Alibaba legt im KI-Rennen nach – und setzt dabei klar auf ein Thema, das gerade die nächste Entwicklungsstufe antreibt: KI-Agenten, die Aufgaben eigenständig über mehrere Schritte hinweg erledigen. Mit dem neuen Modell Qwen3.5 will der Konzern nicht nur technisch aufholen, sondern auch über Kosten und Geschwindigkeit punkten. Doch wie groß ist der Schritt wirklich – und was heißt das für den Wettbewerb in China?

Qwen3.5 soll Agenten alltagstauglich machen

Laut Reuters hat Alibaba am Montag Qwen3.5 vorgestellt und das Modell als „gebaut für die agentische KI-Ära“ beschrieben. Der Kern der Botschaft: günstiger und schneller als der Vorgänger. Alibaba spricht von 60% niedrigeren Betriebskosten und einer achtfach höheren Geschwindigkeit bei großen Workloads.

Neu sind zudem „visuelle agentische Fähigkeiten“. Gemeint ist: Das Modell soll selbstständig Aktionen in Mobile- und Desktop-Anwendungen ausführen können. Das passt zum Branchentrend, KI nicht nur antworten zu lassen, sondern sie Aufgaben aktiv abarbeiten zu lassen – mit weniger menschlicher Steuerung.

CNBC zufolge bringt Alibaba zwei Varianten:
- Open-Weight-Version: Download, Feintuning und Betrieb auf eigener Infrastruktur möglich
- Hosted-Version: Betrieb über Alibabas Cloud-Plattform „Model Studio“

Technische Daten – und der Blick über China hinaus

Die Open-Weight-Version kommt auf 397 Milliarden Parameter. Das sind zwar weniger als beim bisherigen Flaggschiff, Alibaba verweist aber auf Leistungsgewinne in internen Benchmarks. Zudem wurde die Sprachabdeckung stark ausgebaut: 201 Sprachen und Dialekte statt zuvor 82. Für Marc Einstein (Counterpoint Research) ist das ein Signal für Alibabas globale Ambitionen im KI-Markt.

Alibaba veröffentlichte außerdem Benchmark-Vergleiche, die das Modell auf Augenhöhe mit führenden Systemen von OpenAI, Anthropic und Google DeepMind sehen. Diese Angaben sind allerdings selbst berichtet und laut Artikel nicht unabhängig verifiziert.

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Konkurrenzdruck steigt – und DeepSeek bleibt ein Faktor

Der Zeitpunkt wirkt bewusst gewählt: In China überbieten sich die großen Tech-Spieler gerade mit neuen Releases. ByteDance brachte laut Reuters am Samstag Doubao 2.0 an den Start – ein Upgrade des Chatbots, der in China mit nahezu 200 Millionen Nutzern die größte Nutzerbasis haben soll.

Gleichzeitig rechnet der Markt mit einer baldigen Veröffentlichung von DeepSeek. Bemerkenswert: Alibabas Ankündigung enthielt keine Benchmark-Vergleiche gegen DeepSeek-Modelle.

Auch bei der Nutzergewinnung tritt Alibaba aufs Gas. Reuters berichtet, dass eine Coupon-Aktion im Qwen-Chatbot die Zahl aktiver Nutzer versiebenfacht habe – ein klarer Hinweis auf den Kampf um Marktanteile gegen Doubao und DeepSeek.

Weitere KI-Schritte – plus kurzer Politik-Störimpuls

Die Qwen3.5-News kommt nach einer ohnehin aktiven Woche. Am 10. Februar stellte Alibabas DAMO Academy mit RynnBrain ein Modell für Robotik vor. Laut CNBC betont eine Forscherin von Hugging Face als Schlüsselidee die eingebaute Zeit- und Raum-Wahrnehmung, damit Roboter mehrstufige Aufgaben besser „mitverfolgen“ können – ein Feld, in dem Alibaba damit auch in Richtung Nvidia und Google konkurriert.

Separat meldete TipRanks, das Pentagon habe Alibaba am 13. Februar kurzzeitig auf eine Liste (Section 1260H) gesetzt, die Unternehmen mit Verbindungen zum chinesischen Militär aufführt – das Dokument sei danach wieder entfernt worden. Alibaba wies den Vorwurf deutlich zurück und kündigte rechtliche Schritte gegen falsche Darstellung an.

Ein Blick auf die Aktie: Mit 133,00 Euro liegt der Kurs zuletzt rund 4% unter dem 50-Tage-Durchschnitt – ein Zeichen, dass der Markt die schnelle Folge an KI-Meldungen zwar registriert, aber noch nicht in einen klaren Aufwärtstrend übersetzt.

In den nächsten Tagen dürfte entscheidend sein, ob Qwen3.5 in der Praxis als Kosten- und Geschwindigkeitsvorteil überzeugt – und wie aggressiv ByteDance sowie ein möglicher DeepSeek-Release die Messlatte im chinesischen KI-Agentenmarkt erneut verschieben.

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