Zwei festsitzende Kreuzfahrtschiffe, tausende gestrandete Passagiere und iranische Drohnen, die nur wenige Meter neben einem TUI-Schiff einschlagen – der Nahost-Konflikt trifft den Reisekonzern mit voller Wucht. Die Aktie reagiert prompt: Zweistelliger Einbruch binnen weniger Tage. Was das für das laufende Geschäftsjahr bedeutet und welchen Schaden Analysten bereits beziffern.

Kreuzfahrtschiffe sitzen fest

Als die USA und Israel am 28. Februar 2026 Angriffe auf den Iran starteten, wurde der Orient zum Kriegsgebiet. Die Folgen für TUI sind unmittelbar: Die „Mein Schiff 4" und „Mein Schiff 5" können ihre Häfen nicht mehr verlassen. Rund 5.000 Passagiere sitzen fest – eine Weiterfahrt durch die Straße von Hormus ist ausgeschlossen.

Besonders brisant: Am Nachmittag des 1. März schlugen iranische Kampfdrohnen nahe der „Mein Schiff 5" in Doha ins Wasser ein. Die Besatzung forderte alle Gäste auf, sich ins Schiffsinnere zu begeben. Gegen 16.30 Uhr Ortszeit ging ein Notfall-Alarm an alle 2.500 Passagiere und 1.000 Crewmitglieder.

Ebel startet Rückholaktion

TUI reagiert operativ. Vorstandschef Sebastian Ebel kündigte im n-tv-Interview an, die festsitzenden Kunden binnen Tagen mit Partner-Airlines wie Emirates und Qatar Airways zurückzuholen. Die Bundesregierung plant ihrerseits ab Mittwoch einen ersten Rückholflug nach Maskat für besonders Schutzbedürftige.

Betroffene Gäste erhalten entweder den vollen Reisepreis zurück oder zehn Prozent Rabatt bei Umbuchung. Insgesamt sind rund 30.000 Urlauber deutscher Reiseveranstalter von der Krise betroffen.

Analysten beziffern den Schaden

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MWB Research schätzt den finanziellen Effekt auf etwa 50 Millionen Euro entgangenen Umsatz und rund 25 Millionen Euro weniger EBIT – unter der Annahme einer Normalisierung im April. Das Hauptgeschäft im Sommer läuft ohnehin im westlichen Mittelmeer und in der Türkei.

Kritisch würde es erst, wenn sich der Konflikt ausweitet und die Nachfrage nach Türkei-Reisen (20 Prozent des Sommervolumens) oder Ägypten (5 Prozent) einbricht. Teilweise könnte die Nachfrage allerdings auf Spanien umschwenken.

Operative Stärke vor der Krise

Dabei hatte TUI erst im Februar überzeugende Quartalszahlen geliefert: Das bereinigte EBIT im Q1 sprang um 51,5 Prozent auf 77,1 Millionen Euro – das beste Winterquartal der Firmengeschichte. Auch die Ratingagenturen würdigten die Erholung: Moody's hob den Ausblick auf „positiv" an.

Nach dem Kursrückgang griffen gleich vier Führungskräfte zu, darunter CEO Ebel und CFO Mathias Kiep. Die Insiderkäufe signalisieren Vertrauen in die mittelfristige Entwicklung.

Prüfstein im Mai

Am 13. Mai 2026 legt TUI den Halbjahresbericht vor. Dann zeigt sich, ob die Buchungsdaten für Sommer 2026 stabil bleiben oder ob die Verunsicherung durchschlägt. Sollte sich die Lage bis April beruhigen und die Hauptdestinationen unbeschadet bleiben, dürfte der finanzielle Schaden begrenzt sein. Bis dahin dominiert die Nachrichtenlage aus der Golfregion den Kursverlauf.

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