ABO WIND AG Aktie: Ziel verfehlt?
Die Restrukturierung von ABO Energy geht in die heiße Phase: Am 9. März 2026 entscheiden die Anleihegläubiger in Wiesbaden über die Zukunft des Erneuerbaren-Projektierers. Beim zweiten Anlauf gilt eine deutlich niedrigere Quorumshürde. Gleichzeitig meldet das Unternehmen trotz historischem Verlust operative Erfolge im Solargeschäft.
Der erste Versuch scheiterte knapp am Quorum: Zwar stimmte die Mehrheit für die Beschlussvorschläge zur Anleihe 2024/29, doch mit 38 Prozent Beteiligung wurde die notwendige Schwelle von 50 Prozent verfehlt. Bei der Präsenzversammlung in der IHK Wiesbaden genügen nun 25 Prozent – eine erhebliche Erleichterung.
CFO Alexander Reinicke wertet das Abstimmungsergebnis als "ermutigend". Die Gläubiger hätten erkannt, dass ihre Zustimmung für die anstehende Sanierung notwendig sei.
Was zur Abstimmung steht
Die Gläubiger sollen mehrere zentrale Änderungen beschließen: Die Negativverpflichtung in den Anleihebedingungen soll aufgehoben werden, da sie die Aufnahme neuer Kredite und Bürgschaften blockiert. Zudem entfällt das Kündigungsrecht bei Aufnahme von Umschuldungsverhandlungen. Weitere Kündigungsrechte werden befristet bis Ende Mai 2026 ausgesetzt.
Ein gemeinsamer Vertreter soll künftig die Interessen der Anleihegläubiger bündeln und im Restrukturierungsprozess handlungsfähig vertreten.
170 Millionen Euro Verlust als Auslöser
ABO Energy durchlebt die schwerste Krise seiner knapp 30-jährigen Geschichte. Für 2025 erwartet die Geschäftsführung einen Jahresfehlbetrag von rund 170 Millionen Euro – das erste Minus überhaupt. Die Konzerngesamtleistung liegt voraussichtlich bei 230 Millionen Euro.
Verantwortlich ist ein Mix aus internen und externen Faktoren. Im Heimatmarkt Deutschland drücken überzeichnete Wind-an-Land-Auktionen die Einspeisevergütungen. Wertberichtigungen im Umfang von 35 Millionen Euro wurden nötig. Hinzu kommen Projektverschiebungen von rund 40 Millionen Euro und negative Entwicklungen in Spanien, Finnland, Griechenland und Ungarn.
Bereits am 23. Januar 2026 schloss das Unternehmen eine Stillhaltevereinbarung mit den Gläubigern wesentlicher Finanzierungen ab. Die Banken gewähren Zeit für ein tragfähiges Sanierungskonzept.
Solargeschäft liefert Zuschläge
Parallel zur Finanzrestrukturierung sicherte sich ABO Energy Zuschläge für drei Solarparks mit insgesamt 50 Megawatt Leistung. Die Projekte in Schlangenbad (20 MWp), Ober-Olm (18,9 MWp) und Schieder-Schwalenberg (10,55 MWp) sollen ab Herbst 2026 gebaut werden. Sie sind Teil eines größeren Portfolios von acht Hybrid-Projekten mit 100 MWp Solar- und 80 MW Batteriespeicherkapazität.
Die Bundesnetzagentur-Ausschreibung war stark überzeichnet: 5.247 MW Gebote standen 2.328 MW ausgeschriebenem Volumen gegenüber. Der durchschnittliche Zuschlagswert lag bei 5,00 Eurocent pro Kilowattstunde. In allen drei Solar-Ausschreibungen 2025 konnte ABO Energy Zuschläge für rund 107 MW erzielen.
Die Geschäftsführung verweist auf die Projekt-Pipeline mit rund 30 Gigawatt Gesamtkapazität. Mehr als ein Drittel davon entfällt auf Deutschland und Frankreich.
Aktie unter Druck
Seit Jahresbeginn 2026 verlor die Aktie rund 52 Prozent. Das 52-Wochen-Tief lag am 17. Februar bei 4,25 Euro, das Hoch am 14. Juli 2025 bei 45,20 Euro. Am 24. Februar stieg der Kurs auf 6,70 Euro und kreuzte damit die 20-Tage-Linie nach oben.
Das angekündigte Effizienz- und Transformationsprogramm soll bereits im Geschäftsjahr 2026 wieder zu einem positiven Konzernergebnis führen. Die Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2025 ist für den 22. Juni 2026 geplant, die Hauptversammlung für den 13. August 2026. Der 9. März markiert den entscheidenden Meilenstein: Ohne Zustimmung der Gläubiger droht die Handlungsfähigkeit des Unternehmens weiter eingeschränkt zu bleiben.
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