Fremantle hat 2025 fast 100 Millionen Euro abgeschrieben — und zeigt sich dennoch auf Wachstumskurs. Der Inhaltsproduzent der RTL Group zieht sich aus dem vollfinanzierten Filmgeschäft zurück, setzt auf Künstliche Intelligenz und schärft seinen Fokus auf den nordamerikanischen Markt. Ein Umbau mit klaren Konturen.

Strategischer Rückzug aus dem Filmgeschäft

Der Auslöser war eine strategische Inhaltsüberprüfung: Fremantle stellte sein vollfinanziertes Filmgeschäft ein, wertete Vorschüsse auf Distributionsrechte für hochwertige Dramaserien ab und revidierte bestimmte First-Look-Vereinbarungen. Der Gesamteffekt belief sich auf minus 95 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2025 — begleitet von einem Umsatzrückgang von 10 Prozent. Im Januar verließ Christian Vesper, der bisherige Chef des globalen Drama- und Filmbereichs, das Unternehmen. COO Andrea Scrosati übernimmt diesen Bereich seither kommissarisch.

Trotz der Belastungen stieg das bereinigte EBITA bei Fremantle um 2,3 Prozent auf 175 Millionen Euro — ein Ergebnis, das vor allem auf konsequente Kostendisziplin zurückzuführen ist.

KI als Kostenhebel, Nordamerika als Wachstumsmarkt

Fremantle will bis 2030 bis zu 15 Prozent seiner Produktionskosten durch den Einsatz von KI einsparen. Seit 2023 wurden bereits rund 550 Vollzeitstellen abgebaut. Zuletzt ernannte das Unternehmen Kevin Lingley zum Executive Vice President of AI und James Duffen zum Chef des neuen KI-Labels Imaginae Studios.

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Parallel dazu verstärkt Fremantle seine Präsenz in Nordamerika: Jimmy Fox, bisher für unscripted Development und Sales zuständig, übernimmt als President of Content and Strategy die Verantwortung für die gesamte Region. Zu seinem Portfolio zählen bereits Projekte wie der Netflix-Film Evil Influencer und die Neuauflage der Spielshow Match Game.

RTL Group: Streaming kurz vor der Profitabilität

Der Fremantle-Umbau ist Teil einer umfassenderen Transformation. RTL Groups Streaming-Umsatz wuchs 2025 um 26,3 Prozent auf 509 Millionen Euro, getragen von mehr zahlenden Abonnenten, höheren Abopreisen in Deutschland sowie wachsenden Werbeeinnahmen auf RTL+ und M6+. Ende 2025 überschritt RTL die Marke von 8 Millionen zahlenden Abonnenten. Im vierten Quartal war das Streaming-Geschäft nahezu ausgeglichen — für 2026 erwartet das Management den Sprung in die Profitabilität.

Für das Gesamtjahr 2026 peilt RTL einen Umsatz zwischen 6,1 und 6,2 Milliarden Euro an, bei einem bereinigten EBITA von rund 725 Millionen Euro.

Entscheidend für den weiteren Konzernkurs bleibt die geplante Übernahme von Sky Deutschland. Die EU-Kommission hat den 8. April als Frist für ihre Entscheidung gesetzt. Das Geschäft mit Comcast hat einen Basiswert von 150 Millionen Euro in bar, kann aber je nach Kursentwicklung der RTL-Aktie auf bis zu 527 Millionen Euro steigen. Synergien von rund 250 Millionen Euro jährlich werden ab dem dritten Jahr nach Abschluss erwartet — vor allem durch die Konsolidierung von IT, Einkauf und Marketing.

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