Rekordgewinne treten bei der Schweizer Großbank derzeit in den Hintergrund. Stattdessen zwingt ein heftiger Streit mit dem Bundesrat über massive Kapitalanforderungen das Institut in eine strategische Defensive. Die Konsequenz: CEO Sergio Ermotti muss länger als geplant am Ruder bleiben, um die Bank durch diesen regulatorischen Sturm zu steuern.

26 Milliarden Dollar stehen auf dem Spiel

Der Kern des Konflikts liegt in Bern: Finanzministerin Karin Keller-Sutter fordert als Lehre aus dem Credit-Suisse-Kollaps drastischere Sicherheitsnetze. Konkret sollen ausländische Tochtergesellschaften künftig zu 100 Prozent mit Eigenkapital unterlegt sein – ein massiver Sprung gegenüber den bisherigen 60 Prozent.

Für die UBS ist dies mehr als eine bürokratische Hürde. Es droht eine zusätzliche Kapitalanforderung von bis zu 26 Milliarden Dollar. Das Management lehnt diese Pläne strikt ab und warnt vor gravierenden Wettbewerbsnachteilen im globalen Geschäft. Die Bank prüft Berichten zufolge bereits alle strategischen Szenarien, sollte sich die harte Linie der Regierung durchsetzen.

Personalentscheidungen im Schatten der Politik

Diese Unsicherheit blockiert faktisch die Nachfolgeplanung an der Konzernspitze. Der Verwaltungsrat unter Colm Kelleher vertritt die Ansicht, dass ohne Klarheit in der Kapitalfrage kein geeigneter Nachfolger für Ermotti gewählt werden kann. Da eine regulatorische Einigung wohl nicht vor 2028 zu erwarten ist, wurde Ermottis Mandat über April 2027 hinaus verlängert.

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Gleichzeitig rüstet die UBS ihr Aufsichtsgremium gezielt auf. Mit der Nominierung von Agustín Carstens, dem ehemaligen General Manager der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), und Apple-Finanzchef Luca Maestri holt sich die Bank schwergewichtige Expertise für Geldpolitik und globale Konzernsteuerung an Bord.

Zahlen stark, Kurs schwach

Operativ liefert die Bank unterdessen überzeugende Argumente. Das Jahr 2025 schloss UBS mit einem Nettogewinn von 7,8 Milliarden Dollar ab, was einem Anstieg von 53 Prozent entspricht. Auch die Aktionäre sollen profitieren: Die Dividende steigt auf 1,10 Dollar je Aktie, begleitet von einem neuen Aktienrückkaufprogramm.

Dennoch dominiert die politische Skepsis das Sentiment der Anleger. Die Aktie schloss gestern bei 34,98 Euro und hat damit in den letzten 30 Tagen rund 13,6 Prozent an Wert verloren. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 41,10 Euro verdeutlicht, wie sehr die regulatorischen Wolken die Bewertung drücken, obwohl die operative Integration der Credit Suisse zu 85 Prozent abgeschlossen ist.

Am 15. April 2026 steht die Generalversammlung an, doch die eigentliche Weichenstellung erfolgt auf politischer Ebene. Da der Bundesrat noch im ersten Halbjahr einen Gesetzesentwurf vorlegen will, bleiben die kommenden Monate entscheidend für die künftige Struktur und Profitabilität der Großbank.

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