Adobe hat in dieser Woche mehr Schlagzeilen produziert als in manchem ganzen Quartal. Rekordergebnisse, ein überraschender CEO-Abgang und ein 150-Millionen-Dollar-Vergleich mit der US-Regierung — all das innerhalb weniger Tage. Die Reaktion der Anleger fiel trotz der starken Zahlen eindeutig aus.

Rekordzahlen mit einem Haken

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte Adobe einen Rekordumsatz von 6,40 Milliarden Dollar — ein Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 6,06 Dollar über der Analystenerwartung von 5,86 Dollar, die operative Marge erreichte 47,4 Prozent. Auch der Ausblick überzeugte: Für das zweite Quartal peilt Adobe 6,46 Milliarden Dollar Umsatz an, leicht über den Schätzungen.

Besonders auffällig war das KI-Geschäft. Der sogenannte AI-first ARR — also wiederkehrende Erlöse aus KI-getriebenen Produkten — hat sich im Jahresvergleich mehr als verdreifacht. Die monatliche Nutzerbasis über Acrobat, Creative Cloud, Express und Firefly wuchs auf 850 Millionen, ein Anstieg von 17 Prozent.

CEO-Wechsel ohne fertigen Nachfolger

Was die Märkte dann aber bewegte, war keine Zahl aus der Gewinn-und-Verlust-Rechnung. Shantanu Narayen, seit 2007 CEO und Architekt von Adobes Wandel vom Lizenzmodell zur Cloud-Plattform, kündigte seinen Rückzug an. Unter seiner Führung stieg der Aktienkurs um mehr als 600 Prozent. Er bleibt so lange im Amt, bis ein Nachfolger gefunden ist — und genau das ist das Problem. Adobe hat noch keinen Kandidaten benannt.

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Die Aktie verlor am Freitag nach der Ankündigung mehr als 5 Prozent. Der fehlende Übergabeplan dürfte dabei eine zentrale Rolle gespielt haben. Wer auch immer das Ruder übernimmt, tritt in eine schwierige Situation: Das Wachstum verlangsamt sich, KI-native Wettbewerber drängen in Adobes Kernmärkte, und die Aktie liegt seit Jahresbeginn rund 22 Prozent im Minus — während der S&P 500 im gleichen Zeitraum nur etwa 3 Prozent verlor.

DOJ-Vergleich und KI-Partnerschaften

Einen Tag nach der Ergebnispräsentation folgte die nächste Meldung: Adobe einigte sich mit dem US-Justizministerium auf einen Vergleich über 150 Millionen Dollar. Der Vorwurf lautete, das Unternehmen habe Abonnements schwer kündbar gemacht und Stornogebühren nicht transparent kommuniziert. Adobe zahlt 75 Millionen Dollar als Zivilstrafe und stellt weiteren 75 Millionen Dollar in kostenlosen Leistungen für betroffene Kunden bereit. Das Unternehmen bestreitet ein Fehlverhalten, erklärte aber, die Angelegenheit beilegen zu wollen.

Auf der Produktseite setzt Adobe unterdessen auf Expansion: Eine mehrjährige Partnerschaft mit dem KI-Videospezialisten Runway soll generative Videomodelle in Adobe-Workflows integrieren. Firefly-Kunden erhalten exklusiven Frühzugang zu neuen Runway-Modellen. Zudem sind Acrobat, Express und Photoshop nun als Apps für ChatGPT verfügbar.

Solide Basis, offene Führungsfrage

Adobe geht mit einem stabilen Fundament in den Rest des Geschäftsjahres: 22,5 Milliarden Dollar an verbleibenden Leistungsverpflichtungen aus dem Geschäftsjahr 2025 — ein Plus von 13 Prozent — davon 65 Prozent innerhalb der nächsten zwölf Monate abrufbar. Das sichert die Umsatsbasis kurzfristig ab. Die entscheidende Variable bleibt die Nachfolge an der Unternehmensspitze: Der neue CEO muss Adobes Positionierung im KI-Zeitalter neu definieren, bevor es Wettbewerber tun.

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