Es wird ungemütlich für die Marine-Sparte von Thyssenkrupp. Im Ringen um einen gigantischen Rüstungsauftrag aus Kanada holt die südkoreanische Konkurrenz zum empfindlichen Schlag aus. Mit einem aggressiven Zeitplan und massiver politischer Flankierung setzen die Wettbewerber den deutschen Industriekonzern unter enormen Druck. Droht den Essenern ein sicher geglaubtes Geschäft im Wert von 41 Milliarden Dollar zu entgleiten?

Zeitvorteil als Waffe

Die Nachricht aus Ottawa dürfte in der Essener Konzernzentrale für Unruhe sorgen. Eine hochrangige Regierungsdelegation aus Südkorea nutzte ein diplomatisches Treffen am gestrigen Mittwoch, um ihr Angebot für das "Canadian Patrol Submarine Project" offensiv zu positionieren. Der südkoreanische Angriff zielt dabei auf eine empfindliche Stelle: die Liefergeschwindigkeit.

Vertreter des Konsortiums um Hanwha Ocean und HD Hyundai Heavy Industries versprachen, die geforderten U-Boote nicht nur pünktlich und im Budgetrahmen zu liefern, sondern stellten eine Auslieferung zwei Jahre vor dem deutschen Konkurrenten in Aussicht. Angesichts der Dringlichkeit, mit der Kanada seine veraltete Victoria-Klasse ersetzen muss, ist dieser Zeitfaktor ein gewichtiges Argument.

Die Verunsicherung über den Ausgang dieses strategischen Tauziehens spiegelt sich auch im Aktienkurs wider. Das Papier notierte zuletzt bei 94,80 Euro und verlor auf Wochensicht 3,27 Prozent an Wert. Anleger scheinen das Risiko eines Auftragsverlusts zunehmend einzupreisen.

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Strategische Offensive

Der Einsatz ist hoch: Das Projektvolumen beläuft sich auf rund 60 Billionen Won (ca. 41 Milliarden US-Dollar). Für Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) geht es um nicht weniger als die langfristige Sicherung der Marktposition bei konventionellen U-Booten. Ein Verlust an die Südkoreaner wäre ein herber Rückschlag im globalen Wettbewerb.

Südkorea untermauert seine Ambitionen auch diplomatisch. Verteidigungsminister Ahn Gyu-back sprach in Ottawa von einem potenziellen "Wendepunkt" in den Beziehungen beider Länder. Flankiert wurde die Charmeoffensive durch ein neues Abkommen zum Austausch militärischer Informationen. Kanada benötigt die neuen U-Boote dringend zur Sicherung seiner Interessen im Atlantik, Pazifik und der strategisch immer wichtiger werdenden Arktis.

Für Thyssenkrupp erhöht sich der Zugzwang erheblich. Will der Konzern das massive Auftragsvolumen nicht an die asiatische Konkurrenz verlieren, müssen die Deutschen nun zügig beweisen, dass ihre technologische Expertise den zeitlichen Nachteil aufwiegen kann. Die Entscheidung Kanadas wird zeigen, ob Qualität "Made in Germany" gegen das aggressive Tempo aus Südkorea bestehen kann.

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