Valneva zieht beim Chikungunya-Impfstoff die Kontrolle vollständig an sich und stellt damit die Weichen für die nächsten Jahre neu. Parallel rückt der mögliche Blockbuster gegen Lyme-Borreliose in die entscheidende Phase. Wie klar ist der Kurs des Impfstoffspezialisten zum Start ins Jahr 2026 wirklich?

Chikungunya-Impfstoff: Volle Kontrolle statt Partnerschaft

Kern der aktuellen Entwicklung ist die sofortige Rückübernahme aller Rechte am Chikungunya-Impfstoff Ixchiq. Die zuvor vereinbarte Zusammenarbeit mit dem Serum Institute of India (SII) zur Versorgung von Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen wird im gegenseitigen Einvernehmen beendet.

Valneva übernimmt damit direkt:

  • die vollständige Lieferkette des Impfstoffs
  • die Vermarktung in endemischen Hochrisikogebieten
  • die operative Verantwortung für einen schnelleren Zugang in besonders betroffenen Regionen

Statt auf einen starken Fertigungspartner zu setzen, entscheidet sich das Unternehmen nun für maximale Eigenständigkeit bei einem bereits zugelassenen Produkt. Das erhöht den Einfluss auf Preisgestaltung, Margen und strategische Prioritäten – verlangt aber auch mehr operative Schlagkraft.

Finanzierung schafft Spielraum

Möglich wird dieser Schritt durch die im Herbst 2025 gesicherte Finanzierung. Im Oktober erhielt Valneva eine Kreditlinie von bis zu 500 Millionen US‑Dollar. Diese Kapitalbasis verschafft dem Unternehmen den notwendigen Spielraum, Produktion und Vertrieb von Ixchiq eigenständig aufzubauen und zu skalieren, ohne kurzfristig neue Partnerschaften eingehen zu müssen.

Wichtige Eckpunkte im Überblick:

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  • Kreditlinie: bis zu 500 Mio. US‑Dollar
  • Ziel: Unabhängige Steuerung von Produktion und Kommerzialisierung
  • Fokus: Stärkung der eigenen Wertschöpfung rund um Ixchiq

An der Börse wurde die Neuaufstellung zum Wochenausklang positiv aufgenommen. Die Aktie legte am Freitag zu und bewegt sich mit einem Schlusskurs von 4,05 US‑Dollar leicht über dem 50‑ und 100‑Tage-Durchschnitt. Gleichzeitig bleibt der Titel deutlich unter dem 52‑Wochen-Hoch, was den Spielraum nach oben unterstreicht.

Auffällig ist dabei der sehr niedrige 14‑Tage‑RSI von 18,9, der auf eine kurzfristig überverkaufte Situation hindeutet. Trotz einer 7‑Tage-Schwäche von rund 3,8 % liegt die Aktie auf Jahressicht mit einem Plus von über 78 % klar im Aufwärtstrend, unterstützt durch einen Abstand von knapp 15 % über dem 200‑Tage-Durchschnitt.

Lyme-Impfstoff als möglicher Haupttreiber

So wichtig die strategische Wende bei Ixchiq ist – der zentrale Kurstreiber für das erste Halbjahr 2026 bleibt das Lyme-Borreliose-Projekt VLA15. Hier stehen im laufenden Jahr entscheidende Meilensteine an.

Die Schlüsselpunkte:

  • Phase‑3-Daten: Ergebnisse der VALOR-Studie werden noch im ersten Halbjahr 2026 erwartet.
  • Partner Pfizer: Bei überzeugenden Daten plant Pfizer, noch 2026 Zulassungsanträge in den USA und Europa einzureichen.
  • Alleinstellungsmerkmal: VLA15 ist derzeit der einzige Lyme-Impfstoff weltweit in einer fortgeschrittenen klinischen Phase.

Damit bündelt sich ein erheblicher Teil der mittelfristigen Bewertungserwartung auf den Studienverlauf und die anschließende Regulierungsagenda. Positive Phase‑3-Daten könnten das Geschäftsprofil von Valneva grundlegend verändern, während Verzögerungen oder schwächere Ergebnisse entsprechend belasten würden.

Fazit: Mutiger Schritt, klarer Newsflow

Zum Jahresstart 2026 präsentiert sich die Aktie in einer spannenden Kombination aus operativer Neuausrichtung und bevorstehenden Datenhighlights. Die Auflösung der SII-Partnerschaft und die vollständige Kontrolle über Ixchiq sind ein klarer Schritt hin zu mehr Eigenständigkeit, gestützt durch eine solide Finanzierung.

Kurzfristig dürfte der Markt vor allem darauf achten, wie reibungslos Valneva die Lieferkette und Vermarktung des Chikungunya-Impfstoffs in Eigenregie organisiert. Mittelfristig bleibt jedoch der Newsflow rund um die Phase‑3‑Daten von VLA15 der dominierende Faktor. Gelingt hier im ersten Halbjahr 2026 der erwartete Fortschritt, hätte die Aktie sowohl fundamental als auch charttechnisch Rückenwind, zumal der aktuelle Abstand zum 52‑Wochen-Hoch von gut 21 % noch deutliches Potenzial signalisiert.

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