Impfstoff-Durchbruch auf der einen, Stellenabbau auf der anderen Seite – selten war ein Handelstag so widersprüchlich wie der 26. November für Valneva-Anleger. Während die finalen Phase-2-Daten zum Lyme-Borreliose-Impfstoff VLA15 die Aktie zeitweise um über 7% nach oben katapultierten, folgte nur Stunden später die Hiobsbotschaft: Der französische Standort in Nantes wird geschlossen, 30 Mitarbeiter verlieren ihren Job. Kann der Pipeline-Fortschritt die Strukturprobleme des Unternehmens wirklich überdecken?

VLA15: Der Impfstoff, auf den die Welt wartet?

Die Phase-2-Studie VLA15-221 lieferte genau die Ergebnisse, die Valneva und Partner Pfizer erhofft hatten. Sechs Monate nach der dritten jährlichen Auffrischungsdosis zeigten Probanden über alle Altersgruppen hinweg eine robuste Immunantwort – und zwar gegen alle sechs relevanten Serotypen des Lyme-Erregers. Das unabhängige Data Monitoring Committee fand keinerlei Sicherheitsbedenken.

Die wichtigsten Fakten im Überblick:

  • Antikörperspiegel blieben deutlich über dem Ausgangswert
  • Jährliche Auffrischung vor jeder Lyme-Saison bestätigt ihre Wirksamkeit
  • Phase-3-Studie VALOR mit über 9.400 Teilnehmern bereits vollständig abgeschlossen
  • Ergebnisse werden im ersten Halbjahr 2026 erwartet

Dr. Juan Carlos Jaramillo, Chief Medical Officer von Valneva, betonte die Dringlichkeit: „Lyme-Borreliose breitet sich geografisch weiter aus und bleibt ein ungedeckter medizinischer Bedarf." Tatsächlich wäre VLA15 bei Zulassung der erste Lyme-Impfstoff seit über 20 Jahren – ein Milliardenmarkt wartet.

Pfizer plant bei positivem Phase-3-Ausgang die Zulassungsanträge bei FDA und EMA bereits 2026 einzureichen. Das Zeitfenster bis zur möglichen Markteinführung schrumpft damit rapide.

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Nantes wird dichtgemacht: Effizienz auf Kosten der Mitarbeiter

Doch während die Pipeline Hoffnung weckt, offenbart die Standortschließung die angespannte Lage des Konzerns. Von 39 Stellen in Nantes fallen 30 weg – primär in Forschung und Entwicklung. Die verbleibenden Aktivitäten werden nach Lyon verlagert, F&E komplett in Wien zentralisiert.

Die Begründung des Unternehmens klingt nüchtern kalkuliert:

  • Hohe Fixkosten der Nantes-Infrastruktur
  • Überlappende F&E-Aktivitäten mit Wien
  • Null Umsatzgenerierung am Standort

Valneva beschäftigt weltweit rund 700 Mitarbeiter – jede zehnte Stelle in Frankreich verschwindet nun. Das Unternehmen betont zwar, keine präklinischen Programme einzustellen, doch die Botschaft ist unmissverständlich: Ohne baldige Umsatzsprünge bleibt der Sparzwang bestehen.

Zwischen Pipeline-Versprechen und Kostenrealität

Die Aktie schloss am Freitag bei 4,00 Euro – ein Minus von knapp 7% gegenüber dem Vortag. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 71%, über zwölf Monate sogar von 114%. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 5,16 Euro beträgt allerdings bereits 22,5%.

Mit einem RSI von nur 18,9 gilt die Aktie als deutlich überverkauft. Die extreme Volatilität von 43,8% spiegelt die Unsicherheit wider: Wird VLA15 zum Blockbuster oder verpuffen die Erwartungen wie schon bei früheren Kandidaten?

Die Antwort dürfte in der ersten Jahreshälfte 2026 fallen – dann präsentiert Valneva die entscheidenden Phase-3-Daten. Bis dahin bleibt der Titel ein Wette auf den Durchbruch in einem Milliardenmarkt, während das operative Geschäft weiter auf Sparflamme läuft.

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