Adidas Aktie: Innerliche Erschütterung?
Bitterer Jahresauftakt für den Sportartikelriesen aus Herzogenaurach. Während viele Anleger fest auf das Jahr 2026 als „Super-Sportjahr“ mit der anstehenden Fußball-Weltmeisterschaft setzten, sorgt die Bank of America heute für harte Ernüchterung. Eine seltene und drastische Herabstufung stellt die Wachstumsstory des Konzerns grundsätzlich infrage und drückt die Stimmung am Markt merklich.
Die Fakten im Überblick:
- Radikaler Schnitt: Die Bank of America senkt das Rating direkt von „Buy“ auf „Underperform“ (Double Downgrade).
- Kursziel rasiert: Das Ziel wurde von 213 Euro auf 160 Euro zusammengestrichen.
- Kernargument: Analysten sehen das Ende des „Casualization“-Booms bei Freizeitkleidung.
Warnsignal für die Wachstumsstory
Es ist ein Schritt, den Marktbeobachter bei DAX-Konzernen selten sehen: Analyst Thierry Cota übersprang bei seiner Neubewertung die Stufe „Neutral“ und stufte Adidas direkt auf „Underperform“ ab. Mit dem neuen Kursziel von 160 Euro signalisiert die US-Bank, dass sie für die Aktie keinerlei Aufwärtspotenzial mehr sieht. Tatsächlich nähert sich der Kurs mit aktuell 162,10 Euro bereits bedrohlich dieser Marke an.
Hintergrund der Skepsis ist eine fundamentale Neubewertung des Marktumfelds. Die Experten warnen davor, dass der jahrelange Trend zu sportlicher Freizeitkleidung („Casualization“) ausläuft. Genau dieses Segment war zuletzt ein wichtiger Treiber für Adidas. Gleichzeitig wächst der Druck durch Wettbewerber: Ein wiedererstarkter Nike-Konzern und spezialisierte Laufschuhmarken wie On oder Asics graben den Franken zunehmend Marktanteile ab.
WM-Effekt als bloßes Strohfeuer?
Besonders schmerzhaft für Investoren ist die Einschätzung zum laufenden Jahr. Die Hoffnung, dass die Fußball-WM 2026 als massiver Kurstreiber fungiert, dämpft die Bank of America deutlich. Zwar dürfte das Turnier kurzfristige Impulse liefern, doch bewerten die Analysten diesen Effekt als temporär.
Viel schwerer wiegt die Prognose für die Zeit danach: Das organische Umsatzwachstum soll in den kommenden Jahren nur noch einstellig ausfallen. Für 2027 senkte die Bank ihre Schätzung bereits auf 5 %. Auch bei der Profitabilität droht Ungemach, sobald positive Sondereffekte wie derzeit niedrige Frachtraten nachlassen. Diese pessimistische Sicht steht in hartem Kontrast zu den zuletzt starken Quartalszahlen, als Adidas noch Rekordumsätze meldete. Der Markt scheint nun jedoch Risiken einzupreisen, die weit über das aktuelle operative Geschäft hinausgehen.
Charttechnik: Kritische Phase
Die Herabstufung trifft die Aktie in einer ohnehin angeschlagenen Verfassung. Auf Sicht von 12 Monaten steht bereits ein Minus von rund 33 % zu Buche. Mit dem heutigen Rücksetzer nähert sich der Kurs dem 50-Tage-Durchschnitt von 163,56 Euro von unten – ein technisches Schwächesignal.
Entscheidend wird nun die Verteidigung der runden Marke von 160 Euro sein, die auch das neue Kursziel der BofA markiert. Sollte diese Unterstützung nachhaltig brechen, rückt das 52-Wochen-Tief bei 149,70 Euro ins Visier der Bären. Für eine nachhaltige Stabilisierung müssten nun andere Analysehäuser dem negativen Vorstoß der US-Bank widersprechen oder Adidas mit den nächsten Quartalszahlen den Beweis antreten, dass die Innovationspipeline gegen die wachsende Konkurrenz besteht.
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