Ausgerechnet jetzt. Während Heidelberger Druckmaschinen den Einstieg in den Verpackungsdruck vorbereitet, ist der Technologiepartner ins Straucheln geraten. Manroland Sheetfed, dessen Maschine die Basis für Heidelbergs neuen Cartonmaster CX 145 bildet, hat Anfang März ein Schutzschirmverfahren eingeleitet. Für Heidelberg beginnt damit ein unfreiwilliger Stresstest.

Festhalten am Kurs trotz Partnerinsolvenz

Ab April soll die erste Demomaschine des Cartonmaster CX 145 am Standort Wiesloch-Walldorf installiert werden — trotz der finanziellen Schieflage von Manroland Sheetfed. Heidelberg bekennt sich ausdrücklich zur Kooperation und übernimmt weltweit Vertrieb, Installation, Service und Verbrauchsmaterialversorgung. Die Maschine basiert auf Manrolands Roland Evolution 900 und soll in den Prinect Workflow sowie Drittanbieter-Systeme integriert werden.

Strategisch macht der Schritt Sinn. Der Verpackungsdruck gilt als deutlich stabiler als das stagnierende klassische Werbegeschäft, und mit dem Cartonmaster schließt Heidelberg eine Lücke im eigenen Portfolio zwischen Speedmaster und Boardmaster. Ob die Kooperation die Insolvenz des Partners operativ überlebt, wird die Inbetriebnahme im April zeigen.

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Operative Fortschritte, schwacher Auftragseingang

Die Neunmonatszahlen des laufenden Geschäftsjahres liefern ein zweigeteiltes Bild. Der Umsatz stieg um 6,1 Prozent auf 1,602 Milliarden Euro, die bereinigte EBITDA-Marge verbesserte sich auf 7,1 Prozent, das Nettoergebnis kletterte auf 17 Millionen Euro. Belastet wurden die Zahlen durch negative Währungseffekte von rund 44 Millionen Euro.

Auf der anderen Seite trübt ein rückläufiger Auftragseingang das Bild. Das Management erwartet für das Gesamtjahr nur das untere Ende der angestrebten EBITDA-Marge von acht Prozent. Als Ursache nennt Heidelberg einen schrumpfenden Gesamtmarkt — der chinesische Markt, einst für 40 Prozent der globalen Druckmaschinenkäufe verantwortlich, ist massiv eingebrochen. Manrolands Schieflage ist letztlich ein direktes Symptom desselben Drucks.

Drohnen-Joint-Venture wartet auf Zulassung

Als zweite Diversifizierungssäule hat Heidelberg gemeinsam mit dem US-Unternehmen Ondas Holdings das Joint Venture ONBERG Autonomous Systems gegründet. Das in Brandenburg an der Havel ansässige Unternehmen, an dem Heidelberg 49 Prozent hält, entwickelt autonome Drohnenverteidigungssysteme für Europa. Die anfängliche Begeisterung hat sich jedoch abgekühlt: Für den operativen Start in Deutschland und der Ukraine stehen regulatorische Genehmigungen noch aus.

Wie viel das Drohnengeschäft zum schwächelnden Kerngeschäft beitragen kann, muss der Jahresbericht am 10. Juni 2026 belegen. Bis dahin gilt die reibungslose Inbetriebnahme des Cartonmaster im April als erster konkreter Indikator dafür, ob Heidelbergs Umbaukurs auch unter widrigen Umständen trägt.

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