Xiaomis Smartphone-Geschäft gerät unter strukturellen Druck — und die Investmentbanken ziehen die Konsequenzen. Goldman Sachs, J.P. Morgan und Morgan Stanley haben ihre Prognosen zuletzt teils deutlich angepasst. Das Bild, das sich dabei ergibt, ist widersprüchlich: ein Konzern, der gleichzeitig schrumpft und wächst.

Speicherchips verteuern das Kerngeschäft

Der Kern des Problems liegt im Speicherchip-Markt. Hyperscale-Anbieter wie Microsoft, Google und Amazon saugen die Produktionskapazitäten von Samsung, SK Hynix und Micron auf — für hochmargige Enterprise-Chips. Was übrig bleibt, wird teurer. Für Mittelklasse-Smartphones, Xiaomis Kerngeschäft, bedeutet das steigende Komponentenkosten bei gleichzeitig sinkendem Preissetzungsspielraum.

Die Folge: Die Bruttomarge im Smartphone-Segment brach auf nur noch 8,3 Prozent ein. Im vierten Quartal 2025 verzeichnete Xiaomi den ersten Gewinnrückgang seit drei Jahren. Das operative Ergebnis sank um knapp 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr — trotz eines Umsatzanstiegs auf rund 116,9 Milliarden Yuan. Xiaomi hat sein Smartphone-Auslieferungsziel für 2026 bereits von 180 Millionen auf rund 110 Millionen Einheiten korrigiert, was dem branchenweiten Rückgang entspricht: IDC erwartet für 2026 die niedrigsten globalen Smartphone-Verkäufe seit über einem Jahrzehnt.

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Analysten zwischen Kaufen und Abwarten

Die Einschätzungen der Banken gehen weit auseinander. Morgan Stanley bestätigt ein „Overweight"-Rating und verweist auf das breite Produktportfolio sowie die Elektrofahrzeug-Sparte als stabilisierende Faktoren. Goldman Sachs hält ebenfalls am Kaufrating fest, senkte aber sein 12-Monats-Kursziel von 47,50 auf 41 Hongkong-Dollar — begründet mit steigenden Vorleistungskosten und dem schrittweisen Wegfall staatlicher EV-Subventionen. Zudem erwartet Goldman, dass steigende F&E-Ausgaben den Nettogewinn 2026 auf rund 27,9 Milliarden Yuan drücken dürften, nach geschätzten 39,5 Milliarden Yuan im Vorjahr.

J.P. Morgan positioniert sich am vorsichtigsten: Das Neutral-Rating bleibt, das Kursziel liegt bei 38 Hongkong-Dollar. Die Bank rechnet mit niedrigeren Kerngewinnprognosen für 2026 und 2027 sowie einer gedämpften Erholung im Smartphone-Segment. Das gesamte Analystenspektrum reicht von 33 Hongkong-Dollar (Nomura) bis 71 Hongkong-Dollar (Deutsche Bank).

EV-Sparte liefert — aber zu welchem Preis?

Auf der anderen Seite steht ein bemerkenswert starkes Elektroauto-Jahr. Mit 410.000 ausgelieferten Fahrzeugen übertraf Xiaomi das ursprüngliche Ziel von 300.000 Einheiten deutlich. Das EV- und KI-Segment erzielte erstmals einen operativen Jahresgewinn von 900 Millionen Yuan und wuchs 2025 um rund 224 Prozent auf 106,1 Milliarden Yuan. Der Konzernumsatz stieg im Gesamtjahr um 25 Prozent auf 457 Milliarden Yuan, der Jahresüberschuss legte um mehr als 76 Prozent zu.

An der Börse spiegelt sich dieser Erfolg kaum wider. Die Aktie notiert rund 45 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch vom Juni 2025 und liegt mit 3,67 Euro nur knapp über dem Jahrestief. Das Short-Interest stieg im gleichen Zeitraum von etwa 2 auf 7,3 Prozent des Streubesitzes — ein deutliches Signal wachsender institutioneller Skepsis. Solange der Subventionsabbau im EV-Bereich und der Kostendruck bei Speicherchips anhalten, bleibt der Aufwärtsspielraum begrenzt.

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