Die Aktie des Sportartikelriesen atmet auf, doch der Auslöser liegt nicht in der eigenen Konzernzentrale, sondern beim direkten Nachbarn. Während Adidas selbst keine operativen Neuigkeiten lieferte, brodelt die Gerüchteküche beim Konkurrenten Puma und zieht den gesamten Sektor mit nach oben. Ist dieser unerwartete Rückenwind der Startschuss für eine nachhaltige Erholung oder tappen Anleger gerade in eine gefährliche "Sympathie-Falle"?

Der "Puma-Hammer" reißt alles mit

Das Wochenende wird von wilden Spekulationen dominiert: Marktteilnehmer diskutieren intensiv über einen möglichen Verkauf der Puma-Anteile durch den Großaktionär Kering an chinesische Interessenten. Diese Nachricht wirkte wie ein Defibrillator für die zuletzt stark gebeutelte europäische Sportartikelbranche.

Obwohl kein spezifisches Angebot für Adidas vorliegt, greift der Markt nach jedem Strohhalm. Die Hoffnung: Eine generelle Neubewertung des Sektors könnte auch den Kurs der Marke mit den drei Streifen beflügeln. Die Aktie wurde quasi in "positive Sippenhaft" genommen und konnte sich dadurch zum Wochenausklang leicht erholen.

Trügerische Sicherheit oder echte Chance?

Nach einem brutalen Börsenjahr scheint zumindest die Bewertung wieder Boden unter den Füßen zu finden. Mit einem massiven Kursverlust von 31,91 % seit Jahresanfang ist viel spekulative Luft entwichen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) hat sich von astronomischen Höhen auf ein Niveau von 21 bis 24 normalisiert.

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Dennoch bleibt die Lage angespannt, wie ein Blick auf die aktuellen Fakten zeigt:

  • Kursreaktion: Zum Handelsschluss am Freitag notierte das Papier bei 160,70 €.
  • Abstand zum Tief: Der Kurs konnte sich nur mühsam vom 52-Wochen-Tief bei 149,70 € lösen (Abstand ca. 7 %).
  • Analysten-Skepsis: Barclays senkte das Kursziel erst kürzlich auf 190 € und bleibt bei einer neutralen Haltung ("Equal Weight").
  • Marktmacht: Die Börsenbewertung liegt aktuell bei rund 28,6 Milliarden Euro.

Charttechnik: Tanz auf der Rasierklinge

Trotz der jüngsten Entspannung bleibt das technische Bild hochgradig fragil. Der übergeordnete Trend zeigt weiterhin abwärts. Besonders die Marke von 170 € fungiert als massiver Deckel für jegliche Erholungsversuche. Hier verläuft fast deckungsgleich auch der 50-Tage-Durchschnitt bei 173,05 €, der als zusätzlicher Widerstand wirkt.

Solange dieser Bereich nicht nachhaltig durchbrochen wird, bleibt die Gefahr eines Rückfalls akut. Die Marke von 150 € gilt als letzte Bastion der Bullen. Ein Bruch dieser Unterstützung könnte einen weiteren Abverkauf in Richtung 130 € auslösen.

Die aktuelle Erholung steht somit auf tönernen Füßen. Sie basiert primär auf externen Gerüchten um den Konkurrenten und nicht auf einer fundamentalen Trendwende bei Adidas selbst. Sollten sich die Spekulationen um Puma zerschlagen, droht der Adidas-Aktie ein schneller und schmerzhafter Realitätscheck.

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