UBS baut an der Spitze um – und wird trotzdem von der Credit-Suisse-Vergangenheit eingeholt. Zwei prominente Kandidaten sollen den Verwaltungsrat verstärken, während ein FINRA-Schiedsurteil zum Archegos-Komplex neue juristische Risiken aufzeigt. Wie gut bekommt die Großbank operative Stärke und Altlasten gleichzeitig in den Griff?

Verwaltungsrat: Mehr Regulierung, mehr CFO-Erfahrung

Der Verwaltungsrat hat am 27. Februar die Nominierung von Agustín Carstens und Luca Maestri für die Wahl an der Generalversammlung am 15. April 2026 angekündigt. UBS ordnet die Personalien als gezielte Stärkung nach der Credit-Suisse-Übernahme ein.

Carstens bringt vor allem Gewicht aus der Zentralbank- und Regulierungswelt mit: Er war bis Juni 2025 Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) und zuvor Gouverneur der mexikanischen Zentralbank. Maestri steht für Finanz- und Steuerungs-Know-how aus einem anderen Umfeld: Er ist heute bei Apple Vizepräsident Corporate Services und war dort zuvor über Jahre CFO.

Gleichzeitig gibt es mehrere Abgänge: William C. Dudley und Jeanette Wong treten nicht mehr zur Wiederwahl an. Lukas Gähwiler zieht sich nach 45 Jahren zurück; als Nachfolger ist Markus Ronner vorgeschlagen. Gähwiler galt als wichtiger Akteur in der Integrationsphase, weil er zuletzt Verwaltungsratspräsident der Credit Suisse war.

FINRA-Urteil: Archegos-Thema kommt zurück

Parallel zum Governance-Umbau sorgt ein US-Schiedsurteil für Gegenwind. Ein FINRA-Schiedsgericht sprach einem ehemaligen Credit-Suisse-Broker gut 8,7 Mio. US-Dollar zu, weil die Bonus-Streichungen nach dem Archegos-Skandal 2021 laut Entscheidung unrechtmäßig gewesen seien. Kritisch: Das Schiedsgericht stellte zudem fest, dass ein externer Untersuchungsbericht, auf den sich die Bonuskürzungen stützten, nicht als unabhängig eingestuft werden konnte.

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Brisant ist weniger die einzelne Summe als das mögliche Signal: Der Fall könnte als Präzedenz für weitere damalige Mitarbeiter dienen, deren Vergütungen ebenfalls annulliert wurden. Zudem verlagert sich der juristische Fokus bei Investorenklagen teils zurück nach Europa: Nachdem US-Gerichte Anfang Februar Klagen zu den Übernahmemodalitäten mit Verweis auf die Schweiz abgewiesen hatten, laufen in Zürich weiter Verfahren rund um Forderungen zum Umtauschverhältnis ehemaliger CS-Aktien.

Operativ solide – Aktie dennoch schwach

Auf der operativen Seite meldete UBS für 2025 starke Ergebnisse: 7,8 Mrd. US-Dollar Jahresnettogewinn (+53% YoY) und 1,2 Mrd. US-Dollar im vierten Quartal (+56% YoY). Die verwalteten Vermögen lagen bei über 7 Billionen US-Dollar (+15% YoY). Der Verwaltungsrat schlägt eine Dividende von 1,10 US-Dollar je Aktie vor (+22% YoY) und ein Aktienrückkaufprogramm über 3 Mrd. US-Dollar wurde abgeschlossen.

Auch bei der Integration nennt UBS messbare Fortschritte: Rund 85% der Schweizer Konten sind migriert, die kumulierten Bruttokosteneinsparungen liegen bei 10,7 Mrd. US-Dollar, das Synergie-Ziel wurde auf 13,5 Mrd. US-Dollar erhöht. Bis Ende März soll zudem die Migration der Schweizer Buchungszentren abgeschlossen sein.

Am Markt spiegelt sich diese operative Stabilität zuletzt aber nur begrenzt wider: Die Aktie liegt heute bei 33,48 Euro und damit 4,29% im Minus. Über 30 Tage beträgt der Rückgang -17,31%, seit Jahresanfang -16,72%. Auffällig: Der Kurs notiert klar unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 38,57 Euro, was den anhaltenden Druck im mittelfristigen Bild unterstreicht.

Zum Fahrplan sagt UBS klar: Die vollständige Integration der Credit Suisse soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Entscheidend wird sein, ob die Bank parallel dazu die juristischen Nachwehen – vom Archegos-Komplex bis zu Verfahren in Zürich – ohne neue Überraschungen begrenzen kann.

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