UBS Aktie: Schattenseiten offenkundig
Die Übernahme der Credit Suisse bescherte der UBS nicht nur Milliarden, sondern auch juristische Sprengkraft. Vor einem New Yorker Bundesgericht ringt die Schweizer Großbank derzeit um Schutz vor neuen Klagen im Zusammenhang mit geerbten Holocaust-Konten. Kann sich das Institut endgültig von diesem dunklen Kapitel freikaufen?
Streit um Konten aus der NS-Zeit
Der Kern des Konflikts liegt in einer Untersuchung aus dem Jahr 2020. Diese deckte 890 Konten der ehemaligen Credit Suisse auf, die Verbindungen zu den Nationalsozialisten aufwiesen – darunter Konten des deutschen Auswärtigen Amtes und der SS. Bei einer Anhörung in Brooklyn forderte die UBS am Dienstag eine richterliche Garantie, dass ein historischer Vergleich aus dem Jahr 1999 über 1,25 Milliarden Dollar auch alle zukünftigen Ansprüche abdeckt.
Die Bank weigert sich derzeit, rund 150 intern geschützte Dokumente an den zuständigen Ermittler herauszugeben, solange diese rechtliche Absicherung fehlt. Das Simon Wiesenthal Center stellt sich gegen diesen Vorstoß. Beide Parteien verließen den Gerichtssaal ohne Einigung, was den Druck auf die Schweizer Bank weiter hochhält.
Starke Zahlen verpuffen
Operativ läuft es für die UBS nach der historischen Übernahme eigentlich hervorragend. Die jüngsten Jahreszahlen für 2025 zeugen von einer erfolgreichen Integration und hoher Profitabilität:
- Nettogewinn 2025: 7,8 Milliarden US-Dollar (+53 Prozent)
- Verwaltete Vermögen: Über 7 Billionen US-Dollar
- Aktienrückkauf: Programm über 3 Milliarden US-Dollar abgeschlossen
An der Börse verpuffen diese Erfolgsmeldungen jedoch völlig. Die rechtlichen Unsicherheiten aus den USA fordern ihren Tribut von den Anlegern. Seit Jahresbeginn hat das Papier bereits 18,01 Prozent an Wert verloren. Auch am heutigen Donnerstag gab der Kurs weiter nach und rutschte um 2,25 Prozent auf 32,96 Euro ab.
Kapitalbedarf und Stellenabbau belasten zusätzlich
Neben dem juristischen Tauziehen in New York trüben weitere Faktoren die Stimmung der Investoren. Die Schweizer Aufsichtsbehörden fassen strengere Eigenkapitalvorschriften ins Auge. Beobachter gehen davon aus, dass die UBS bis zu 22 Milliarden Dollar an zusätzlichem Kapital vorhalten muss.
Gleichzeitig steht die Bank vor einer harten internen Zäsur. Mit der für Ende März geplanten Abschaltung der alten IT-Systeme der Credit Suisse rollt die nächste Entlassungswelle an. Allein in der Schweiz fallen rund 3.000 weitere Stellen weg.
Die rechtlichen Altlasten erweisen sich somit als hartnäckiger Bremsklotz in einer ohnehin anspruchsvollen Umbauphase. Solange US-Richter Edward Korman keine Entscheidung über die beantragte Haftungsbegrenzung fällt, schwebt das Risiko unkalkulierbarer Restitutionsforderungen über der Bilanz. Ein baldiges Urteil in Brooklyn wird maßgeblich darüber entscheiden, ob die UBS dieses milliardenschwere historische Risiko endgültig aus den Büchern streichen kann.
UBS-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue UBS-Analyse vom 12. März liefert die Antwort:
Die neusten UBS-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für UBS-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 12. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
UBS: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








