Bei ABO Energy spitzt sich die Lage zu: Vom 10. bis 12. Februar 2026 – also ab heute – stimmen die Anleihegläubiger über zentrale Änderungen der Anleihebedingungen ab. Das Votum entscheidet maßgeblich darüber, ob der Wiesbadener Projektentwickler für erneuerbare Energien seine Sanierung erfolgreich umsetzen kann. Der Hintergrund: ein erwarteter Rekordverlust von 170 Millionen Euro für 2025 nach zweifacher Gewinnwarnung.

Worum die Anleihegläubiger abstimmen

Die Abstimmung betrifft die Unternehmensanleihe 2024/2029. Konkret sollen die Gläubiger auf die Negativverpflichtungsklausel verzichten. Dieser Schritt ist laut Ad-hoc-Meldung vom 23. Januar notwendig, um Sicherheiten für Zwischenfinanzierungen laufender Projekte bestellen zu können. Ohne diese Zustimmung wäre die Aufrechterhaltung des operativen Geschäfts gefährdet.

Das Management hatte die Details des Sanierungskonzepts bereits am 5. Februar in einer digitalen Informationsveranstaltung erläutert. Mit den Banken ist ABO Energy bereits einen Schritt weiter: Am 23. Januar wurde eine Stillhaltevereinbarung geschlossen, die Konsortialkredite, bilaterale Darlehen, ausgewählte Avallinien und Schuldscheindarlehen umfasst.

Vom Millionengewinn zum Rekordverlust

Die Krise eskalierte in zwei Schritten:

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  • 19. November 2025: Erste Korrektur von geplanten 29 bis 39 Millionen Euro Gewinn auf 95 Millionen Euro Verlust
  • 15. Januar 2026: Weitere Verschärfung auf 170 Millionen Euro Jahresfehlbetrag bei einer Konzerngesamtleistung von etwa 230 Millionen Euro

Als Ursachen nannte die Geschäftsführung Verschiebungen im Umfang von rund 40 Millionen Euro sowie Wertberichtigungen von etwa 35 Millionen Euro. Konkret verzögerten sich Rechteverkäufe von Wind- und Batterieprojekten in Deutschland sowie geplante Bauleistungen. Zusätzlich belasteten überzeichnete Wind-an-Land-Auktionen mit deutlich reduzierten Einspeisevergütungen das Ergebnis. Auch internationale Märkte wie Spanien, Finnland, Griechenland und Ungarn entwickelten sich negativ.

Sanierung mit externem CRO-Team

Für die Umsetzung der Sanierung hat ABO Energy die Beratungsgesellschaft Hübner Management eingebunden. Ein CRO-Team (Chief Restructuring Officer) steuert den Transformationsprozess. Ein externes Sanierungsgutachten sollte Anfang Februar als Entwurf vorliegen.

Parallel hat das Unternehmen bereits begonnen, Projekte zu veräußern: Am 28. Januar meldete ABO Energy den Verkauf von drei Solarparks in Frankreich mit einer Gesamtleistung von 85 Megawatt peak.

Die Projektpipeline bleibt substanziell: Laut Unternehmensangaben umfasst sie Wind-, Solar- und Batterieprojekte mit rund 30 Gigawatt Gesamtkapazität. Mehr als ein Drittel entfällt auf die Kernmärkte Deutschland und Frankreich. Die nächsten Tage zeigen, ob diese Basis ausreicht, um die Gläubiger zu überzeugen. Am 22. Juni folgt der Jahresabschluss 2025, der die Zahlen final bestätigen dürfte.

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