Microsoft macht ernst mit der Abrechnung seiner KI-Investitionen. Mit dem neuen E7-Abonnement für 99 US-Dollar pro Nutzer und Monat, das ab dem 1. Mai verfügbar sein wird, versucht der Konzern, seine milliardenschweren Ausgaben in verlässliche Umsatzströme umzumünzen. Das Timing ist kein Zufall – der Druck der Investoren wächst.

Das neue E7-Tier im Kontext

Das als „First Frontier Suite" vermarktete E7-Paket bündelt das bestehende Microsoft 365 E5-Abonnement mit Microsoft 365 Copilot und dem neuen Agent 365 – einer Steuerungsebene für KI-Agenten, die ebenfalls ab dem 1. Mai zum Preis von 15 US-Dollar pro Nutzer und Monat erhältlich sein wird. Microsoft positioniert das Bundle als günstiger gegenüber dem Einzelkauf der enthaltenen Komponenten.

Der Hintergrund: Von weltweit über 400 Millionen Microsoft-365-Lizenzen hat der Konzern bisher lediglich 15 Millionen Copilot-Lizenzen verkauft – eine Durchdringungsrate von rund 3,7 Prozent. Zwar stieg diese Zahl im Jahresvergleich um 160 Prozent, doch der absolute Wert zeigt, wie viel Potenzial noch ungenutzt bleibt. Mit E7 setzt Microsoft darauf, Unternehmenskunden über ein attraktives Gesamtpaket schneller zur Adoption zu bewegen.

Starke Zahlen, aber ein günstiges KGV

Das operative Fundament ist dabei solide. Im zweiten Fiskalquartal 2026 erzielte Microsoft einen Umsatz von 81,3 Milliarden US-Dollar, ein Zuwachs von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Betriebsergebnis legte um 21 Prozent auf 38,3 Milliarden US-Dollar zu. Der bereinigte Gewinn je Aktie von 4,14 US-Dollar übertraf die Analystenerwartungen um 6,7 Prozent. Besonders auffällig: Die kommerziellen Buchungen stiegen um 230 Prozent, getrieben von großen Azure-Verpflichtungen und Verträgen über 100 Millionen US-Dollar.

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Azure wuchs in jedem der letzten drei Quartale um mindestens 39 Prozent – und das Management betont, dass die Nachfrage das verfügbare Angebot weiterhin übersteigt.

Trotzdem hat die Aktie im laufenden Jahr deutlich nachgegeben und notiert rund 15 Prozent unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts. Auf Basis der Gewinne der vergangenen zwölf Monate ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 25, der niedrigste Wert seit mehr als drei Jahren – und ein spürbarer Abschlag gegenüber dem Nasdaq-100, der aktuell mit dem rund 32-fachen Gewinn bewertet wird.

Makrorisiken belasten den Sektor

Zusätzlichen Gegenwind liefert das geopolitische Umfeld. Seit gemeinsamen US-amerikanisch-israelischen Angriffen auf den Iran Ende Februar sind die Rohölpreise um rund 50 Prozent gestiegen. Der Iran hat den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus weitgehend zum Erliegen gebracht, was rund ein Fünftel der globalen Ölversorgung betrifft. Der CBOE Volatility Index bewegte sich zuletzt zwischen 28 und 35 – ein Zeichen für die erhöhte Unsicherheit an den Aktienmärkten. Für Microsoft ist das relevant, weil steigende Energiekosten den Betrieb der rechenintensiven Rechenzentren verteuern.

Für das Geschäftsjahr 2026 plant Microsoft Investitionsausgaben von rund 125 Milliarden US-Dollar in KI-Infrastruktur. Investoren erwarten dafür zunehmend konkrete Ergebnisse. Die Quartalszahlen für das dritte Fiskalquartal, die am 28. April 2026 erwartet werden, dürften genau daran gemessen werden: Wie schnell wachsen Azure und Copilot, und wie entwickeln sich die Margen unter dem Kostendruck?

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