Hinter den Kulissen von Adidas prallen derzeit zwei Welten aufeinander. Während der Sportartikelhersteller für das abgelaufene Geschäftsjahr historische Bestmarken meldet, trüben neue US-Zölle und ungünstige Wechselkurse die Aussichten für die kommenden Monate spürbar. Können üppige Aktionärsgeschenke die enttäuschten Erwartungen der Börsianer auffangen?

Der Blick in den Rückspiegel glänzt: 2025 erzielte Adidas einen Rekordumsatz von 24,8 Milliarden Euro und verdoppelte den Nettogewinn nahezu auf 1,34 Milliarden Euro. Doch an der Börse wird die Zukunft gehandelt. Für 2026 rechnet das Management um den frisch bis 2030 verlängerten CEO Björn Gulden nur noch mit einem operativen Gewinn von rund 2,3 Milliarden Euro. Damit verfehlt die Prognose den Analystenkonsens um rund 15 Prozent. Auch die anvisierte operative Marge von maximal 8,8 Prozent bleibt unter dem selbst gesteckten Ziel von zehn Prozent. Die Quittung des Marktes folgte prompt: Die Aktie geriet unter Verkaufsdruck und notiert mit aktuell 139,25 Euro deutlich unter ihrer 200-Tage-Linie. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust auf über 17 Prozent.

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Teure Hürden: Zölle und Währungseffekte

Hauptverantwortlich für den verhaltenen Ausblick sind strukturelle und geopolitische Belastungen. US-Importzölle und ein schwacher Dollar schlagen im laufenden Jahr voraussichtlich mit rund 400 Millionen Euro negativ zu Buche. Da Adidas einen Großteil seiner Ware in Asien produziert und in westliche Märkte importiert, fressen diese Effekte die bisherigen Margenverbesserungen durch gesunkene Frachtkosten teilweise wieder auf.

Mehrere Investmentbanken passten ihre Modelle umgehend an die neue Ausgangslage an. Besonders drastisch fiel der Schritt der Bank of America aus, die das Papier von „Buy“ auf „Underperform“ abstufte und den Zielwert von 213 auf 160 Euro senkte. Auch Telsey und die Deutsche Bank reduzierten ihre Kursziele, hielten aber an ihren positiven Grundbewertungen fest.

Dividende und Rückkäufe als Ausgleich

Als finanzielles Gegengewicht zum schwachen operativen Ausblick nutzt das Management die starke Cashflow-Generierung des abgelaufenen Jahres für umfangreiche Kapitalmaßnahmen. Auf der Hauptversammlung im Mai soll eine um 40 Prozent erhöhte Dividende von 2,80 Euro je Aktie verabschiedet werden. Flankierend dazu startete bereits ein Aktienrückkaufprogramm, bei dem im laufenden Jahr Papiere im Wert von bis zu einer Milliarde Euro vom Markt genommen und eingezogen werden.

Diese Maßnahmen begrenzen kurzfristig den Abwärtsdruck, lösen aber nicht das zugrundeliegende Margenproblem. Für die Jahre 2027 und 2028 peilt Adidas wieder ein überproportionales Profitabilitätswachstum an, das unter anderem durch Vorbestellungen für die Fußball-Weltmeisterschaft gestützt werden soll. Um diese mittelfristigen Ziele zu erreichen, muss das Unternehmen jedoch beweisen, dass es dem branchenweiten Gegenwind durch schwächelnden Konsum in China und der Konkurrenz durch Rivalen wie Nike und Puma auch unter erschwerten Zollbedingungen standhalten kann.

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