TUI Aktie: Analysten gespalten
TUI nähert sich dem 52‑Wochen-Hoch, doch die Einschätzungen der Analysten klaffen deutlich auseinander. Auf der einen Seite steht ein klar positives Votum mit zweistelligem Aufwärtspotenzial, auf der anderen ein Kursziel unter dem aktuellen Niveau. Wie passt das zu den operativen Fortschritten und dem Schuldenabbau?
TUI kurz vor dem Jahreshoch
Die Aktie hat in den vergangenen Wochen deutlich zugelegt. Am Freitag schloss der Titel bei 9,41 Euro und liegt damit nur knapp unter dem 52‑Wochen-Hoch von 9,45 Euro. Auf 30‑Tage-Sicht ergibt sich ein Plus von rund 16 Prozent, seit zwölf Monaten steht ein Zuwachs von knapp 20 Prozent zu Buche.
Charttechnisch spricht einiges für eine gefestigte Aufwärtsbewegung:
- Schlusskurs Freitag: 9,41 Euro
- Abstand zum 52‑Wochen-Hoch: rund –0,4 %
- Abstand zum 200‑Tage-Durchschnitt: gut +21 %
Der Kurs notiert klar über den wichtigen Durchschnittslinien der letzten 50, 100 und 200 Tage. Ein RSI von 45 signalisiert dabei weder Überkauf noch Überverkauf – die Rally wirkt aktuell eher konstruktiv als überhitzt.
Barclays vs. Bernstein: Zwei Welten
Ein wesentlicher Treiber der optimistischen Seite ist die Analyse von Barclays vom 9. Januar 2026. Die britische Investmentbank bleibt bei der Einstufung „Overweight“ und bestätigt ein Kursziel von 11,75 Euro. Vom aktuellen Niveau entspricht das einem Aufwärtspotenzial von rund einem Viertel.
Barclays stützt diese Sicht vor allem auf die operative Entwicklung:
- Hotels und Kreuzfahrten zeigen eine robuste Performance.
- Im klassischen Reiseveranstaltergeschäft liegt der Fokus auf Margenverbesserung.
Auf der Gegenseite steht Bernstein Research mit einer deutlich vorsichtigeren Einschätzung. Die Analysten vergeben nur ein „Neutral“-Rating und sehen den fairen Wert bei 7,90 Euro – das läge spürbar unter dem aktuellen Kurs. Begründet wird diese Zurückhaltung mit:
- der weiterhin vorhandenen Nettoverschuldung,
- und den konjunkturellen Unsicherheiten, die das Reisegeschäft anfällig machen.
Damit prallen zwei Lesarten derselben Datenlage aufeinander: Wachstumspotenzial und operative Stärke gegen Bilanzrisiken und Zyklik.
Bilanz: Fortschritte, aber noch Schulden
Die jüngsten Zahlen zeigen, dass TUI beim Schuldenabbau vorankommt, von einer Netto-Cash-Position aber noch klar entfernt ist. Manche Marktgerüchte, die ein schuldenfreies Bild zeichneten, werden damit korrigiert.
Die zentralen Kennziffern:
- Nettoverschuldung auf rund 1,3 Milliarden Euro reduziert
- Free Cash Flow im Geschäftsjahr 2025: 358 Millionen Euro
Der Konzern baut seine Verbindlichkeiten spürbar ab und stärkt damit die Bilanz. Gleichzeitig bleibt die Schuldenlast ein Faktor, der in einem Umfeld höherer Zinsen ins Gewicht fällt. Genau hier setzt die Skepsis von Bernstein an, während Barclays die Fortschritte stärker gewichtet.
Operatives Umfeld: Preisstabilität als Pluspunkt
Auf der operativen Seite kommen positive Signale vor allem aus dem britischen Markt. Chris Logan, Commercial Director von TUI UK & Ireland, meldet für das Reisejahr 2026 ermutigende Trends: Die durchschnittlichen Buchungswerte liegen über dem Vorjahr, was auf eine intakte Preissetzungsmacht hinweist.
Besonders gefragt sind derzeit:
- Nordafrika mit attraktivem Preis-Leistungs-Verhältnis
- Zypern und Ägypten als Top-Ziele für den Sommer 2026
Stabilere Preise und gut laufende Zielregionen sind wichtige Bausteine, um die Margen im laufenden Jahr zu halten oder leicht zu verbessern – ein Aspekt, der das positive Barclays-Szenario stützt.
Chartbild und Ausblick
Charttechnisch befindet sich die Aktie in einer spannenden Konstellation. Der Kurs liegt nur einen Wimpernschlag unter dem 52‑Wochen-Hoch, während der Abstand zu den gleitenden Durchschnitten von 50, 100 und 200 Tagen komfortabel positiv ist. Das deutet auf einen intakten Aufwärtstrend hin, ohne dass der Titel nach klassischen Indikatoren überkauft erscheint.
Für die nächsten Wochen sind zwei Punkte entscheidend:
- Hält der Kurs sich über den zentralen Durchschnittslinien, bleibt der aktuelle Aufwärtstrend intakt.
- Ein klarer Ausbruch per Schlusskurs über das 52‑Wochen-Hoch würde das positive Szenario untermauern und die Barclays-These eines weiteren Potenzials stützen, während Rücksetzer in Richtung 8 Euro eher in Richtung der vorsichtigen Bernstein-Sicht deuten würden.
Damit hängt die weitere Einordnung der TUI Aktie eng daran, ob der Konzern seine operative Stärke nutzen kann, um den Schuldenabbau konsequent fortzusetzen und das aktuelle Bewertungsniveau zu rechtfertigen.
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