Rekordgewinne auf der einen Seite, regulatorischer Gegenwind und ein laufender Führungswechsel auf der anderen — die UBS steckt in einem klassischen Widerspruch. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 20 Prozent verloren, obwohl die Bank operativ so stark dasteht wie seit Jahren nicht.

Glänzende Zahlen, trübe Stimmung

Für das Geschäftsjahr 2025 meldete UBS einen Nettogewinn von 7,8 Milliarden US-Dollar — ein Plus von 53 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die verwalteten Vermögen überstiegen erstmals die Marke von sieben Billionen Dollar. Aktionäre profitieren von einer um 22 Prozent erhöhten Dividende von 1,10 Dollar je Aktie. Die Credit-Suisse-Integration macht Fortschritte: Bis Ende März sollen nahezu alle Kundenkonten migriert sein, die kumulierten Kosteneinsparungen liegen bereits bei 10,7 Milliarden Dollar.

Trotzdem will der Kurs nicht anspringen. Der Grund liegt weniger in der Bilanz als im politischen Umfeld.

Eigenkapitaldebatte als Kursbremse

Die Schweizer Regierung hat strengere Eigenkapitalvorschriften vorgeschlagen, die UBS zur Haltung von zusätzlich 26 Milliarden Dollar an Kernkapital zwingen würden. Die Bank lehnt dies entschieden ab und bezeichnet die Pläne als weder verhältnismäßig noch international ausgerichtet. Aktienrückkäufe wären unter den neuen Regeln deutlich eingeschränkt.

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Ein Kompromiss zeichnet sich ab: Die größte Fraktion im Schweizer Parlament unterstützt einen Vorschlag, der UBS erlauben würde, AT1-Wandelanleihen zur Erfüllung eines Teils der Kapitalanforderungen einzusetzen. Das würde den tatsächlichen Eigenkapitalbedarf erheblich reduzieren. Da keine Änderung vor 2027 in Kraft treten dürfte, hält UBS an ihrem Renditeziel von rund 15 Prozent auf das CET1-Kapital bis Ende 2026 fest.

Verwaltungsrat wird neu aufgestellt

Parallel bereitet UBS einen Generationenwechsel in der Führung vor. Zur Generalversammlung am 15. April kandidieren Agustín Carstens, ehemaliger Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, und Luca Maestri, bekannt als langjähriger CFO von Apple. Beide sollen Expertise in Regulierung, Geldpolitik und Finanzsteuerung einbringen.

Gleichzeitig scheiden drei langjährige Mitglieder aus — darunter Vizepräsident Lukas Gähwiler, der die Credit-Suisse-Integration maßgeblich begleitet hat.

Den nächsten konkreten Gradmesser liefert UBS am 29. April mit den Zahlen für das erste Quartal 2026. Bis dahin dürfte der Ausgang der Eigenkapitaldebatte in Bern der entscheidende Kurstreiber bleiben.

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