Adidas Aktie: Zoll-Schock
Rekordgewinn, massive Dividendenerhöhung – und trotzdem bricht der Kurs ein. Der Grund: Adidas kalkuliert für 2026 mit Belastungen von 400 Millionen Euro durch US-Zölle und Währungseffekte. Die Prognose liegt 15 Prozent unter den Erwartungen der Analysten.
Die Zahlen: Stark, aber irrelevant
Das Geschäftsjahr 2025 liest sich wie ein Lehrbuchbeispiel für operative Exzellenz. 24,8 Milliarden Euro Umsatz bedeuten ein währungsbereinigtes Plus von 13 Prozent. Das Betriebsergebnis kletterte um 54 Prozent auf 2,06 Milliarden Euro, der Nettogewinn sogar um 75 Prozent auf 1,34 Milliarden Euro. Die Bruttomarge verbesserte sich auf 51,6 Prozent.
Doch die Börse honorierte diese Rekorde nicht. Am 4. März sackte die Aktie um bis zu 7 Prozent ab. Der Grund: Die Guidance für 2026 enttäuschte massiv.
Das Problem: 400 Millionen Euro Gegenwind
Adidas erwartet für das laufende Jahr ein Betriebsergebnis von rund 2,3 Milliarden Euro. Das liegt deutlich unter dem Konsens von 2,72 Milliarden Euro. Die Differenz resultiert größtenteils aus US-Importzöllen und ungünstigen Wechselkursen – zusammen eine Belastung von etwa 400 Millionen Euro.
Die implizierte operative Marge von 8,5 bis 8,8 Prozent verfehlt das eigene 10-Prozent-Ziel klar. Besonders problematisch: Adidas produziert den Großteil seiner Waren in Asien und muss sie in westliche Kernmärkte importieren. Der nordamerikanische Markt – nach Umsatz der zweitgrößte – wuchs 2025 zwar währungsbereinigt um 10 Prozent, verlor aber wegen des schwachen Dollars in Euro-Terms 1 Prozent.
Shareholder Returns: Dividende und Rückkäufe
Das Management versucht, Anleger mit Kapitalrückflüssen zu beschwichtigen. Die Dividende steigt um 40 Prozent auf 2,80 Euro je Aktie. Zusätzlich kündigte Adidas ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 1,5 Milliarden Euro an – ergänzend zum bereits im Januar kommunizierten Volumen von einer Milliarde Euro.
CEO Björn Gulden, dessen Vertrag bis Ende 2030 verlängert wurde, setzt für 2027 und 2028 auf Umsatzwachstum im hohen einstelligen Bereich. Das Betriebsergebnis soll in diesem Zeitraum jährlich im mittleren Zehner-Prozentbereich zulegen. Als Katalysator gilt die Fußball-WM 2026 in Nordamerika.
Bewertung: Tief, aber mit Grund
Mit einem geschätzten KGV von knapp 14 für 2026 notiert Adidas deutlich unter dem 10-Jahres-Durchschnitt und weit unter dem Gewinnmultiplikator von Konkurrent Nike (39,4). Die Cashflow-Rendite liegt bei 8,1 Prozent, die Dividendenrendite bei 2,1 Prozent.
Nach der Erholung am Freitag steht die Aktie bei 142,75 Euro – nahe dem 52-Wochen-Tief von 141,60 Euro. Der nächste Härtetest folgt am 29. April mit dem Quartalsbericht. Dann zeigt sich, ob Adidas die externen Belastungen operativ kompensieren kann.
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