Alibaba sorgt kurz vor den Quartalszahlen für reichlich Gesprächsstoff. Während ein neues KI-Modell und ein massiver Kundenansturm die technologische Stärke unterstreichen, erinnerte ein Fehler des Pentagon schmerzhaft an die politischen Risiken. Anleger blicken nun gespannt auf die Bilanzvorlage: Kann die fundamentale Entwicklung die geopolitischen Störfeuer überlagern?

Qwen3.5 verschärft den Wettbewerb

Pünktlich zum chinesischen Neujahr präsentierte der E-Commerce-Riese sein neuestes KI-Modell Qwen3.5. Das System soll nach Unternehmensangaben 60 Prozent kosteneffizienter arbeiten als der direkte Vorgänger und große Arbeitslasten achtmal besser bewältigen. Besonders die sogenannten "Agentic Capabilities" stehen im Fokus: Die Software kann eigenständig Aktionen über verschiedene Apps hinweg ausführen, statt nur Inhalte zu generieren.

Dieser technologische Schritt ist eine direkte Antwort auf den harten Wettbewerb in China, nachdem Konkurrent ByteDance erst am Wochenende mit "Doubao 2.0" nachgelegt hatte. Das neue Alibaba-Modell verfügt über 397 Milliarden Parameter und unterstützt 201 Sprachen.

Pentagon-Liste sorgt für Schrecksekunde

Doch die technologische Offensive wurde von politischer Unsicherheit überschattet. Am 13. Februar landete Alibaba kurzzeitig auf der "Section 1260H"-Liste des Pentagon, die Unternehmen mit angeblichen Verbindungen zum chinesischen Militär führt. Zwar wurde der Eintrag nach rund einer Stunde ohne Begründung wieder entfernt, doch die Aktie reagierte in Hongkong prompt mit einem Kursrutsch von über drei Prozent.

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Alibaba wies jegliche militärische Verbindungen scharf zurück und kündigte an, gegen die Listung vorzugehen. Der Vorfall demonstrierte eindrücklich, wie sensibel der Markt auf regulatorische Nachrichten aus den USA reagiert, selbst wenn diese sich schnell als haltlos oder fehlerhaft erweisen.

Ansturm auf KI-Coupons

Wie groß das Interesse an der KI-Integration im Kerngeschäft ist, zeigte eine parallel laufende Rabattaktion. Ein Budget von drei Milliarden Yuan (ca. 433 Millionen US-Dollar) sollte die Nutzerbindung über das Frühlingsfest stärken. Das Ergebnis: Zehn Millionen Bestellungen innerhalb von neun Stunden brachten den Chatbot an seine Belastungsgrenze. Alibaba musste die Ausgabe von Coupons vorübergehend stoppen, um die Systemstabilität zu gewährleisten.

Spannung vor den Zahlen

Der Fokus der Anleger richtet sich nun auf den morgigen Donnerstag, den 19. Februar. Vor US-Börsenstart öffnet der Konzern seine Bücher für das dritte Geschäftsquartal. Analysten rechnen im Schnitt mit einem Gewinn je Aktie von 1,91 US-Dollar bei einem Umsatz von knapp 41 Milliarden US-Dollar.

Entscheidend für die Kursreaktion dürfte die Entwicklung im Cloud-Segment sein. Zuletzt verzeichneten KI-Produkte hier neun Quartale in Folge dreistellige Zuwachsraten. Marktteilnehmer erwarten morgen konkrete Belege dafür, dass sich die hohen Investitionen in Modelle wie Qwen3.5 auch weiterhin in beschleunigtem Umsatzwachstum niederschlagen.

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