Rekordumsatz, verdoppelter Quartalsgewinn – und trotzdem auf dem tiefsten Stand seit Jahren. Adidas lieferte für 2025 starke operative Zahlen, doch die Prognose für 2026 hat Anleger ernüchtert. US-Zölle und Währungsgegenwind fressen einen Großteil des erwarteten Gewinnanstiegs auf.

Glänzende Vergangenheit, trüber Ausblick

Das Geschäftsjahr 2025 war für Adidas beeindruckend: Der Umsatz erreichte mit 24,8 Milliarden Euro ein Rekordniveau, der operative Gewinn kletterte um 54 Prozent auf 2,06 Milliarden Euro. Die operative Marge stieg auf 8,3 Prozent – 2,6 Prozentpunkte über dem Vorjahr. Besonders dynamisch entwickelte sich das Direktgeschäft: Eigene Läden wuchsen um 13 Prozent, der E-Commerce um 16 Prozent.

Doch all das wurde von der Guidance für das laufende Jahr überlagert. Für 2026 stellt Adidas einen operativen Gewinn von rund 2,3 Milliarden Euro in Aussicht – klingt nach Wachstum, verfehlt aber laut RBC-Analyst Piral Dadhania den Marktkonsens um rund 15 Prozent. Die implizierte Marge von 8,5 bis 8,8 Prozent liegt zudem deutlich unter dem eigenen mittelfristigen Ziel von 10 Prozent. Hauptgrund: ein negativer Kombinationseffekt von 400 Millionen Euro aus US-Zöllen und ungünstigen Währungsentwicklungen.

Allein am Tag der Ergebnispräsentation am 4. März verlor die Aktie bis zu 8 Prozent – und markiert heute mit 140,40 Euro ein neues 52-Wochen-Tief, rund 38 Prozent unter dem Jahreshoch vom März 2025.

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Konservative Guidance – oder Tiefstapeln?

Morgan-Stanley-Analysten weisen auf ein bemerkenswertes Muster hin: Unter CEO Björn Gulden hat Adidas seine zu Jahresbeginn kommunizierten Ziele konsequent übertroffen. Für 2025 etwa lautete die ursprüngliche operative Gewinnprognose 1,7 bis 1,8 Milliarden Euro – geliefert wurden 2,06 Milliarden. Das legt die Frage nahe, ob die aktuelle Guidance für 2026 erneut vorsichtig kalkuliert ist. Vollständige Klarheit darüber dürfte erst im Jahresverlauf entstehen, wenn sich zeigt, wie stark die Zolleffekte tatsächlich durchschlagen.

Stabilitätssignale sendet das Unternehmen auch auf anderem Weg: Die Dividende soll um 40 Prozent auf 2,80 Euro je Aktie steigen, und ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu einer Milliarde Euro ist angelaufen. Guldens Vertrag wurde zudem bis 2030 verlängert – RBC-Analyst Dadhania wertete dies als „beruhigend" angesichts des schwierigen Umfelds.

Mittelfristig bleibt der Wachstumspfad intakt

Für 2027 und 2028 peilt Adidas erneut währungsbereinigtes Umsatzwachstum im hohen einstelligen Bereich an, der operative Gewinn soll über den Dreijahreszeitraum 2026 bis 2028 mit einer jährlichen Rate im mittleren Zehnprozentbereich zulegen. Auch die gestiegenen Lagerbestände – plus 17 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro – erklärt das Unternehmen überwiegend mit strategischem Vorziehen: frühzeitige Einkäufe im Hinblick auf die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 und schnellere Lieferzyklen.

Das Wettbewerbsumfeld bleibt dennoch anspruchsvoll. Nike und Puma stecken ebenfalls in Turnaround-Phasen, das China-Geschäft leidet unter Überangebot und veränderten Konsumpräferenzen. Adidas hat seine Markenarchitektur fokussiert und die Lagerbestände bereinigt – die operative Basis ist solide. Ob sich das 2026 auch im Kurs niederschlägt, hängt entscheidend davon ab, wie schnell sich Margen und Zollbelastung entwickeln. Die nächste Standortbestimmung liefern die Ergebnisse zum ersten Quartal.

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