Siemens Energy nimmt heute 2 Milliarden Euro in die Hand – der offizielle Startschuss für das angekündigte Aktienrückkaufprogramm ist gefallen. Der Energietechnikkonzern untermauert damit seinen operativen Turnaround mit harten Kapitalrückflüssen an die Aktionäre. Nach Jahren der Durststrecke folgen nun Dividenden, Milliarden-Rückkäufe und Rekordaufträge.

2 Milliarden Euro bis September – 6 Milliarden bis 2028

Das heute gestartete Programm läuft bis spätestens 30. September 2026 und umfasst bis zu 2 Milliarden Euro oder maximal 70 Millionen Aktien. CEO Christian Bruch bekräftigte das größere Bild: Bis Ende des Geschäftsjahres 2028 sollen insgesamt bis zu 6 Milliarden Euro in eigene Aktien fließen. Parallel investiert der Konzern rund 3,5 Milliarden Euro in Standorte sowie Forschung und Entwicklung.

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Der Rückkauf folgt unmittelbar auf die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung. Erstmals seit 2022 erhielten Aktionäre eine Ausschüttung – 0,70 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025, abgesegnet mit 99,99 Prozent Zustimmung. Möglich wurde dies durch die vorzeitige Rückzahlung einer deutschen Staatsgarantie, die Dividendenbeschränkungen ausgelöst hatte.

Rekordaufträge und Gewinnsprung als Fundament

Die Kapitalmaßnahmen basieren auf einer deutlich verbesserten Ertragslage. Der Gewinn nach Steuern sprang im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres auf 746 Millionen Euro. Der Auftragseingang kletterte um 33 Prozent auf 17,6 Milliarden Euro – der Auftragsbestand erreichte mit 146 Milliarden Euro ein neues Allzeithoch.

Besonders stark zeigte sich das Gas-Services-Segment: 102 Gasturbinen wurden im ersten Quartal gebucht, das beste Quartalsergebnis in der Unternehmensgeschichte. Der Umsatz stieg vergleichbar um 12,8 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro, angeführt von Grid Technologies mit einem Wachstum von 26,9 Prozent.

KI-Boom treibt Netzausbau und Rechenzentren

CEO Bruch verweist auf die stark gestiegene Nachfrage nach Netzinfrastruktur, Gasturbinen und Stromsystemen für Rechenzentren. Siemens Energy weitet die Fertigungskapazitäten aus: Im Geschäftsjahr 2025 eröffnete das Unternehmen sieben neue Werke und schuf 4.000 Stellen, viele davon in Europa. In den USA kündigte der Konzern ein Investitionsprogramm von 1 Milliarde US-Dollar an, das zwei Ausbildungszentren und 1.500 neue Stellen umfasst.

Gamesa: Fortschritte, aber noch kein Durchbruch

Die Windkrafttochter Siemens Gamesa bleibt der kritische Faktor. Der operative Verlust schrumpfte drastisch von 1,36 Milliarden Euro im Vorjahr auf 46 Millionen Euro. Dennoch fordert Aktivistinvestor Ananym Capital weiterhin eine Abspaltung. Große institutionelle Anleger wie DWS und Union Investment lehnen einen voreiligen Spin-off ab, solange der Break-even für 2026 in Reichweite scheint.

Aufsichtsratschef Joe Kaeser bekräftigte das Ziel, dass das Windgeschäft im laufenden Geschäftsjahr die Gewinnschwelle erreicht. Langfristig soll eine zweistellige operative Marge angepeilt werden. CEO Bruch nannte eine Marge von 3 bis 5 Prozent bis 2028 als Zwischenziel.

Ausblick: Ambitionierte Ziele und Fokus auf Gamesa

Für das Gesamtjahr 2026 peilt Siemens Energy ein Umsatzwachstum zwischen 11 und 13 Prozent an. Die bereinigte Gewinnmarge soll in einer Spanne von 9 bis 11 Prozent liegen, der Free Cashflow vor Steuern zwischen 4 und 5 Milliarden Euro. Für 2028 hat das Management das Margenziel auf 14 bis 16 Prozent angehoben.

Der nächste Quartalsbericht am 12. Mai wird zeigen, ob Gamesa tatsächlich den Break-even erreicht. Ein Verfehlen dieses Ziels könnte den Druck für eine Trennung von der Windsparte deutlich erhöhen. Bis dahin dürfte der heute gestartete Rückkauf als konkretes Signal für die operative Stärke des Kerngeschäfts wirken.

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