Nach herben Kursverlusten und verfehlten Prognosen greift das Management von Kontron aktiv in das Marktgeschehen ein. Mit einem frisch gestarteten Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 50 Millionen Euro will der Vorstand den rasanten Abverkauf der vergangenen Wochen stoppen. Die Maßnahme trifft auf ein Marktumfeld, das die jüngsten Geschäftszahlen sowie den Ausblick äußerst kritisch bewertet hat.

Der Zeitpunkt für die Stützungsmaßnahme kommt nicht von ungefähr. Gestern markierte der Titel bei exakt 18,00 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Ausgelöst wurde diese Talfahrt durch eine technische Kettenreaktion: Zahlreiche Knock-out-Zertifikate mit Barrieren um die 20-Euro-Marke führten zuletzt zu automatischen Verkaufsorders. Um diesem Abwärtsdruck entgegenzuwirken, kauft das Unternehmen nun bis Ende September maximal 2,9 Millionen eigene Papiere zurück. Der Preisdeckel liegt dabei bei 24 Euro je Anteilsschein.

Belastungsfaktor Solargeschäft

Fundamental litten die Notierungen unter den durchwachsenen Ergebnissen für 2025. Obwohl das Konzernergebnis um beachtliche 56 Prozent auf 141,1 Millionen Euro kletterte und der operative Cashflow einen Rekordwert erreichte, verfehlte das operative Ergebnis die Erwartungen der Analysten.

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Ein wesentlicher Bremsklotz ist das Umwelttechnologiegeschäft. Der Solarsektor drückte mit einem negativen EBIT-Beitrag von acht Millionen Euro auf die Bilanz. Bis Ende 2026 plant das Management hier eine harte Restrukturierung. Diese umfasst den Abbau von 500 Stellen und verursacht Einmalkosten von etwa 25 Millionen Euro.

Auftragsbestand und Langfristziele

Auch der kurzfristige Ausblick auf das laufende Jahr enttäuschte den Markt. Die angepeilten 225 Millionen Euro beim bereinigten EBITDA liegen spürbar unter der durchschnittlichen Markterwartung von 246 Millionen Euro. Dennoch verzeichnet Kontron operative Lichtblicke. Der Auftragsbestand wuchs auf 2,5 Milliarden Euro an, was einem soliden Book-to-Bill-Verhältnis von 1,26 entspricht. Das Unternehmen gewinnt demnach deutlich mehr Aufträge hinzu, als es aktuell abarbeitet.

Trotz der aktuellen Hürden hält das Management an seinen ehrgeizigen Mittelfristzielen bis 2030 fest:
* Umsatz: 2,6 Milliarden Euro
* EBITDA: 420 Millionen Euro
* Umsatzanteil USA/China: Verdopplung auf rund 30 Prozent

Die Analysten von Jefferies werten die verbesserte Profitabilität des abgelaufenen Jahres positiv und bestätigten ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 27,0 Euro. Mit dem laufenden Rückkaufprogramm und der eingeleiteten Restrukturierung der unprofitablen Solarsparte hat der Vorstand nun konkrete Fakten geschaffen. Die erfolgreiche Umsetzung des Stellenabbaus sowie die Stabilisierung der Margen im laufenden Jahr bilden die operative Grundlage für das Erreichen der formulierten Ziele für 2030.

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