Tilray Aktie: Entscheidung voraus
Tilray startet mit deutlicher Erholung und hoher Unsicherheit in eine Woche mit entscheidenden Quartalszahlen. Am Donnerstag legt der Cannabis- und Getränkehersteller seine Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 vor – ein Termin, der nach dem Reverse Stock Split im Dezember besonders genau beobachtet wird.
Anleger fragen sich, ob das Unternehmen operative Fortschritte nachweisen kann oder ob die anhaltenden Herausforderungen im Cannabis-Sektor weiter auf der Aktie lasten. Die jüngste Kursbewegung zeigt, wie nervös der Markt ist.
Quartalszahlen am Donnerstag im Fokus
Tilray veröffentlicht die Zahlen für das zweite Quartal 2026 am Donnerstag nach US-Börsenschluss. Die begleitende Telefonkonferenz ist für 16:30 Uhr US-Ostküstenzeit angesetzt.
Aktuelle Analystenerwartungen:
- Ergebnis je Aktie: Verlust von 0,17 US-Dollar
- Umsatz: rund 211,15 Mio. US-Dollar
Der Bericht fällt in eine Phase, in der viele Investoren prüfen, ob Tilray seine Profitabilität schrittweise verbessern kann und wie sich die einzelnen Geschäftsbereiche entwickeln.
Kursentwicklung und Kennzahlen
Nach Wochen mit deutlichen Schwankungen legte die Aktie am 2. Januar um 7,6 % auf 9,72 US-Dollar zu und erreichte im Tagesverlauf ein Hoch von 9,85 US-Dollar. Auffällig: Das Handelsvolumen lag mit 6,17 Mio. Stück rund 68 % unter dem durchschnittlichen Tagesumsatz von 19,5 Mio. Aktien.
Zentrale technische Marken und Basisdaten:
- 50-Tage-Linie: 10,65 US-Dollar
- 200-Tage-Linie: 10,31 US-Dollar
- 52-Wochen-Spanne: 3,51 – 23,20 US-Dollar
- Börsenwert: rund 1,09 Mrd. US-Dollar
Die Aktie notiert damit deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch, bleibt aber nach dem Reverse Stock Split klar über den Tiefstständen des vergangenen Jahres.
Analysten bleiben zurückhaltend
Die Einschätzungen der Analysten zeichnen ein gemischtes Bild. Der Konsens liegt bei „Halten“, das durchschnittliche Kursziel bei 20,00 US-Dollar.
Aufteilung der Ratings:
- Kaufempfehlungen: 2
- Halten: 4
- Verkauf: 1
ATB Capital Markets hatte die Einstufung am 10. Dezember von „Strong Sell“ auf „Hold“ angehoben. Damit signalisiert das Haus zwar eine gewisse Stabilisierung der Perspektiven, verweist aber indirekt weiter auf offene Fragen bei der Ertragslage.
Institutionelle Investoren: Selektives Engagement
Mehrere institutionelle Adressen haben ihre Positionen zuletzt spürbar verändert:
- Tidal Investments LLC: Aufstockung um 15 % auf 28,97 Mio. Aktien
- Millennium Management LLC: Ausbau der Beteiligung um 281 % auf 4,94 Mio. Aktien
- Mirae Asset Global ETFs Holdings Ltd.: Neuengagement im Wert von 5,81 Mio. US-Dollar
Insgesamt halten institutionelle Investoren derzeit rund 9,35 % der ausstehenden Aktien. Der im Branchenvergleich eher niedrige Anteil unterstreicht den spekulativen Charakter vieler Cannabis-Investments.
Finanzprofil und Bilanzstruktur
Die aktuellen Kennzahlen zeigen ein gemischtes Bild:
- Verschuldungsgrad (Debt/Equity): 0,15
- Current Ratio: 2,62
- Quick Ratio: 1,56
- KGV: negativ (-0,43)
- Beta: 1,77
Tilray verfügt damit über eine solide Bilanzstruktur mit niedriger Verschuldung und komfortabler Liquidität. Auf der anderen Seite belasten die negativen Ergebnisse weiterhin die Bewertung, was klassische Kennzahlenanalysen erschwert.
Reverse Stock Split und Kurswirkung
Am 2. Dezember setzte Tilray einen 1:10 Reverse Stock Split um, um den Kurs über die Mindestanforderungen der Nasdaq zu bringen. Seit der Umstellung zeigte die Aktie im Dezember eine ausgeprägte Volatilität mit Bewegungen in einer Spanne zwischen 7 und 15 US-Dollar.
Der Schritt hat zwar den optischen Kurs angehoben, an der fundamentalen Situation aber nichts geändert. Die kommenden Quartalszahlen werden daher wichtig sein, um zu zeigen, ob das Unternehmen operativ nachziehen kann.
Cannabis und Getränke: Gemischte Entwicklung
Die jüngsten politischen Signale aus den USA sorgten zunächst für Rückenwind im Sektor. Ein aktueller Erlass von Präsident Trump zur Neueinstufung von Marihuana hatte kurzfristig für Kursfantasie bei Cannabiswerten gesorgt. Inzwischen setzt sich jedoch zunehmend die Einschätzung durch, dass eine bloße Umstufung klar hinter einer vollständigen Legalisierung zurückbleibt.
Für Tilray als kanadischen Anbieter bedeutet dies: Ein wirklich bedeutender Ausbau des Cannabisgeschäfts in den USA würde weiterhin eine umfassende Legalisierung erfordern.
Operativ zeigt sich eine Zweiteilung:
- Getränkesparte: Umsatz von rund 240 Mio. US-Dollar im jüngsten Geschäftsjahr, ein Plus von 19 % gegenüber dem Vorjahr
- Cannabisgeschäft: Umsatzrückgang um 9 % auf 249 Mio. US-Dollar
Die Getränkeaktivitäten sorgen damit für Diversifikation und Wachstum, während das Kerngeschäft Cannabis unter Druck steht.
Ausblick auf die Handelswoche
Mit dem Zahlenwerk am Donnerstag steht der Aktie ein Ereignis mit klaren Kursimpulsen bevor. Im Mittelpunkt der Analysten und Investoren dürften dabei vor allem folgende Punkte stehen:
- Entwicklung der Umsätze in Cannabis- und Getränkesparte
- Fortschritte bei Kostensenkungen
- Entwicklung des Cashburn und der Liquidität
- Ausblick des Managements für den Rest des Geschäftsjahres 2026
Die Aktie notiert aktuell deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 23,20 US-Dollar, was bei positiven Überraschungen Spielraum nach oben eröffnet. Fallen die Zahlen und der Ausblick dagegen schwächer aus als erwartet, rücken die jüngsten Unterstützungszonen im Bereich von rund 7 US-Dollar wieder stärker in den Fokus.
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