Endlich eine gute Nachricht aus den USA: Die drohenden Schadenersatzzahlungen im Streit um die gescheiterte Partnerschaft mit Rapper Ye sind vom Tisch. Doch trotz dieser juristischen Entlastung kommt an der Börse keine echte Kauflaune auf. Operative Warnsignale und skeptische Analystenkommentare dämpfen die Hoffnung auf eine schnelle Trendwende.

  • Rechtssicherheit: US-Gericht weist Investorenklage zur "Yeezy"-Partnerschaft ab.
  • Gegenwind: RBC und Barclays senken ihre Kursziele auf 190 Euro.
  • Marktlage: Die Aktie verliert seit Jahresanfang über 30 Prozent an Wert.

Der "Yeezy"-Ballast fällt ab

Ein entscheidender Unsicherheitsfaktor wurde in der vergangenen Woche beseitigt. Ein US-Gericht wies am 04. Dezember die Berufung einer Investorengruppe ab, die Adidas vorgeworfen hatte, Risiken im Zusammenhang mit dem Verhalten von Kanye West (Ye) verschwiegen zu haben.

Diese Entscheidung ist von fundamentaler Bedeutung. Sie beendet die Spekulationen über mögliche millionenschwere Schadenersatzzahlungen. Anleger können den Fokus nun wieder von juristischen Worst-Case-Szenarien auf das Kerngeschäft richten. Dass der Aktienkurs dennoch bei 164,00 Euro und damit kaum verändert notiert, zeigt jedoch, wie tief die Skepsis im Markt derzeit sitzt.

Analysten bremsen Euphorie

Trotz des Erfolgs vor Gericht trauen die großen Investmentbanken dem Titel kurzfristig keine großen Sprünge zu. Die Analysten von RBC und Barclays haben ihre Kursziele zuletzt synchron auf 190 Euro gesenkt. Zwar behält RBC das Rating "Outperform" bei, doch die Anpassungen spiegeln die Sorge um die zukünftige Margenentwicklung wider.

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Marktbeobachter werten diese Schritte als Reaktion auf das schwierige Konsumumfeld. Mit einem Minus von rund 30,5 Prozent seit Jahresbeginn gehört das Papier ohnehin zu den schwächeren Werten im DAX-Umfeld. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von über 14 Prozent verdeutlicht den technischen Abwärtstrend, in dem sich der Titel befindet.

Preiskampf und Streikgefahr

Die Zurückhaltung der Investoren begründet sich vor allem in operativen Herausforderungen. Im wichtigen US-Markt fallen derzeit aggressive Rabattaktionen auf. Das Premium-Laufschuhmodell Adizero Evo SL wurde im Handel zuletzt für rund 105 US-Dollar angeboten – ein Preisniveau, das auf einen hohen Lagerbestand und den Zwang zum Abverkauf hindeutet. Solche Maßnahmen kurz nach der "Black Friday"-Saison belasten traditionell die Gewinnspannen.

Erschwerend kommt die Situation auf dem Heimatmarkt hinzu. Die Gewerkschaft IG BCE drohte Ende November mit Erzwingungsstreiks, sollten die Forderungen nach höheren Gehältern nicht erfüllt werden. Ein solcher Arbeitskampf würde die Kostenbasis in Deutschland weiter unter Druck setzen.

Für Anleger verschiebt sich der Fokus nun komplett auf die Profitabilität des laufenden Weihnachtsquartals. Die entscheidende Hürde für eine nachhaltige Bodenbildung liegt darin, ob Adidas die Umsätze stabilisieren kann, ohne die Margen durch den Preiskampf zu stark zu beschädigen.

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