Volkswagen Aktie: China bremst
Volkswagen liefert für 2025 solide Zahlen – doch der Blick in die Regionen zeigt eine deutliche Schieflage. Europa und Südamerika legen zu, China und Nordamerika verlieren spürbar an Dynamik. Entscheidend wird nun, ob die geplante Produktoffensive 2026 die Schwächen in den Schlüsselmärkten ausgleichen kann.
Die Fakten im Überblick
- Weltweite Auslieferungen Kernmarke VW 2025: rund 4,73 Mio. Fahrzeuge
- Rückgang gegenüber Vorjahr: -1,4 %
- Europa: +5,1 % Auslieferungswachstum
- Südamerika: +18,5 % Auslieferungswachstum
- China: -8,4 % Auslieferungen, BEV-Auslieferungen -44,3 %
- Nordamerika: -8,2 % Auslieferungen
- Konzernweite BEV-Auslieferungen: +32 % auf 983.100 Fahrzeuge
- UBS-Rating: „Neutral“ unverändert
Kursseitig spiegelt sich die gemischte Lage in einer verhaltenen Entwicklung wider. Die Aktie notiert heute um die 102,30 Euro, nur leicht unter dem Vortag, liegt aber auf Sicht von 30 Tagen etwa vier Prozent im Minus. Gleichzeitig beträgt der Abstand zum 52‑Wochen-Hoch bei rund 110 Euro knapp sieben Prozent – von Panik ist also keine Spur, aber von Euphorie ebenso wenig.
Regionale Kluft bei den Auslieferungen
Volkswagen hat 2025 insgesamt etwas weniger Fahrzeuge der Kernmarke absetzen können. Der Rückgang von 1,4 Prozent wirkt auf den ersten Blick moderat, doch die Details zeigen einen deutlichen Bruch zwischen den Regionen.
In Europa konnte der Konzern seine starke Position festigen. Ein Plus von 5,1 Prozent bei den Auslieferungen unterstreicht, dass die Marke hier weiterhin gut angenommen wird. Auch in Südamerika lief das Geschäft mit einem Zuwachs von 18,5 Prozent deutlich besser, was die globale Bilanz sichtbar stabilisiert.
Ganz anders das Bild in den beiden großen Schlüsselmärkten China und Nordamerika. In China sanken die Auslieferungen um 8,4 Prozent. Damit verliert ein Markt an Schwung, der über Jahre als wichtigster Wachstumstreiber galt. In Nordamerika fiel das Minus mit 8,2 Prozent ähnlich deutlich aus. Volkswagen führt dies unter anderem auf US-Zölle zurück, die die Wettbewerbsfähigkeit ausgewählter Modelle beeinträchtigen.
Elektrostrategie mit Schwächen in China
Trotz der regionalen Bremsspuren kann Volkswagen beim Thema Elektromobilität insgesamt zulegen. Konzernweit stiegen die Auslieferungen vollelektrischer Fahrzeuge (BEVs) um 32 Prozent auf 983.100 Einheiten. Damit setzt der Konzern seine Transformation klar fort.
Allerdings zeigt sich auch hier die Schwachstelle China besonders deutlich. Ausgerechnet in diesem Schlüsselmarkt brachen die BEV-Auslieferungen um 44,3 Prozent ein. Hintergrund ist vor allem der verschärfte Wettbewerb: Lokale Hersteller drängen mit aggressiven Preisen und schnellen Modellzyklen auf den Markt und setzen etablierte Anbieter unter Druck. Der Einbruch bei den E-Autos in China ist damit mehr als nur eine Momentaufnahme – er signalisiert ein strukturelles Problem in einem zentralen Zukunftsfeld.
Die Schweizer Großbank UBS bleibt vor diesem Hintergrund bei ihrer Einstufung „Neutral“ für Volkswagen. In ihrer am 13. Januar veröffentlichten Studie verweist sie darauf, dass insbesondere die Entwicklung in China die Erwartungen der Anleger im Jahr 2026 belasten dürfte. Die Analyse betont damit die Risiken, die aus der Abhängigkeit von diesem Markt entstehen.
Bewertung am Markt und strategische Antworten
Am Aktienmarkt spiegelt sich die Lage in einem eher abwartenden Kursverlauf. Mit einem 14‑Tage‑RSI von 27,8 ist die Aktie technisch in einem überverkauften Bereich angekommen, während der Kurs nur knapp über dem 50‑Tage-Durchschnitt von 101,91 Euro notiert und etwa sechs Prozent über der 200‑Tage-Linie liegt. Das deutet auf eine gewisse Nervosität, aber keine Ausverkaufsstimmung hin.
Auf strategischer Seite versucht der Konzern gegenzusteuern. Die Zahlen für 2025 machen deutlich, dass das Geschäftsmodell in konjunkturell und politisch anspruchsvollen Regionen wie China und den USA anfällig ist. Gleichzeitig unterstreicht das Plus in Europa und Südamerika, dass die Marke global nicht an Strahlkraft verloren hat.
Vertriebsvorstand Martin Sander betont, Volkswagen sei trotz des herausfordernden Umfelds für 2026 gut aufgestellt. Im Zentrum steht dabei eine umfassende Produktoffensive, die vor allem die Schwächen in China adressieren soll.
Ausblick auf 2026: Produktoffensive im Fokus
Für 2026 plant Volkswagen eine Reihe neuer Modelle, um die Nachfrage wieder anzuschieben und regionale Rückgänge auszugleichen. Besonders in China ist eine Offensive mit mehr als zehn neuen elektrifizierten Modellen angekündigt. Ziel ist es, das Angebot stärker an lokale Kundenbedürfnisse und den intensiven Preiswettbewerb anzupassen.
Global setzt der Konzern zudem auf erschwinglichere Elektrofahrzeuge im Volumensegment. Modelle wie der angekündigte ID.Polo sollen den Einstieg in die Elektromobilität erleichtern und zusätzliche Käuferschichten ansprechen. Damit will Volkswagen einerseits das BEV-Wachstum stabilisieren und andererseits die zuletzt schwächeren Stückzahlen auffangen.
Ein wichtiger nächster Fixpunkt für den Markt ist der 10. März 2026. Auf der Jahrespresse- und Investorenkonferenz will Volkswagen einen detaillierten Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr sowie weitere strategische Maßnahmen vorstellen. Spätestens dann dürfte klarer werden, wie konsequent der Konzern die Herausforderungen in China und Nordamerika adressiert und welche Rolle die neue Modellpalette in der Ertragsentwicklung spielen soll.
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