TSMC und ASML sind die unangefochtenen Herzstücke der globalen KI-Infrastruktur. Ohne sie läuft nichts. Doch heute, am 10. Februar 2026, stehen Anleger vor einer faszinierenden Weggabelung. Während sich die Bewertungsschere zwischen den beiden Halbleiter-Titanen immer weiter öffnet, müssen Investoren wählen: Setzen sie auf den Fertigungs-Dominator TSMC mit einer Marktkapitalisierung von fast 1,72 Billionen US-Dollar oder auf den Lithografie-Monopolisten ASML, der die Maschinen für die 2nm- und A16-Fertigung liefert?

Dieser Vergleich analysiert messerscharf, welche Aktie im aktuellen KI-Superzyklus das bessere Verhältnis aus Risiko und Rendite bietet.

Wer profitiert schneller vom Billionen-Markt?

Beide Unternehmen sind die Hauptgewinner der geschätzten 1 Billion US-Dollar, die weltweit in KI-Investitionen fließen. Doch sie besetzen völlig unterschiedliche Positionen in der Wertschöpfungskette.

TSMC (Der Fertigungs-Gigant):
TSMC kontrolliert faktisch das Angebot an KI-Beschleunigern. Mit einem massiv aufgestockten Investitionsbudget (Capex) von 52 bis 56 Milliarden US-Dollar für 2026 expandiert das Unternehmen aggressiv in die Kapazität für 2nm-Chips. Die erst kürzlich (5. Februar 2026) angekündigte Erweiterung der KI-Chip-Produktion in Japan diversifiziert zudem das geopolitische Risiko. TSMCs Strategie hat den Burggraben verfestigt: Das Unternehmen hält fast 90 % des Marktes für fortschrittliche KI-Chip-Fertigung für Kunden wie Nvidia und Apple.

ASML (Der unverzichtbare Zulieferer):
ASML ist der alleinige Lieferant von EUV- und High-NA-EUV-Lithografiemaschinen. Das Unternehmen vermeldete für das vierte Quartal 2025 Rekordbestellungen in Höhe von 13,2 Milliarden Euro. Dies signalisiert einen gewaltigen Auftragsstau von Fabriken, die sich auf die nächsten Logik-Knoten vorbereiten. Während TSMC die Chips baut, kann es dies nicht ohne die 350 Millionen Dollar teuren Maschinen von ASML tun. ASML sitzt an der Quelle – sie profitieren, noch bevor der erste Chip vom Band läuft.

Zwischenfazit: TSMC schöpft derzeit mehr unmittelbaren Wert aus dem massiven Chip-Volumen, während ASML durch sein Rekord-Auftragsbuch eine exzellente langfristige Planungssicherheit genießt.

Burggraben-Check: Technik oder Physik?

Der technologische Vorsprung dieser Giganten gegenüber der Konkurrenz ist der Grund für ihre Premium-Bewertungen an der Börse. Doch wer ist unangreifbarer?

Merkmal TSMC (Fertigung) ASML (Ausrüstung) Vorteil
Kerntechnologie 2nm (N2) & A16 Node High-NA EUV Systeme Unentschieden (Symbiose)
F&E-Quote ~8,5 % vom Umsatz ~14-15 % vom Umsatz ASML
Pipeline CoWoS Advanced Packaging Hyper-NA (Roadmap) TSMC (Packaging-Führer)
Markteintrittsbarrieren Skalierung & Ertrags-Expertise Physikalische Grenzen ASML (Reines Monopol)

TSMC verkleinert nicht nur Transistoren. Die Dominanz im Bereich Advanced Packaging (CoWoS) ist mittlerweile wohl genauso wichtig wie die Lithografie selbst. Diese vertikale Integration erlaubt es TSMC, hohe Preise für komplette "System-on-Wafer"-Lösungen zu verlangen.

ASML hat im EUV-Bereich schlichtweg keine Konkurrenz. Der Innovationsgrad definiert sich hier durch die erfolgreiche Einführung der High-NA-Systeme, die nun in den Partner-Fabriken laufen. Das Risiko einer Disruption ist für ASML im nächsten Jahrzehnt nahe null. TSMC hingegen sieht sich zumindest theoretischer Konkurrenz durch Intels Foundry-Ambitionen ausgesetzt, auch wenn diese noch weit abgeschlagen sind.

Wachstumstempo: Wer tritt aufs Gaspedal?

Ein Blick auf die Finanzdaten Anfang 2026 zeigt eine deutliche Divergenz in der Wachstumsgeschwindigkeit.

TSMC wächst derzeit dynamischer. Der Umsatz im vierten Quartal 2025 kletterte um 20,5 % auf 33,7 Milliarden US-Dollar, während die Bruttomarge auf herausragende 62,3 % stieg. Der Ausblick für das erste Quartal 2026 deutet auf einen Umsatz von rund 35 Milliarden US-Dollar hin, was ein Jahreswachstum von fast 30 % impliziert. Das Unternehmen profitiert sowohl von steigenden Mengen als auch von der Preissetzungsmacht bei den 3nm/2nm-Knoten.

ASML meldete für 2025 einen Umsatz von 32,7 Milliarden Euro (+16 %). Die Prognose für 2026 sieht Verkäufe zwischen 34 und 39 Milliarden Euro vor. Das ist solide, stellt aber im Vergleich zu TSMCs Anstieg eine Wachstumsverlangsamung dar. Allerdings deutet das "Book-to-Bill"-Verhältnis von über 1,0 auf eine beschleunigte Dynamik hin, die sich voll in 2027 entfalten dürfte.

Kennzahl TSMC (Schätzung 2026) ASML (Schätzung 2026) Unterschied
Umsatzwachstum +28-32 % +12-18 % Punkt für TSMC
Bruttomarge ~60-62 % ~52-53 % Punkt für TSMC
Gewinnwachstum (EPS) +35-40 % +20-25 % Punkt für TSMC
Cash-Conversion Hoch Sehr Hoch Unentschieden

Bewertung: Ein historischer Rabatt?

Trotz TSMCs überlegener Wachstumsraten und Margen wird die Aktie mit einem deutlichen Abschlag gegenüber ASML gehandelt. Der Grund ist rein geopolitischer Natur.

Kennzahl TSMC ASML
Kurs (ca.) ~350 USD (ADR) ~1.330 USD
Marktkapitalisierung ~1,72 Bio. USD ~525 Mrd. USD
KGV (erwartet) ~22,2x ~35,5x
PEG-Ratio 0,85 1,9
EV/EBITDA ~14x ~26x
FCF-Rendite ~3,5 % ~2,8 %

Die Analyse:
TSMC ist objektiv betrachtet das "Value"-Schnäppchen im KI-Sektor. Ein PEG-Ratio von unter 1,0 (hier 0,85) ist für ein Unternehmen mit 60 % Margen und 30 % Wachstum extrem selten. Der Markt preist hier einen Abschlag von ca. 35-40 % gegenüber ASML ein, einzig aufgrund des "Taiwan-Risikos".

ASML hingegen verlangt eine "Monopol-Prämie". Anleger zahlen das 35-fache des Gewinns für die Sicherheit, das einzige Unternehmen zu besitzen, das die Maschinen für die Zukunft bauen kann.

Wo lauern die Gefahren?

Kein Investment ist ohne Risiko, und hier unterscheiden sich die Profile drastisch.

Risiken bei TSMC:
* Geopolitik: Das Damoklesschwert. Jede Eskalation in der Taiwanstraße ist ein existenzielles Risiko für den Aktienkurs.
* Kundenkonzentration: Eine hohe Abhängigkeit von Apple und Nvidia macht das Unternehmen anfällig für deren Zyklen.
* Kapitalintensität: Jährlich 56 Milliarden Dollar zu investieren, erfordert eine fehlerfreie Exekution, um die Kapitalrendite (ROIC) hoch zu halten.

Risiken bei ASML:
* Exportkontrollen: Verschärfte Restriktionen für Verkäufe nach China (historisch 20-30 % des Umsatzes) begrenzen das Marktpotenzial.
* Technologische Grenzen: Sollte sich die Skalierung verlangsamen (Ende von Moores Law), könnte die Nachfrage nach neuen Lithografie-Tools ein Plateau erreichen.

Das Fazit: Der Gewinner heißt...

TSMC: 88/100 Punkte
* Stärken: Unerreichte Umsetzung, Dominanz im KI-Packaging, unglaublich attraktive Bewertung (PEG < 1).
* Schwächen: Geografische Lage, massive Kapitalintensität.
* Investment-Case: Das "Schaufel-Investment" für Anleger, die darauf setzen, dass der geopolitische Status quo hält. Die Aktie ist gemessen an den Finanzkennzahlen schlichtweg falsch bepreist.

ASML: 82/100 Punkte
* Stärken: Absolutes Monopol (100 % Marktanteil bei EUV), hohe wiederkehrende Umsätze durch Service, geringerer Investitionsbedarf als Foundries.
* Schwächen: Die Premium-Bewertung lässt kaum Raum für Fehler, Gegenwind durch Exportkontrollen.
* Investment-Case: Die "Sicherheits-Wahl". Eine felsenfeste Bilanz und der Monopolstatus machen die Aktie zu einer Kernposition für konservative Wachstumsdepots.

Ergebnis: TSMC gewinnt diesen Vergleich mit einem Vorsprung von 6 Punkten, primär getrieben durch die deutlich attraktivere Bewertung und die unmittelbarere Wachstumsdynamik.

Schlussgedanke

Für Anleger, die im Jahr 2026 maximale Rendite (Alpha) suchen, bietet TSMC das spannendere Setup: 30 % Wachstum zu einem fast marktüblichen Multiplikator. Der "Taiwan-Abschlag" hat ein Fenster geöffnet, in dem das wichtigste Unternehmen der Welt wie ein gewöhnlicher Industriekonzern bewertet wird. ASML bleibt der sicherere langfristige Dauerläufer, doch die aktuelle Bewertung preist bereits Perfektion ein, während TSMC bei einer Stimmungsaufhellung noch gewaltiges Aufholpotenzial besitzt.

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