten hochrangigen Technologiechef innerhalb von zehn Wochen. Wie das Unternehmen auf diesen Aderlass reagiert – und was die Zahlen über den Zustand des KI-Umbaus verraten – wird Anleger in den kommenden Tagen beschäftigen.
Personalabgang und schnelle Gegenmaßnahme
Lin Junyang, technischer Leiter der Qwen-KI-Modellsparte, hat seinen Rückzug vom Projekt bekannt gegeben. Der Zeitpunkt ist ungünstig: Die Ankündigung erfolgte einen Tag nach der Vorstellung neuer Qwen-3.5-Modelle. Lins Abgang ist der dritte Verlust eines führenden Qwen-Technikers seit Januar – ein Muster, das Fragen über die interne Stabilität des Projekts aufwirft.
Alibaba reagierte rasch. Das Unternehmen kündigte in einem internen Schreiben die Gründung einer neuen Task Force zur Beschleunigung der Entwicklung von Basismodellen an. Die Koordination übernehmen CEO, Konzern-CTO und der CTO von Alibaba Cloud persönlich. Das Signal ist klar: Qwen bleibt strategische Priorität, auch wenn Schlüsselpersonen gehen.
Investitionen auf Kosten des Cashflows
Die Quartalszahlen für das Dezember-Quartal 2025 erscheinen am 19. März vor US-Börseneröffnung. Analysten erwarten einen Umsatz von rund 42 Milliarden US-Dollar, ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Beim Gewinn je Aktie rechnet der Konsens mit 1,68 Dollar – gegenüber 3,09 Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang spiegelt vor allem die Kosten des laufenden KI-Investitionsprogramms wider, nicht eine Schwäche im Kerngeschäft.
Die Investitionsausgaben stiegen im vergangenen Quartal um 80 Prozent auf umgerechnet rund 4,5 Milliarden US-Dollar. Der freie Cashflow drehte dadurch ins Negative. Gleichzeitig wuchs der Cloud-Umsatz um 34 Prozent, und KI-bezogene Produkte verzeichneten zum neunten Mal in Folge dreistellige Wachstumsraten. Das Wachstum ist da – es kostet nur viel.
Alibaba hat sich verpflichtet, über drei Jahre mindestens 380 Milliarden Renminbi in KI und Cloud zu investieren. Rund 120 Milliarden sind bereits geflossen. Neben der Qwen-Integration in Plattformen wie Taobao und Alipay entwickelt das Unternehmen mit dem Zhenwu 810E auch einen eigenen KI-Chip, der laut Alibaba mit Nvidias H20-Prozessor vergleichbar sein soll.
Was der 19. März entscheiden wird
Analysten stufen die Aktie im Schnitt mit „Kaufen" ein und sehen auf Basis von LSEG-Daten ein Kurspotenzial von rund 19 Prozent. Die Aktie notiert aktuell rund 27 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch vom Oktober 2025 und hat seit Jahresbeginn knapp zwölf Prozent verloren – der RSI signalisiert dabei eine überverkaufte Lage.
Beim Earnings Call am 19. März werden Anleger vor allem auf drei Punkte achten: die Entwicklung der Cloud-Margen, konkrete Aussagen zur weiteren Investitionsplanung und Hinweise darauf, wann sich das massive Capex-Programm in nachhaltig steigenden Gewinnen niederschlägt. Die Personalturbulenzen bei Qwen erhöhen den Erklärungsbedarf des Managements – und den Druck, mit soliden Zahlen zu überzeugen.
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