BYD bekommt Rückenwind von zwei Seiten: Jefferies hebt das Kursziel an, gleichzeitig schiebt der Konzern eine Produkt- und Europa-Offensive an. Nach einer deutlichen Korrektur sehen die Analysten wieder mehr Chancen auf eine Stabilisierung. Doch worauf stützt sich dieser Optimismus konkret?

Wichtigste Punkte von heute:
- Jefferies: Kursziel für die Hongkong-Aktie auf 105 HKD erhöht, Einstufung bleibt „Hold“
- Produktnews: Atto 3 Evo mit 800-Volt-System, größerem Akku und mehr Reichweite vorgestellt
- Europa-Pläne: Ausbau des Deutschland-Vertriebsnetzes und eigene Schnelllade-Infrastruktur angekündigt

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei BYD?

Jefferies: Korrektur eingepreist, Katalysatoren voraus

Jefferies hat das Kursziel für BYDs in Hongkong notierte Aktie auf 105 HKD angehoben und bleibt bei „Hold“. Begründung: Die Aktie habe vom Allzeithoch aus rund 40% korrigiert – aus Sicht der Analysten könnten damit viele bekannte Belastungsfaktoren bereits im Kurs enthalten sein.

Als mögliche Kurstreiber nennt Jefferies mehrere anstehende Ereignisse. Dazu zählt ein erwarteter „Tech Day“ zwischen Ende Februar und Anfang März sowie die Einführung neuer Modelle und Technologien. Gleichzeitig bleibt das Bild im Heimatmarkt gemischt: Die Inlandsverkäufe in China litten im Januar laut Jefferies unter Gegenwind und gingen um 30% zurück. Den Ausgleich sollen jedoch stärkere Auslandsmärkte bringen. Für 2026 prognostiziert Jefferies 1,5 Millionen Exportfahrzeuge, ein Plus von 43% gegenüber dem Vorjahr.

Atto 3 Evo: Technik-Upgrade als Argument

Passend zur These einer produktgetriebenen Erholung hat BYD heute das umfangreiche Update „Atto 3 Evo“ vorgestellt. Der kompakte SUV erhält eine 800-Volt-Architektur, die vor allem beim Laden ansetzt: Die Ladeleistung steigt auf 220 kW, der Akku soll sich damit von 10% auf 80% in 25 Minuten füllen lassen.

Auch beim Energiespeicher legt BYD nach. Die Batterie wächst auf 74,8 kWh (zuvor 60,5 kWh), die WLTP-Reichweite steigt auf 510 Kilometer. Zusätzlich kommt eine stärker auf Leistung ausgelegte Allrad-Version mit 330 kW, die den Sprint von 0 auf 100 km/h in 3,9 Sekunden schaffen soll. BYD positioniert diese Upgrades explizit als Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit in internationalen Märkten.

Deutschland und Europa: Ladenetz und Vertrieb im Fokus

Parallel dazu wurden Details zur Deutschland-Strategie für 2026 bekannt. Geplant ist die Einführung von „Megawatt Flash Charging“ mit bis zu 1.000 kW Ladeleistung. Damit sollen laut Bericht rund 400 Kilometer Reichweite in etwa fünf Minuten nachgeladen werden können. Starten soll die Technik im Frühjahr, zunächst über die Premium-Submarke Denza.

Ein weiterer Hebel ist der Vertrieb. BYD will sein Händlernetz in Deutschland von derzeit rund 120 Standorten auf 300 bis Ende 2026 ausbauen. Zusätzlich plant der Konzern, in Europa bis zu 300 Megawatt-Ladepunkte zu installieren.

Heute kam außerdem Rückenwind aus den globalen Absatzdaten: BYD hat laut veröffentlichten Zahlen im Gesamtjahr 2025 beim weltweiten Verkaufsvolumen Ford überholt und rangiert damit auf Platz sechs. Gegenwind gibt es dagegen auf politisch-rechtlicher Ebene: BYD verklagt die US-Regierung vor dem U.S. Court of International Trade wegen Zöllen unter dem IEEPA-Rahmen und fordert die Rückerstattung bereits gezahlter Abgaben. Flankierend meldete BYD heute zudem eine mehrjährige globale Partnerschaft mit Manchester City, als neuer offizieller Automobilpartner anstelle von Nissan.

In den nächsten Wochen dürften für die kurzfristige Einordnung vor allem zwei Punkte zählen: der erwartete Tech Day (Ende Februar/Anfang März) und wie schnell BYD die Europa-Pläne – Händlerausbau und eigene Ladeinfrastruktur – tatsächlich in die Umsetzung bringt.

BYD-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BYD-Analyse vom 11. Februar liefert die Antwort:

Die neusten BYD-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BYD-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 11. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

BYD: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...