UnitedHealth Aktie: CEO unter Beschuss
Der Gesundheitskonzern UnitedHealth Group steht erneut in der Kritik. Laut einem Bericht des Wall Street Journal hat CEO Stephen Hemsley über Jahre hinweg privat in Healthcare-Startups investiert – darunter Firmen, die Geschäftsbeziehungen mit UnitedHealth unterhalten oder in direkter Konkurrenz zum Konzern stehen. Die Investments wurden weder von den empfangenden Unternehmen öffentlich gemacht noch gegenüber den Aktionären offengelegt.
Zentrale Fakten:
- Hemsley investierte über sein 2019 gegründetes Unternehmen Cloverfields Capital Group LP
- Investitionen erstreckten sich über mindestens sieben Jahre
- Ziele: u.a. ein Impfstoff-Dienstleister mit UnitedHealth-Geschäft und ein digitaler Gesundheitsanbieter mit konkurrierenden Produkten
- UnitedHealth: Hemsley halte sich an Richtlinien zur Vermeidung von Interessenkonflikten
Ethik-Experten sehen Konfliktpotenzial
Der 73-jährige Hemsley tätigte die Investments in zweistelliger Millionenhöhe über seine eigene Investment-Firma. Die Offenlegung erfolgte weder durch die finanzierten Startups noch durch UnitedHealth selbst. Ethik-Spezialisten, die das Wall Street Journal zitiert, betonen, dass derartige private Beteiligungen eines amtierenden CEOs grundsätzlich Interessenkonflikte schaffen können.
UnitedHealth weist die Vorwürfe zurück und verweist auf die Einhaltung interner Compliance-Vorgaben. Dennoch wirft die Enthüllung Fragen zur Corporate Governance auf – insbesondere vor dem Hintergrund, dass Hemsley seit zwei Jahrzehnten eine prägende Figur im Unternehmen ist und maßgeblich dessen Aufstieg zum Healthcare-Giganten verantwortete.
Rückkehr unter schwierigen Vorzeichen
Die Enthüllungen kommen zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Hemsley war im Mai 2025 als CEO zurückgekehrt, nachdem sein Nachfolger Andrew Witty das Unternehmen verlassen hatte. Sein Comeback sollte Stabilität in einer Phase verschärfter Regulierung und operativer Herausforderungen bringen. Hemsley hatte UnitedHealth bereits über ein Jahrzehnt als CEO geführt, bevor er 2017 in die Chairman-Rolle wechselte.
Doch die aktuelle Lage ist angespannt. Ende Januar 2026 brach die Aktie um knapp 20 Prozent ein, nachdem das Unternehmen erstmals seit Jahrzehnten einen Umsatzrückgang prognostizierte. Für 2026 rechnet UnitedHealth mit Erlösen von rund 439 Milliarden Dollar – ein Minus von zwei Prozent gegenüber den 447,6 Milliarden Dollar im Vorjahr.
Medicare-Raten enttäuschen deutlich
Verschärft wurde die Situation durch die Ankündigung der Centers for Medicare & Medicaid Services (CMS), die Medicare-Advantage-Sätze 2027 lediglich um 0,09 Prozent anzuheben. Analysten hatten mit vier bis sechs Prozent gerechnet. Die mageren Erhöhungen treffen nicht nur UnitedHealth, sondern die gesamte Branche – auch Konkurrenten wie CVS Health und Humana verzeichneten deutliche Kursverluste.
Mitte Februar zeigte die Aktie erste Erholungstendenzen. Am 13. Februar legte sie um 3,1 Prozent zu und trug aufgrund der preisgewichteten Dow-Jones-Methodik über 55 Punkte zum Index bei.
Regulatorischer Druck wächst
Neben der Investment-Affäre sieht sich UnitedHealth mit weiteren regulatorischen Baustellen konfrontiert:
- Kartellrechtliche Prüfung: Das Justizministerium untersucht, ob die Kombination aus Versicherungs- und Anbietergeschäft Wettbewerbsverzerrungen schafft
- PBM-Transparenz: Neue Regeln des Arbeitsministeriums könnten das Geschäftsmodell von Optum Rx belasten
- Medicare-Abrechnungen: Ein Bericht des Senatsfinanzausschusses vom Januar 2026 stellte Fragen zu Risikoanpassungs-Praktiken
Die Häufung der Herausforderungen setzt das Management unter Druck. Ob Hemsleya Rückkehr die erhoffte Stabilisierung bringt, hängt nun auch davon ab, wie das Unternehmen die Governance-Fragen um seine Person beantwortet.
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