Bei TUI treffen aktuell zwei Welten aufeinander: technisch steht die Aktie kurz vor einem möglichen Ausbruch, fundamental prallen sehr unterschiedliche Analystenmeinungen aufeinander. Im Zentrum steht die Frage, ob der Reise-Konzern seinen Erholungskurs fortsetzen kann oder am aktuellen Widerstand erst einmal hängenbleibt.

Charttechnik: Deckel bei 9,20 Euro

Aus technischer Sicht verdichtet sich die Lage. Heute notiert die TUI-Aktie bei 9,19 Euro und liegt damit dicht an einer zentralen Widerstandszone. Diese Marke ist mehrfach angelaufen worden und wirkt kurzfristig wie ein Deckel.

Charttechnisch entscheidend sind derzeit drei Zonen:

  • Widerstand: Bereich um 9,20–9,25 Euro als kurzfristige Hürde
  • Potenzial nach oben: Raum bis zum 52‑Wochen-Hoch bei 9,45 Euro, darüber rückt die Marke von 10 Euro in den Blick
  • Unterstützung: Zone um 8,80–8,90 Euro, gestützt durch den 50‑Tage-Durchschnitt

Die Aktie hat sich in den vergangenen Monaten deutlich vom 52‑Wochen-Tief bei 5,86 Euro gelöst und notiert rund 57 % darüber. Gleichzeitig liegt der Kurs gut 16 % über dem 200‑Tage-Durchschnitt – ein Zeichen für einen etablierten Aufwärtstrend, ohne dass der RSI von 45 bereits auf eine Überhitzung hindeutet.

Analysten-Duell: Große Spanne bei den Kurszielen

Rückendeckung erhält die aktuelle Stärke unter anderem von Deutsche Bank Research. Das Institut bestätigt seine Kaufempfehlung und sieht das Kursziel bei 12,00 Euro. Begründung: Die globale Reisebranche habe sich nach der Pandemie vollständig erholt, TUI sei als integrierter Reisekonzern gut positioniert, um von der anhaltend hohen Nachfrage zu profitieren. Ausgehend vom aktuellen Kurs entspräche das einem Aufwärtspotenzial von mehr als 30 %.

Deutlich vorsichtiger zeigt sich Bernstein Research. Dort lautet die Einstufung weiterhin „Market-Perform“ mit einem Kursziel von 7,90 Euro – also klar unter dem aktuellen Niveau. Die Analysten verweisen vor allem auf geopolitische Risiken und mögliche handelspolitische Spannungen, die auch europäische Touristikunternehmen betreffen könnten.

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Die Spannbreite der Einschätzungen unterstreicht, wie kontrovers die Perspektiven des Konzerns derzeit bewertet werden.

Die Lage in Zahlen

Einige Kennziffern ordnen die aktuelle Situation ein:

  • Aktueller Kurs: 9,19 Euro (heute)
  • Schlusskurs gestern: 8,79 Euro
  • Veränderung 7 Tage: +1,84 %
  • Performance 12 Monate: +16,62 %
  • Abstand zum 52‑Wochen-Hoch (9,45 Euro): rund −2,7 %
  • Abstand zum 200‑Tage-Durchschnitt (7,90 Euro): rund +16,3 %
  • Volatilität (30 Tage, annualisiert): gut 31 %

Damit bewegt sich die Aktie nahe an ihrem Jahreshoch, ohne dieses bisher klar zu überwinden. Die Dynamik der aktuellen Woche deutet auf zunehmendes Kaufinteresse hin, nachdem der Titel zu Wochenbeginn noch etwas nachgegeben hatte.

Fundamentale Basis: „Agenda 2026“ im Fokus

Über die Charttechnik hinaus spielt die strategische Ausrichtung eine zentrale Rolle. CEO Sebastian Ebel treibt die „Agenda 2026“ voran. Ziel ist profitables Wachstum durch internationale Expansion und den Ausbau des Hotelportfolios.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte TUI ein Rekord-EBIT von 1,46 Milliarden Euro. Marktbeobachter erwarten von den Zahlen zum ersten Quartal und der Hauptversammlung am 10. Februar 2026 Hinweise, ob die Buchungslage für den Sommer 2026 die ambitionierten Ziele stützt.

Bewertungsseitig wirkt der Konzern mit einem geschätzten KGV von etwa 6,5 für 2026 moderat bepreist. Das spricht Investoren an, die auf solide Gewinne bei vergleichsweise niedriger Bewertung achten. Zusätzlich berichten Marktbeobachter, dass sich einige Short-Seller zuletzt zurückgezogen haben. Damit hat sich der technische Druck von der Verkaufsseite reduziert.

Fazit: Schlüsselmarken klar definiert

Die TUI-Aktie bewegt sich aktuell in einer technisch wie fundamental sensiblen Zone. Auf der einen Seite steht ein klarer Aufwärtstrend mit überschaubarer Überhitzung und einer wichtigen Unterstützung um 8,80–8,90 Euro. Auf der anderen Seite blockiert der Widerstand um 9,20 Euro bislang den Weg zu neuen Hochs.

Konkret gilt: Ein nachhaltiger Tagesschlusskurs über 9,20 Euro würde den Weg zunächst in Richtung 52‑Wochen-Hoch und anschließend zur 10‑Euro-Marke öffnen. Scheitert der Ausbruchsversuch, rückt dagegen die Unterstützungszone um 8,80 Euro wieder in den Vordergrund – rechtzeitig vor den anstehenden Quartalszahlen und der Hauptversammlung am 10. Februar, die neue Impulse für die weitere Kursrichtung liefern dürften.

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