Der Militärkonflikt im Nahen Osten hat TUI mit voller Wucht erwischt. Zwei Kreuzfahrtschiffe mit 5.000 Passagieren sitzen in der Region fest, der Iran blockiert die Straße von Hormus, und die Reisen werden reihenweise storniert. Die Folge: Am Montag brach die Aktie zeitweise zweistellig ein und fiel auf 7,30 Euro – ein Minus von über 20 Prozent binnen eines Monats.

5.000 Passagiere festgesetzt

Die operativen Auswirkungen sind unmittelbar. Die beiden TUI-Kreuzfahrtschiffe "Mein Schiff 4" und "Mein Schiff 5" können Abu Dhabi und Doha nicht verlassen. Der Konzern hat alle Abreisen bis 9. März für "Mein Schiff 4" abgesagt, ebenso die Tour mit "Mein Schiff 5" ab 5. März. Passagiere werden vor Ort betreut, ein Krisenstab koordiniert mit Behörden und Airlines mögliche Rückreisen.

Branchenweit sind rund 30.000 Kunden deutscher Veranstalter betroffen. Die Sicherheitslage bezeichnete der Deutsche Reiseverband als "äußerst volatil". Wie lange die Einschränkungen andauern, ist unklar. Parallel steigen die Ölpreise – ein zusätzlicher Kostenfaktor für Fluggesellschaften.

75 Millionen Euro Schaden im Blick

MWB Research schätzt den finanziellen Effekt für TUI auf etwa 50 Millionen Euro entgangenen Umsatz sowie rund 25 Millionen Euro weniger EBIT – unter der Annahme, dass sich die Lage im April normalisiert. Das Hauptgeschäft im Sommer läuft überwiegend im westlichen Mittelmeer und in der Türkei, die derzeit nicht direkt betroffen sind.

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Risiken entstünden erst, wenn sich der Konflikt ausweitet und die Nachfrage nach Reisen in die Türkei (20 Prozent des Sommervolumens) oder nach Ägypten (5 Prozent) einbricht. Teils könnte die Nachfrage auf Spanien oder andere als sicherer empfundene Ziele umschwenken. Die Wachstumsziele für 2026 sieht der Analyst aktuell nicht gefährdet.

Aktie bereits angeschlagen

Der Kurssturz trifft eine ohnehin schwächelnde Aktie. Seit Jahresbeginn hat der Titel rund 18 Prozent verloren, im Monatsvergleich sogar über 20 Prozent. Dabei hatte TUI im ersten Quartal ein Rekord-EBIT gemeldet – doch die Vorausbuchungen für Sommer 2026 lagen 2 Prozent unter Vorjahr, was der Konzern als strategische Kapazitätsreduzierung einordnete. Der Markt reagierte nervös.

Immerhin: Moody's hob Mitte Februar den Ausblick von "stabil" auf "positiv" an und verwies auf das neue Kapitalallokationskonzept. Zudem griffen nach dem Kursrückgang mehrere Führungskräfte zu, darunter CEO Sebastian Ebel und CFO Mathias Kiep.

Halbjahresbericht als Richtungsentscheidung

Am 13. Mai legt TUI den Halbjahresbericht vor. Dann zeigt sich, ob die Buchungsdaten für den Sommer 2026 die aktuelle Skepsis bestätigen oder widerlegen. Entscheidend bleibt, ob der Nahost-Konflikt regional begrenzt bleibt oder zentrale Sommerdestinationen erfasst. Sollte sich die Lage bis April beruhigen, dürfte der finanzielle Schaden überschaubar bleiben – andernfalls könnte die ohnehin gebeutelte Aktie weiter unter Druck geraten.

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