ABO Energy hat ihre Prognose für das Geschäftsjahr 2025 erneut deutlich nach unten korrigiert und erwartet nun einen hohen Konzernverlust. Die Aktie ist daraufhin weiter unter Druck geraten und notiert klar unter der Marke von 7 Euro. Gleichzeitig passen Analysten ihre Einschätzungen an die verschlechterte Lage an und auch die Gläubiger rücken stärker in den Vordergrund. Wie gravierend ist die aktuelle Schieflage wirklich?

Deutlich höhere Verlustprognose

Auslöser der jüngsten Kursverluste ist eine Ad-hoc-Mitteilung mit einer massiven Anpassung der Erwartungen für 2025. Das Unternehmen rechnet inzwischen mit einem Konzernverlust von 170 Millionen Euro.

Noch im November lag die Prognose für 2025 bei minus 95 Millionen Euro. Innerhalb von rund zwei Monaten hat sich das erwartete Defizit damit fast verdoppelt. Begründet wird die Verschlechterung mit zusätzlichen Wertberichtigungen sowie Projektverschiebungen.

Diese Faktoren untergraben die Planungssicherheit und verstärken Zweifel an der Tragfähigkeit der bisherigen Annahmen. Der Fokus des Marktes liegt nun klar auf der notwendigen Bilanzsanierung.

Wichtige Kennzahlen im Überblick:

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  • Kurs Xetra (Schluss 16.01.2026): 6,96 Euro
  • Kurs Tradegate: 6,88 Euro (-3,91 %)
  • Prognose Jahresergebnis 2025: -170 Mio. Euro
  • Performance 12 Monate: -83,50 %
  • Marktkapitalisierung: ca. 64,8 Mio. Euro

Analysten senken Kursziele

Die Reaktion der Analysten ließ nicht lange auf sich warten. Das Bankhaus Metzler hat seine Einschätzung Mitte Januar angepasst. Die Einstufung wurde auf „Hold“ zurückgenommen, das Kursziel deutlich auf 10 Euro reduziert.

Damit liegt das neue Ziel zwar weiterhin über dem aktuellen Kursniveau, signalisiert aber ein stark eingetrübtes Chance-Risiko-Verhältnis. Kurzfristig trauen die Analysten der Aktie keinen klaren Erholungstrend zu, solange die Verlusterwartungen so hoch bleiben.

Kursverfall und Druck von der Anleihe-Seite

Der Blick auf die Kursentwicklung unterstreicht die Dimension der Krise. Auf Jahressicht hat die Aktie mehr als 83 Prozent an Wert verloren. Das 52-Wochen-Hoch von 47,30 Euro ist aus aktueller Sicht weit entfernt. Mit dem Bruch der 7-Euro-Schwelle droht eine weitere Stabilisierung erst auf deutlich tieferem Niveau.

Parallel rücken die Fremdkapitalgeber stärker in den Fokus. Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) hat Anleiheinvestoren bereits zur Bündelung ihrer Interessen aufgerufen. Das wird am Markt als Hinweis verstanden, dass die Risiken nicht auf den Aktienkurs begrenzt sind, sondern auch die Tragfähigkeit der Verbindlichkeiten betreffen können.

Am Xetra-Orderbuch zeigte sich zuletzt ein klares Übergewicht an Verkaufsaufträgen gegenüber Kaufgesuchen. Dieses Überangebot verstärkt den anhaltenden Abgabedruck und erschwert eine kurzfristige technische Gegenbewegung.

Fazit: Sanierung dominiert Bewertung

Die Lage ist von einer Kombination aus stark ausgeweiteter Verlustprognose, spürbaren Analysten-Herabstufungen und einem massiven Kursrückgang geprägt. Der erwartete Verlust von 170 Millionen Euro steht im Mittelpunkt jeder Bewertung und überlagert derzeit alle langfristigen Perspektiven.

Entscheidend für die weitere Entwicklung wird sein, ob es dem Unternehmen gelingt, die angekündigten Wertberichtigungen und Projektverschiebungen in den Griff zu bekommen und so den Weg für eine glaubhafte Bilanzsanierung zu öffnen. Solange dafür keine konkreten Fortschritte sichtbar werden, bleibt die Marktlage stark von Misstrauen und hohem Risikoaufschlag geprägt.

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