Zwei festgesetzte Kreuzfahrtschiffe, rund 5.000 gestrandete Passagiere und mehrere gestrichene Abfahrten: Die geopolitische Eskalation im Persischen Golf trifft TUI Cruises mit voller Wucht. Der Konzern kämpft mit den operativen Folgen – und die Jahresziele geraten unter Druck.

Blockierte Straße von Hormus lähmt Betrieb

Der Iran hat die Straße von Hormus blockiert, die einzige Verbindung zwischen dem Persischen Golf und dem offenen Meer. Konkret bedeutet das: Die Mein Schiff 4 liegt in Abu Dhabi fest, die Mein Schiff 5 in Doha. Beide Schiffe können die Region nicht verlassen.

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TUI Cruises hat die Rückführung der rund 5.000 Passagiere inzwischen weitgehend abgeschlossen – in Zusammenarbeit mit Golfcarriern wie Emirates, Etihad und Qatar Airways. Ein erster Sonderflug von Dubai nach München brachte 218 Gäste der Mein Schiff 4 zurück. Aktuell läuft die Rückführung der Besatzungsmitglieder.

Die operativen Schäden sind beträchtlich. Allein für die Mein Schiff 4 wurden die Abfahrten vom 1., 2., 3., 8. und 9. März gestrichen. Die Mein Schiff 5 verlor die Abfahrten vom 28. Februar und 5. März. Hinzu kommen die direkten Logistikkosten der Evakuierungsoperationen – beides belastet das laufende Quartal spürbar.

Solange die Straße von Hormus gesperrt bleibt, müssten betroffene Schiffe den deutlich längeren Weg um das Kap der Guten Hoffnung nehmen. Das Joint Maritime Information Centre stuft die Risikolage derzeit auf der höchsten Stufe als „kritisch" ein.

Diversifizierung als struktureller Puffer

Nicht alle deutschen Anbieter traf die Krise gleich hart. AIDA Cruises hatte seine gesamte Nahost-Saison 2025/26 bereits im Juli 2025 abgesagt und hatte folglich kein Schiff in der Region, als die militärische Eskalation Ende Februar begann.

TUI hingegen ist direkt betroffen – und das schlägt sich auch am Kapitalmarkt nieder. Die Aktie notiert aktuell bei 7,09 Euro und hat seit Jahresbeginn rund 21 Prozent verloren. Vom 52-Wochen-Hoch bei 9,41 Euro trennt den Titel ein Abstand von fast 25 Prozent.

Einen strukturellen Gegenpol bildet die laufende Hotelexpansion. Für den 1. Juni 2026 plant TUI die Eröffnung des „TUI Blue Yangtze Shanghai" mit 103 Zimmern – ein weiterer Schritt in Richtung Asien. Diese Diversifizierung zeigt, dass TUI breiter aufgestellt ist als das Kreuzfahrtgeschäft allein vermuten lässt.

Halbjahresbericht im Mai als nächster Prüfstein

Die entscheidende Frage lautet: Wie lange bleibt die Straße von Hormus gesperrt? Normalisiert sich die Lage zügig, dürften die Jahresziele noch erreichbar sein. Bleibt die Blockade über Wochen bestehen, wächst der Druck auf die Prognosen erheblich.

Im Mai legt TUI den Halbjahresbericht vor. Dann werden die Buchungsdaten für den Sommer 2026 zeigen, wie stark das Vertrauen der Passagiere gelitten hat – und ob der Konzern seine für 2026 kommunizierten Finanzziele tatsächlich verteidigen kann.

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