Drei hochrangige Führungskräfte verlassen innerhalb von zehn Wochen Alibabas KI-Vorzeigeprojekt Qwen – und das kurz vor den nächsten Quartalszahlen. Der Abgang von Junyang Lin, einem der zentralen technischen Köpfe des Qwen-Teams, trifft das Unternehmen zu einem ungünstigen Zeitpunkt.

Talent-Exodus bei Qwen

Die Abgänge begannen im Januar 2026, als Hui Binyuan, Leiter von Qwen Code, zu Meta wechselte. Wenig später folgte Junyang Lin mit seinem angekündigten Rücktritt – ohne nähere Begründung. Unmittelbar danach wurde auch der Abgang von Yu Bowen bekannt, der für das Post-Training der Qwen-Modelle verantwortlich war.

Drei Schlüsselpersonen in zehn Wochen: Das wirft Fragen über die interne Stabilität eines Projekts auf, das für Alibabas globale KI-Ambitionen zentral ist. Die Aktie reagierte in Hongkong mit einem Tagesrückgang von bis zu 5,3 Prozent – der stärkste Intraday-Einbruch seit Oktober.

Alibabas Antwort: Neuaufstellung von oben

CEO Eddie Wu bestätigte den Führungswechsel und kündigte in einem internen Schreiben an, mehr Ressourcen in die KI-Entwicklung zu lenken. Die Steuerung des Projekts übernehmen nun Wu selbst, Group-CTO Wu Zeming und Alibaba Cloud-CTO Zhou Jingren. Laut internen Berichten soll die neue Führungsriege Kapazitäten aus dem gesamten Konzern bündeln, um die Entwicklung großer Sprachmodelle zu beschleunigen.

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Gleichzeitig zeigt Qwen trotz der Turbulenzen bemerkenswerte Nutzerzahlen: Die monatlich aktiven Nutzer der Qwen-App stiegen von rund 31 Millionen im Januar auf 203 Millionen im Februar 2026 – damit belegt die App weltweit Platz drei hinter ChatGPT und Doubao. Über 400 Open-Source-Modelle wurden bislang veröffentlicht, mit insgesamt mehr als einer Milliarde Downloads.

Quartalszahlen als nächster Prüfstein

Am 19. März 2026 veröffentlicht Alibaba seine Ergebnisse für das Quartal bis Ende Dezember 2025. Analysten erwarten einen Gewinn von 1,68 US-Dollar je Aktie – deutlich unter den 3,09 US-Dollar des Vorjahresquartals – bei einem Umsatz von rund 42 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr entspräche.

Im Mittelpunkt der Earnings-Call dürften Cloud-Wachstum und KI-Monetarisierung stehen. Alibaba hat bereits mehr als 53 Milliarden US-Dollar für KI-Infrastruktur zugesagt, und erste Erträge zeigen sich in steigenden Cloud-Umsätzen. Zusätzlichen Gegenwind liefern Margendruck durch hohe Investitionsausgaben, Verluste im Sofortliefergeschäft sowie regulatorische Unsicherheiten – darunter die kurzzeitige Aufnahme Alibabas auf eine US-Militärliste. Der 19. März wird damit zur ersten Gelegenheit für das neue Führungsteam, den Führungswechsel bei Qwen zu erklären und die weitere KI-Strategie klar zu kommunizieren.

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