Zwei festsitzende Kreuzfahrtschiffe, rund 10.000 betroffene TUI-Reisende und ein potenzieller EBIT-Schaden von bis zu 47 Millionen Euro – die militärische Eskalation im Nahen Osten trifft TUI mitten im operativen Betrieb. Das Unternehmen hält dennoch an seiner Jahresprognose fest. Unter einer entscheidenden Bedingung.

Evakuierungen auf Hochtouren

Seit den militärischen Auseinandersetzungen Ende Februar ist der Kreuzfahrtbetrieb in der Golfregion faktisch zum Erliegen gekommen. Die „Mein Schiff 4" und „Mein Schiff 5" liegen mit rund 5.000 Gästen in Abu Dhabi und Doha fest. Gesperrter Luftraum und die blockierte Straße von Hormus lassen keinen regulären Betrieb zu.

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TUI Cruises hat alle Abfahrten bis mindestens Mitte März abgesagt. Die Rückholaktionen laufen: Gäste aus den Vereinigten Arabischen Emiraten konnten bereits abreisen, Urlauber aus Katar müssen zunächst per Bus nach Saudi-Arabien, um von dort Sonderflüge zu erreichen. Bis Mittwoch sollen die Evakuierungen abgeschlossen sein – in enger Zusammenarbeit mit Emirates.

Reisen in die Vereinigten Arabischen Emirate, nach Oman, Jordanien, Katar, Bahrain, Saudi-Arabien und Kuwait mit Reisebeginn bis 8. März hat TUI abgesagt. Eine gebührenfreie Umbuchung oder Stornierung ist bis zum selben Datum möglich.

Finanzieller Schaden: Zwei Szenarien

Analysten von mwb research beziffern den Umsatzausfall für März auf rund 50 Millionen Euro – was das operative Ergebnis um etwa 25 Millionen Euro schmälern dürfte. Teurer wird es, falls die Schiffe für die Rückkehr nach Europa den Suezkanal meiden müssen. Der Umweg über das Kap der Guten Hoffnung würde laut Schätzungen weitere 22 Millionen Euro kosten und den Gesamtschaden auf bis zu 47 Millionen Euro EBIT-Einbußen treiben.

Zusätzlich belasten steigende Kerosinkosten infolge des konfliktbedingten Ölpreisanstiegs das Ergebnis.

TUI-Chef Sebastian Ebel räumt gegenüber ntv ein, dass Reisende bereits auf die Karibik ausweichen, und erwartet eine vorübergehende Buchungszurückhaltung für die Golfregion – „es kann einige Monate dauern, bis sich das wieder normalisiert". Die Jahresprognose – ein EBIT-Wachstum von 7 bis 10 Prozent für 2026 – hält das Management dennoch aufrecht. Voraussetzung: Die Lage im Nahen Osten beruhigt sich bis April spürbar.

Insiderkauf und Charttechnik

Ein bemerkenswertes Signal sendete Ebel selbst: Am 3. März kaufte er TUI-Aktien für knapp 50.000 Euro zu 6,99 Euro je Stück. Marktbeobachter werten solche Insiderkäufe typischerweise als Vertrauenssignal des Managements in die eigene Bewertung.

Die Aktie notiert aktuell bei 7,09 Euro und damit rund 12,5 Prozent unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts von 8,10 Euro. Seit Jahresanfang hat das Papier bereits gut 20 Prozent verloren, allein in den vergangenen 30 Tagen waren es knapp 24 Prozent.

Am 13. Mai legt TUI den Halbjahresbericht vor. Dann wird erstmals konkret sichtbar, wie stark Stornierungen und Logistikkosten das Zahlenwerk belasten – und ob die Prognose noch trägt.

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