Die Phase-3-Daten für den Borreliose-Impfstoff von Valneva und Pfizer liefern ein paradoxes Bild. Obwohl das Vakzin eine Schutzwirkung von über 70 Prozent aufweist, verfehlte die Studie ein vorab definiertes statistisches Kriterium. Dieser formale Makel löste einen massiven Ausverkauf aus. Nun richtet sich der Fokus auf die Zulassungsbehörden, die über das Schicksal des einzigen Borreliose-Kandidaten in der späten Entwicklung entscheiden müssen.

Der statistische Stolperstein

Klinisch betrachtet liefert der Impfstoffkandidat PF-07307405 ermutigende Resultate. Die Wirksamkeit lag 28 Tage nach der vierten Dosis bei 73,2 Prozent. Allerdings erreichte die Untergrenze des Konfidenzintervalls mit 15,8 Prozent nicht die zwingend vorgeschriebene Schwelle von 20 Prozent. Laut den Projektpartnern traten im Studienzeitraum schlichtweg weniger Borreliose-Fälle auf als kalkuliert, was die statistische Aussagekraft verwässerte. Eine zweite Analyse, die nur einen Tag nach der vierten Dosis durchgeführt wurde, erfüllte die Kriterien hingegen problemlos.

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Der Kapitalmarkt strafte diese regulatorische Unsicherheit hart ab. In den vergangenen sieben Tagen verlor das Papier knapp 38 Prozent an Wert und notiert aktuell bei 2,82 Euro. Mit einem RSI von 18,9 befindet sich der Titel derzeit in einem stark überverkauften Bereich.

Pfizer forciert die Zulassung

Trotz des verfehlten primären Endpunkts halten Pfizer und Valneva an ihrem Zeitplan fest. Noch im Jahr 2026 planen die Unternehmen Zulassungsanträge bei der US-Gesundheitsbehörde FDA sowie der Europäischen Arzneimittelagentur. Das Hauptargument für eine Zulassung liegt im hohen medizinischen Bedarf, da weltweit kein zugelassener Borreliose-Impfstoff für Menschen existiert.

Finanziell steht Valneva für diesen Prozess auf einem soliden Fundament. Das Unternehmen beendete das Jahr 2025 mit liquiden Mitteln in Höhe von 109,7 Millionen Euro bei einem Gesamtumsatz von 174,7 Millionen Euro. Eine erfolgreiche Zulassung des Borreliose-Vakzins würde erhebliche vertragliche Zahlungen von Pfizer auslösen:

  • Initiale Meilensteinzahlungen: 143 Millionen US-Dollar
  • Umsatzabhängige Lizenzgebühren: 14 bis 22 Prozent
  • Kumulative Umsatzmeilensteine: bis zu 100 Millionen US-Dollar

Mitte 2026 steht für Valneva bereits der nächste fundamentale Katalysator an. Dann veröffentlicht das Unternehmen erste Phase-2-Daten für den Shigella-Impfstoffkandidaten S4V2, der bereits den Fast-Track-Status der FDA besitzt. Bis zur tatsächlichen Einreichung der Borreliose-Daten im Laufe dieses Jahres bleibt die Interpretation der Studiendaten durch die Zulassungsbehörden der bestimmende Faktor für die Bewertung der Aktie.

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