Der Softwarekonzern lieferte solide Quartalszahlen – und löste trotzdem einen Kursrutsch aus. Der Grund liegt nicht in den Zahlen selbst, sondern in dem, was daneben stand: Shantanu Narayen, seit fast zwei Jahrzehnten das Gesicht von Adobe, gibt seinen Posten als Chef auf.

Im vorbörslichen Handel verlor die Aktie heute rund acht Prozent und nähert sich damit einem Kursniveau, das zuletzt 2019 erreicht wurde. Bei einem Abrutschen unter 244 Dollar wäre diese Schwelle endgültig unterschritten.

Zahlen gut, Stimmung schlecht

Dabei hätten die Q1-Zahlen eigentlich Grund zur Freude geliefert. Der Umsatz lag mit 6,40 Milliarden Dollar deutlich über den Analystenschätzungen von 6,28 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie traf mit 6,06 Dollar ebenfalls über der erwarteten Messlatte. Auch der wiederkehrende Jahresumsatz legte um knapp elf Prozent zu.

Doch diese Kennzahlen reichten nicht aus, um die Nachricht vom bevorstehenden Führungswechsel zu übertünchen. Narayen, der das Unternehmen seit 2007 leitet und bereits 1998 dort anheuerte, tritt zurück, sobald ein Nachfolger gefunden ist. Er soll dem Verwaltungsrat als Vorsitzender erhalten bleiben – ein Detail, das manche Analysten als Hinweis auf tiefergehende strategische Neuausrichtung werten.

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Jefferies-Analyst Brent Thill sieht den Schritt als konsequent angesichts des massiven Wandels durch KI in der Branche. Barclays hingegen stufte die Aktie von „Overweight" auf „Equal-weight" herunter und kappte das Kursziel auf 275 Dollar – mit dem Verweis, dass die Suche nach einem neuen CEO Monate dauern und eine strategische Neuaufstellung in dieser Übergangsphase erhebliche Zeit beanspruchen werde.

Neue Baustelle: Das Stock-Geschäft

Abseits des Führungsthemas taucht eine weitere Schwachstelle auf. Das Segment Adobe Stock – ein Marktplatz für lizenzierte Bilder – verliert spürbar an Fahrt. Der Grund: Nutzer erstellen Bilder zunehmend selbst über generative KI-Tools wie Adobe Firefly, statt sie zu kaufen. Was intern als Innovation vermarktet wird, kannibalisiert damit ein etabliertes Erlösmodell.

Mizuho senkte sein Kursziel auf 315 Dollar, behielt aber das „Outperform"-Rating bei. Die Bewertung sei mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 16 und einem PEG-Verhältnis von 0,45 weiterhin attraktiv. Stifel und RBC Capital sehen das ähnlich, reduzierten ihre Kursziele zwar auf jeweils 400 Dollar, halten aber an ihren Kaufempfehlungen fest.

Oppenheimer bleibt neutral. Die Analysefirma sieht ein stabiles Geschäftsmodell, aber ungelöste Fragen rund um Preissetzungsmacht und die langfristige Wettbewerbsstellung im KI-Zeitalter. Eine Neubewertung durch den Markt dürfte langsamer verlaufen als bei vergleichbaren Softwaretiteln – die nächsten Monate stehen ganz im Zeichen der Nachfolgesuche.

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