Der Göppinger Softwarekonzern verlässt den MDAX – und das zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Die Aktie notiert nahe ihrem Jahrestief, während institutionelle Investoren ihre Leerverkaufspositionen ausbauen. Gleichzeitig setzt TeamViewer auf eine erweiterte Microsoft-Integration, um das angeschlagene Geschäft zu stabilisieren.

Von MDAX zu SDAX: Der symbolische Fall

Ab dem 23. März 2026 ist TeamViewer nur noch im SDAX gelistet. Die Deutsche Börse vollzieht damit, was sich seit Monaten abzeichnete: Der massive Kursverlust hat das Unternehmen aus dem Kreis der mittelgroßen Werte verdrängt. Gemeinsam mit Carl Zeiss Meditec, Fielmann Group und Init Innovation steigt TeamViewer ab.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Minus 20 Prozent seit Jahresbeginn, minus 63 Prozent auf Zwölf-Monats-Sicht. Vom 52-Wochen-Hoch bei 13,42 Euro ist die Aktie mit aktuell 4,76 Euro weit entfernt.

Microsoft-Integration als Hoffnungsträger

Einen Tag vor Bekanntgabe des Indexwechsels kündigte TeamViewer erweiterte Funktionen für die Integration mit Microsoft Intune an. Die automatische Gerätesynchronisierung soll IT-Administratoren Verwaltungsaufwand abnehmen und Kosten senken. Unbeaufsichtigter Fernzugriff für Windows, macOS und Android wird ohne zusätzliche Company-Portal-App möglich.

Die Partnerschaft zielt auf das Enterprise-Segment, das mit 19 Prozent Wachstum der einzige Lichtblick im Portfolio ist. Mehr als 635.000 Kunden nutzen TeamViewer weltweit – doch die Wachstumsdynamik konzentriert sich zunehmend auf Großkunden.

Fundamentale Schwäche im Kerngeschäft

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei TeamViewer?

TeamViewer erfüllte 2025 die eigenen Prognosen mit 767,5 Millionen Euro Umsatz und einer bereinigten EBITDA-Marge von 44,3 Prozent. Der Ausblick für 2026 fällt jedoch ernüchternd aus: Währungsbereinigt rechnet das Management mit null bis drei Prozent Umsatzwachstum. Die Marge soll auf 43 Prozent sinken.

Besonders problematisch entwickelt sich das Geschäft mit kleinen und mittleren Unternehmen. Die Abwanderungsrate kletterte im vierten Quartal auf 16,4 Prozent. Auch die kürzlich übernommene 1E kämpft mit Schwierigkeiten. Der neue President of the Americas, Tim Koubek, soll das Enterprise-Geschäft ankurbeln – ein Bereich, der sich bislang als resistenter erweist.

Shortseller erhöhen den Druck

AQR Capital Management stockte seine Netto-Leerverkaufsposition von 4,40 auf 4,53 Prozent auf. Eine Quote über vier Prozent signalisiert erhebliche Skepsis bezüglich der kurzfristigen Aussichten. Auch Marshall Wace und GSA Capital Partners hielten ihre Positionen oder bauten sie leicht aus.

Analysten befürchten, dass KI-gestützte Lösungen klassische Remote-Dienste mittelfristig verdrängen könnten. Diese strukturellen Bedenken verstärken den Margendruck auf ein Geschäftsmodell, das bereits jetzt kaum noch wächst.

Entscheidende Wochen stehen bevor

Am 18. März veröffentlicht TeamViewer den Jahresbericht 2025. Die Quartalszahlen für Q1 folgen am 6. Mai samt Analystenkonferenz. Dort wird sich zeigen müssen, ob die strategische Neuausrichtung auf Enterprise-Kunden und die Microsoft-Integration operativ greifen. Der Chart spiegelt die Nervosität wider: Mit einem RSI von 27,6 bewegt sich die Aktie in überverkauftem Terrain, notiert aber weiterhin knapp über dem 52-Wochen-Tief von 4,52 Euro.

Anzeige

TeamViewer-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue TeamViewer-Analyse vom 6. März liefert die Antwort:

Die neusten TeamViewer-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für TeamViewer-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 6. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

TeamViewer: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...